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Erste Nagelprobe nach der WM-Vergabe © APA (epa)

Nur fünf Wochen nach dem umstrittenen WM-Zuschlag hat der kleine Wüstenstaat Katar die große Chance, sich zu beweisen und ein

Nur fünf Wochen nach dem umstrittenen WM-Zuschlag hat der kleine Wüstenstaat Katar die große Chance, sich zu beweisen und ein größeres Fußballturnier auszurichten. Der Asien Cup von Freitag bis 29. Jänner wird zu einem ersten echten Test für die Weltmeisterschaft 2022 in dem reichen Golfstaat - und die ganze Welt schaut dabei zu.

"Wir sind überzeugt, dass ein erfolgreicher Asien Cup unsere Berechtigung unterstreichen wird, ein idealer WM-Gastgeber zu sein", erklärte Katars Verbandspräsident, Scheich Hamad bin Khalifa bin Ahmed al-Thani, vor dem Eröffnungsspiel in Doha zwischen den Gastgebern und Usbekistan in Gruppe A am Freitag (17.15 Uhr).

16 Teams, darunter die Rekordsieger Japan, Iran und Saudi-Arabien (jeweils 3 Titel), spielen um die Nachfolge des Titelverteidiger Irak, der 2007 trotz des Terrors im eigenen Land sensationell triumphiert hatte und in Katar vom Deutschen Wolfgang Sidka betreut wird. "Wir wollen versuchen, das Turnier wieder zu gewinnen. Aber wir sollten zuerst auf das erste Match gegen die Iraner, die unser Nachbar und Rivale sind, schauen und trachten ins Viertelfinale zu kommen", meinte der ehemalige Werder-Spieler, dessen Schützlinge im Pool B noch Nordkorea und die Vereinigten Arabische Emirate zum Gegner haben.

Im Kader der VAE-Auswahl stehen auch fünf Mann von Meister SSC Al Wahda, der vom Österreicher Josef Hickersberger trainiert wird. "Eigentlich wären es sechs gewesen, aber unser Torhüter Abel Hosani hat sich im letzten Spiel am Knöchel verletzt und musste absagen", erzählte der frühere ÖFB-Teamchef, nachdem er im Heimspiel zum Etisalat-Cup gegen Al Nasr eine junge Mannschaft gestellt hatte. Die Youngsters hatten am Silvestertag knapp 1:0 gesiegt.

Hickersberger glaubt, das die Vereinigten Arabischen Emirate in der Gruppe Glück brauchen werden, um als Zweiter aufzusteigen. "Nordkorea ist WM-Teilnehmer und Favorit, Iran ist besser, gegen den Irak haben die Emirate gute Siegchancen", sagte der verkühlte 62-jährige Niederösterreicher über die Chancen seiner Wahlheimat in Katar.

In elf Jahren sollen die WM-Spiele in klimatisierten Stadien ausgetragen werden, die auf 26 Grad heruntergekühlt werden können. Weil Klimaanlagen an den fünf Schauplätzen für den Asien Cup noch fehlen, wird das Turnier nicht im bis zu 50 Grad heißen Sommer, sondern ausnahmsweise im Winter ausgetragen. Eine solche Verlegung wurde von fielen auch für die WM gefordert. Sie wird inzwischen vom der FIFA nicht mehr total abgelehnt.

Im Jänner bietet Katar mit Tagestemperaturen von 25 Grad beste Bedingungen für Fans und Fußballer. In dem nur 1,6 Millionen Einwohner zählenden Wüstenstaat ist von Fußballbegeisterung kurz vor dem Turnierstart noch wenig zu spüren. Die billigste Eintrittskarte ist schon für fünf Riyal, umgerechnet etwas mehr als ein Euro, zu haben.

Das eigene Team ist trotz des Heimvorteils als Weltranglisten-114. nur Außenseiter. Die Zeitung "Gulf News" beschwor die Katarer bereits, in die Stadien zu strömen, um so "die positive Botschaft in die Welt zu senden, dass die FIFA mit der WM-Vergabe an Katar die richtige Entscheidung getroffen hat".

Das beste FIFA-Ranking weisen die Australier als 26. auf. Zu den Favoriten zählen auch noch Japan und Südkorea. Während die "Socceroos" (Gruppen-Dritter) in Südafrika so wie Nordkorea (Gruppen-Vierter) auf der Strecke blieben, erreichten Japaner und Südkoreaner das WM-Achtelfinale. "Wir brauchen vor keinem Gegner Angst zu haben", meinte Japan-Coach Alberto Zaccheroni. Im ersten Spiel unter dem Italiener hatten die "Söhne Nippons" Argentinien 1:0 besiegt.

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