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Die Olympiasiegerin im Super-G © APA (Archiv/epa)

Sie hat bei den Spielen 2010 in Vancouver Österreichs einziges Alpin-Olympiagold geholt und wurde "Sportlerin des Jahres", doch

Sie hat bei den Spielen 2010 in Vancouver Österreichs einziges Alpin-Olympiagold geholt und wurde "Sportlerin des Jahres", doch um Andrea Fischbacher ist es trotz dieser Erfolge eher ruhig geworden. Eine Schild, Hosp, Görgl und Zettel stehen viel stärker im medialen Mittelpunkt. Das mag am Naturell der Salzburgerin liegen, jedoch auch an den in der WM-Saison noch ausgebliebenen Top-Ergebnissen.

Das soll sich im neuen Jahr ändern. "Es ist bisher noch nicht so gelaufen, wie gewünscht", blickte die WM-Dritte 2009 beim Zauchensee-Weltcup im Gespräch mit der APA auf die knapp zweieinhalb Monate seit dem Saisonstart zurück. "Über den Jahreswechsel habe ich aber sehr gut trainiert, die Feinabstimmung am Material verbessert. Und bei den Heimrennen möchte ich natürlich besonders zeigen, was ich kann." Und prompt ist ihr am Donnerstag mit Rang drei beim ersten Abfahrtstraining ein sehr guter Einstieg in den Zauchensee-Weltcup geglückt.

Zauchensee liegt nur 15 Autominuten von Fischbachers Heimatort Eben im Pongau, gar nur fünf Minuten vom ÖSV-Teamquartier entfernt. Daher war es keine Frage, dass die Lokalmatadorin eine Heimschläfer-Erlaubnis erhält. So wird sie täglich am Ortsanfang von Eben durch die Aufschrift "Wir gratulieren Olympiasiegerin Andrea Fischbacher zur Olympia-Goldmedaille im Super G" an ihren bisher größten Triumph erinnert.

Und gerade in ihrer Paradedisziplin ist Fischbacher in diesem Winter noch bestens dabei, wurde sie doch in Lake Louise im bisher einzigen Super-G Fünfte. In den kommenden drei Wochen hat sie in Abfahrt und Super-G (in Zauchensee am Sonntag) gleich je drei Chancen, um diese ihre bisher beste Saison-Platzierung zu toppen. "Ich habe ja teilweise schnelle Passagen, habe es aber noch nicht vom Start bis ins Ziel gebracht. Das im Rennen umzusetzen, daran habe ich zuletzt gearbeitet."

Die Saison 2009/10 war für die Großcousine von Hermann Maier zu Beginn ähnlich gelaufen, nach einem mageren Saison-Auftakt steigerte sie sich aber bis zum Olympia-Coup kontinuierlich. Allerdings hatten sie im Vorfeld der Olympia-Saison Knieprobleme verfolgt. "Diesmal bin ich in der Vorbereitung Gott sei Dank verletzungsfrei geblieben. Und auch wenn es noch nicht so gelaufen ist - ich weiß, dass ich schnell skifahren und auch gewinnen kann."

Mut sollte der bisher letzten ÖSV-Siegerin in einer Weltcup-Abfahrt auch geben, dass sie neben dem Olympia-Titel ihre beiden Weltcup-Siege ebenso jeweils im Februar geholt hat. Vor knapp drei Jahren hatte Fischbacher im Super-G in Sestriere ihren Debüt-Erfolg gefeiert, 2009 in der zweiten Abfahrt von Bansko nachgelegt. Klar hätte sie nichts dagegen, wenn es heuer auch schon im Jänner klappt. Die technisch anspruchsvolle Zauchensee-Strecke liegt ihr, 2009 war sie Abfahrtssechste.

Olympiasiegerin ist ein Titel für immer, doch zufrieden gibt sich die Junioren-Weltmeisterin 2004 und 2005 deswegen damit nicht. "Ich weiß, was ich erreicht habe und muss mich nicht bestätigen", erklärte sie. "Aber wenn man einmal Blut geleckt hat, will man mehr. Das ist meine Erwartungshaltung. Am meisten Druck mache ich mir eh selber."

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