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Die Salzburgerin wird immer besser © APA (Techt)

Anna Fenninger ist in dieser Saison scheinbar der Knopf aufgangen. Mit durchwegs einstelligen Plätzen in ihren sechs seit Anfang

Anna Fenninger ist in dieser Saison scheinbar der Knopf aufgangen. Mit durchwegs einstelligen Plätzen in ihren sechs seit Anfang Dezember absolvierten Rennen hat die 21-Jährige eine ungemein starke Serie hingelegt. Als bisheriger Höhepunkt folgte am Samstag Rang drei in der Zauchensee-Abfahrt, nur von den Größen Lindsey Vonn und Anja Pärson besiegt.

Es war Österreichs zweites Abfahrtspodest in dieser Saison nach Rang drei von Elisabeth Görgl in der ersten Lake-Louise-Abfahrt. "Mir taugt die Strecke, da viel Kurven drinnen sind", erklärte Fenninger. "Man muss wirklich skifahren können da runter, sonst kann man nicht dabei sein." Dass sie skifahren kann, hat die Salzburgerin vor knapp fünf Jahren erstmals eindrucksvoll unter Beweis gestellt, als sie bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Quebec Gold im Super-G und Silber in der Abfahrt holte. Zwei Jahre später folgten in Formigal/Spanien Gold im Riesentorlauf und in der Kombination sowie Super-G-Silber.

Die Saison darauf schien die Europacup-Gesamtsiegerin 2006 den Schwung in den Weltcup mitgenommen zu haben, als sie 2009 in Cortina Super-G-Zweite wurde. Bei der Val d'Isere-WM 2009 zeigte sie kräftig mit den Rängen vier und sieben in Super-G und der Super-Kombination auf, doch in der Olympia-Saison riss der Faden ein wenig. Zu sehr hatte die Head-Pilotin versucht, es in mehreren Disziplinen zerreißen zu wollen.

Zuletzt aber ließ sie die technischen Bewerben links liegen, nachdem es beim Winter-Auftakt in Sölden im Riesentorlauf nur zu Rang 50 gereicht hatte. Siegerin auf dem Rettenbachferner war Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg, die Deutsche war vor Jahren Fenningers einzige ernsthafte Konkurrentin im Jahrgang 1989. Dass es die ÖSV-Hoffnung nach wie vor sogar auch im Slalom kann, bewies sie dann fünf Tage vor Weihnachten mit Rang drei im Torlauf der Super-Kombination von Val d'Isere.

"Meine ganze Vorbereitung war gut, ich habe noch nie so eine gute gehabt. Ich habe sehr viel weitergebracht mit Material und Technik", wies die Adneterin nach Abfahrtsrang drei auf ein weiteres "Geheimnis" ihres derzeitigen Erfolgs hin. "Und ich habe mir keinen Druck gemacht. Ich hatte ja nichts zu verlieren, bin frei in die Rennen reingegangen - mit guter Einstellung. Ich fühle mich wohl am Ski. Was ich mache, mache ich mit Überzeugung."

Für ÖSV-Gruppentrainer Jürgen Kriechbaum war bei Fenninger die Konzentration auf das Wesentliche entscheidend. "Wir haben bei ihr die starken Standbeine ausgebaut. Wo sie derzeit im Training stark fährt, ist der Riesenslalom. Da schätze ich sie sehr hoch ein." Auch bei eisigen Bedingungen habe sie überzeugt, früher eine ihrer Schwächen. Kriechbaum: "Ich kann mir vorstellen, dass sie - wenn es soweit ist - im Riesenslalom zur Weltklasse vorstoßen kann. Das ist nach wie vor ein ganz entscheidendes Ziel."

Fenninger nimmt das Lob des Coaches gerne an. "Ich bin überzeugt, dass ich es einmal im Riesentorlauf schaffen werde. Mit der Form, die ich habe, kann ich sicher - traue ich mich wetten -, unter die Zehn mindestens fahren." Schon nächsten Samstag in Marburg könnte die Freizeit-Motocrosserin auf die Riesentorlauf-Startliste zurückkehren, denn mit ihren 60 Punkten aus der Zauchensee-Abfahrt rückte sie zu den 500-Punkte-Läuferinnen auf. Ihr ist dadurch eine viel bessere Startnummer als gemäß Weltrangliste sicher.

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