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Fenninger, Fischbacher und Görgl vorne dabei © APA (Techt)

Die österreichischen Abfahrerinnen haben nach einem enttäuschenden Olympia-Winter in dieser Saison den Anschluss an die

Die österreichischen Abfahrerinnen haben nach einem enttäuschenden Olympia-Winter in dieser Saison den Anschluss an die Weltspitze wieder geschafft. Nur US-Star Lindsey Vonn ist derzeit außer Reichweite, dahinter scheint für die Top Drei der ÖSV-Truppe mittlerweile aber viel möglich.

Anna Fenninger und Elisabeth Görgl verbuchten am Samstag in Zauchensee auch in der vierten Saison-Abfahrt eine einstellige Platzierung, Andrea Fischbacher zeigte mit Platz fünf auf. "Wir sind absolut im Plan", erklärte ÖSV-Gruppentrainer Jürgen Kriechbaum zum deutlich merkbaren Aufschwung.

Zu Saisonanfang ist in der Disziplinen-Weltrangliste nur Fischbacher in den Top 15 gewesen, nun ist die Pongauerin Zwölfte, Fenninger Zehnte und Görgl gar Sechste - Tendenz steigend. Noch in der ersten Saison-Abfahrt Anfang Dezember in Lake Louise war ein Top-Ten-Platz das Ziel gewesen, nun sind die Ansprüche freilich gestiegen.

In den drei Wochen seit der vorweihnachtlichen Abfahrt in Val d'Isere haben auch international einige die Lücke nach vorne etwas verkleinert, nur Vonn bleibt momentan unerreichbar. Die 26-Jährige hat aus in den beiden Lake-Louise-Niederlagen begangenen Fehlern gelernt und dadurch ihre Überlegenheit zurückgewonnen. "Ich habe in dieser Saison schon zu viele Fehler in der Abfahrt gemacht", erklärte Vonn. "Wichtig ist, dass ich nur fahre, was ich kann."

Bei ihrem 20. Weltcupsieg in der schnellsten Disziplin hat die Weltmeisterin ihre Abgebrühtheit eindrucksvoll unter Beweis gestellt. In der Rechtskurve am Unterbergweg war sie bedrohlich an das Netz heran abgetragen worden, reagierte jedoch alles andere als panisch. "In der Vergangenheit habe ich zu viel riskiert, wenn ich Fehler begangen habe. Jetzt bin ich cool geblieben und habe nur gemacht, was möglich ist." Und auch das hat locker zum Sieg gereicht.

Anja Pärson wiederum etablierte sich im Pongau als erste Jägerin von Dominatorin Vonn, sollte in dieser Saison noch einiges zeigen können. "Meine spezielle Vorbereitung über Weihnachten hat sich bezahlt gemacht", stellte die 29-Jährige fest. Nach Krankheit und Spezial-Training mit neuem Head-Material war die Skandinavierin 43/100 am Sieg dran. Nicht erst einmal in ihrer Karriere kam Pärson erst in der zweiten Saisonhälfte richtig in Schwung.

Überglücklich war Fenninger, ist ihr doch ihr erstes Abfahrtspodest ausgerechnet im Heimrennen geglückt. "Damit ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen", meinte die Salzburgerin. "Die Siegerehrung, der Fanclub, die ganzen Leute - das war ein Wahnsinn." War Fischbacher im Finish wegen überstandener Erkrankung etwas kraftlos, verspielte Görgl schon beim "Hot Air"-Sprung ihre Chancen auf das Podium. "Schade, gerade auf dieser Strecke hätte ich mir etwas mehr erwartet."

Alle drei österreichischen Topläuferinnen hatten beim "Hot Air" gepatzt, sonst wäre noch mehr drinnen gewesen. "Es sind Fehler passiert", analysierte Herren-Cheftrainer Herbert Mandl. "Aber wir sind glücklich, dass keine ausgeschieden ist. Auch Nicole Schmidhofer hat ihre Leistung gebracht, da muss man zufrieden sein." Mit Rang 14 gab die Steirerin eine Empfehlung für das WM-Team ab, hat derzeit im Kampf um ÖSV-Platz vier in der WM-Abfahrt nur die Tirolerin Regina Mader als Gegnerin.

Grundsätzlich nimmt das ÖSV-Trainerteam zufrieden zur Kenntnis, dass sich die junge Garde immer öfter in den Punkterängen klassiert. Kriechbaum: "Das ist ein großes Ziel für diese Saison gewesen." Mader wurde 23., ihre engere Landsfrau Stefanie Moser 27. Auch die Salzburgerin Margret Altacher und die Oberösterreicherin Christina Staudinger waren in den vier Abfahrten dieses Winters zumindest einmal in den Top 30.

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