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Stehaufmännchen Mario Matt © APA (Keystone)

Es muss zuvor viel passiert sein, dass man als heimlicher Sieger gefeiert wird, obwohl man gerade Vierter hinter zwei Landsleuten

Es muss zuvor viel passiert sein, dass man als heimlicher Sieger gefeiert wird, obwohl man gerade Vierter hinter zwei Landsleuten geworden ist. Mario Matt hat sich am Sonntag im Weltcup-Slalom in Adelboden in der Weltspitze zurückgemeldet. Auf dem Chuenisbärgli erlebte der 31-Jährige seine Wiederauferstehung.

Matts Teamkollegen hatten in den vergangenen Wochen stets von der Stärke des Weltmeisters von 2001 und 2007 im Training berichtet, Betreuer hofften, dass dem Flirscher endlich der Knopf wieder aufgeht. Seine Glanzleistungen liegen lange zurück, der letzte Sieg datiert vom Weltcupfinale am 14. März 2009 in Aare, als er gerade noch eine verkorkste Saison rettete. Zuvor hatte er das letzte Mal am 17. Februar 2008 in Zagreb gewonnen. Das bisher letzte Mal punktete er als Zehnter vor einem Jahr in Kitzbühel.

Mit einem Schlag sieht nun alles viel besser aus. Mit dem vierten Platz rutschte der Tiroler wieder in die Top 30 der Slalom-Rangliste (WCSL/26.) und darf damit schon in Wengen mit niedrigerer Nummer ins Rennen gehen. In Adelboden trug er das Leiberl mit der 43. Vor elf Jahren, im Jahr 2000 in Kitzbühel, hatte er die 47 - und fuhr sensationell zum Sieg. "Das zeigt, dass man nie aufgeben darf. Auch wenn es im ersten Durchgang nicht so hinhaut. Wenn dir im zweiten ein Bombenlauf aufgeht, dann kannst du einfach große Schritte machen. Gott sei Dank war das heute der Fall", sagte Matt, der in Adelboden zur Halbzeit 14. gewesen war.

"Es taugt mir brutal für Mario, das ist irre", reagierte Österreichs Herren-Cheftrainer Mathias Berthold emotional. "Ich freue mich für ihn, er hat so gekämpft für die Top Ten", zollte der Adelboden-Zweite Marcel Hirscher dem Kämpfer Respekt. Matt selbst fiel "ein Stein vom Herzen".

Im Herbst auf totem Schnee habe alles super funktioniert, als es dann kalt wurde, sei nichts mehr gegangen, blickte der Gewinner von zwölf Weltcuprennen (11 Slaloms, 1 Kombination) auf die harte Zeit zurück. "Weihnachten habe ich einen neuen Skischuh bekommen, ich habe in St. Anton gut testen können und die richtige Abstimmung gefunden. Nur schade, dass es immer Jänner werden muss, bis es klappt." Den Problemen, die er in den vergangenen Jahren auf Eis gehabt hatte, wollte Matt entgegenwirken und sah sich auf dem richtigen Weg ("Hat perfekt funktioniert"), doch dann sei er in Zagreb "zu aggressiv" dran gewesen, ehe Adelboden kam.

An sich selbst gezweifelt hat Mario Matt nie, die guten Trainingszeiten hatten ihm stets Mut gegeben, dass der Erfolg wieder möglich ist. "Es hat mich aber einfach 'angezipft'. Und wenn ich nicht mehr dabei gewesen wäre, hätte es keinen Sinn mehr gehabt. Aber im Training war ich immer pfeilschnell und oft auch der Schnellste." Über die Weihnachtsfeiertage in St. Anton hat er allein trainiert. "In Ruhe, das gibt mir sehr viel, ich habe mich auf mich selbst konzentrieren können, damit ich das gewisse Gefühl wieder bekomme."

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