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Berthold ist für Wengen optimistisch © APA (Hochmuth)

Nach zuletzt drei technischen Bewerben ohne Podestplatz haben Österreichs alpine Skiherren am Sonntag in Adelboden mit den

Nach zuletzt drei technischen Bewerben ohne Podestplatz haben Österreichs alpine Skiherren am Sonntag in Adelboden mit den Rängen zwei durch Marcel Hirscher, drei durch Reinfried Herbst und vier durch Mario Matt ihre Stärken wieder ausgespielt. Rennsportleiter Mathias Berthold atmete ob des "super Resultats" erleichtert auf.

Die rot-weiß-roten Slalomfahrer kehren nach ein paar Tagen in der Heimat für ein Training am Freitag auf das Chuenisbärgli zurück, Sonntag steht mit dem Klassiker in Wengen ein weiterer Weltcup-Slalom im Berner Oberland an.

"Ich bin froh, dass es die Slalom-Mannschaft runtergebracht hat. Wir sind da! Bis jetzt hat alles nicht so auf stabilen Beinen gestanden, aber darauf muss man jetzt einfach aufbauen", gab Berthold als Auftrag aus und war voll des Lobes für die Leistungen seines nur vom Kroaten Ivica Kostelic geschlagenen Trios. "Reinfried hat den ersten Durchgang total verhaut, er ist im zweiten dann super gefahren. Marcel hatte auch eine Super-Antwort, er hat Kostelic vier Zehntel abgenommen, das ist schon eine tolle Sache. Und für Mario taugt es mir brutal."

Hirscher war nach seiner fiebrigen Erkältung noch nicht bei vollen Kräften, mobilisierte aber all seine Reserven für den zu den schwierigsten Rennen des WM-Winters zählenden Slalom. "Es ist schwer zu sagen, wie weit man geschwächt ist. Ich hoffe, ich habe meinem Körper nicht zu viel geschadet", sagte der Salzburger, bei dem vergangene Woche jeden Morgen nach dem Munterwerden Fiebermessen auf dem Programm gestanden war. "Wenn ich erhöhte Temperatur gehabt hätte, wäre ich sicher nicht gefahren. Dann wird es gefährlich."

Nicht nur wegen des stimmgewaltigen Publikums mag Hirscher die Rennen in Adelboden. "Die Zuschauer sehen, wie schwierig es ist. Die Weltbesten sind am Start und nicht einmal die kommen gescheit herunter, so beutelt es sie rum. Und dann gibt es doch welche, die federn nur so runter. Ich finde es cool, wenn sich unter den Besten noch eine gewisse Elite herauskristallisiert", schwärmte der 21-Jährige, der zum neuen Führenden im Disziplin- und Gesamtweltcup meinte: "Ich dachte nach meinem zweiten Lauf, Kostelic ist zu schlagen, wenn er einen Fehler macht. Aber er ist sensationell gut gefahren, mit so einer Kontrolle, das kann ich nur anerkennen."

"Einen Superlauf" im Finale hatte Herbst, der von 12 auf 3 nach vorne kam. "Im ersten Durchgang hatte ich den falschen Ski erwischt und war nicht Herr der Lage, ich habe nur gekämpft. Ziel wäre gewesen, was rauszufahren und nicht wieder aufholen zu müssen. Ich bin sehr happy, dass ich so einen Sprung geschafft habe", sagte der Salzburger, der sich mit dem Podestplatz bei seiner Lebensgefährtin und dem Servicemann entschuldigte, auf deren Geburtstage er in Adelboden wegen Rennvorbereitung und Konzentration vergessen hatte.

Glücklich und erleichtert war Matt, der seit fast einem Jahr auf Punkte gewartet hatte. "Letztens hat es alle so gefuchst. Es ist jedes Rennen unterschiedlich. Vom kleinsten Detail muss alles zusammenstimmen", meinte der Tiroler. Nach dem Doppelsieg in Val d'Isere durch Hirscher und Benjamin Raich war in Zagreb für das österreichische Team vieles schief gelaufen, in Adelboden gelang aber wieder drei Athleten eine Topleistung.

Bitter endete das Wochenende allerdings für den Pitztaler Raich, der im Riesentorlauf trotz des vierten Platzes und im Slalom nach einem Ausfall jeweils aus der Gruppe der Top-Sieben fiel, die die besten Startnummern erhalten. Die von 8 bis 15 Gelisteten werden ausgelost, eine höhere Nummer kann wegen schlechter werdender Piste aber ein empfindlicher Nachteil sein.

"Es tut mir leid für Benni, der auch einer für ganz vorne ist. Und für Manni, der es leider im unteren Teil verbockt hat", meinte Berthold. Weltmeister Pranger war im Finale von 3 auf 14 zurückgefallen. Für Berthold ist es aber "ein sehr gutes Zeichen", dass trotz Ausfällen von Topleuten so ein Ergebnis erreicht wurde. Und der Cheftrainer sieht weitere Läufer, die in die Top Ten fahren können, wie Wolfgang Hörl (36.) und Christoph Dreier (Ausfall).

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