vergrößernverkleinern
Marlies Schild gilt in Flachau als Favoritin © APA (Archiv/Hochmuth)

Die Österreich-Woche im alpinen Damen-Weltcup wird am Dienstag mit dem Nachtslalom in Flachau abgeschlossen, nach der Dominanz

Die Österreich-Woche im alpinen Damen-Weltcup wird am Dienstag mit dem Nachtslalom in Flachau abgeschlossen, nach der Dominanz von Marlies Schild im bisherigen Saisonverlauf darf man sich auf ein Skifest freuen. Die Veranstalter warten für die zweite Auflage der Abend-Variante mit einer neuen Flutlichtanlage auf. Gefahren wird ab 17.30 und 20.30 Uhr (live ORF 1).

Schon am 3. Jänner haben sich die ÖSV-Technikerinnen mit den Neuerungen auf der Piste vertraut gemacht. "Sie haben zusätzliche Wellen aufgeschüttet, das macht es ganz attraktiv", erklärte Kathrin Zettel. "Da ist noch mehr zu tun, das erschwert es ein bisschen." Die Niederösterreicherin kam nach ihrem Saison-Einstieg vor einem Monat auf die Slalomplätze fünf und zweimal sieben. "Diesmal ist das Podest das Ziel. Ich werde alles rauskitzeln, was ich in mir habe."

Große Favoritin ist aber natürlich Marlies Schild. Bis auf ihren frühen Ausfall in Aspen beherrschte sie im WM-Winter alle Torläufe, außerdem tritt sie im Pongau als Titelverteidigerin an. "Daher habe ich natürlich eine gute Erinnerung an Flachau", meinte die Salzburgerin nach einer Trainingseinheit in Dienten am Hochkönig. Hier übte die ÖSV-Equipe auf einer dem Rennhang ähnlichen Piste. Schild ist gerüstet: "Mein Leistungsvermögen passt."

Allerdings ist die 29-Jährige weit davon entfernt, einen neuerlichen Erfolg als Selbstläufer anzusehen. "Viele sagen, dass ich das Rennen gewinnen muss", erläuterte die Führende im Disziplinen-Weltcup. Aber das ist jedes Mal harte Arbeit." Ihre Erfolgsserie wird Schild am Start nicht im Hinterkopf haben. "Die Karten werden neu gemischt. Mein Selbstvertrauen passt aber, das ist wichtig."

Als eine ihrer größten Gegnerinnen für den Heim-Auftritt sieht sie Maria Riesch. Die Deutsche hatte sie zuletzt am meisten gefordert und war auch 2010 in Flachau noch vor Zettel Zweite. Außerdem schätzt das ÖSV-Ass abgesehen von Teamkolleginnen die konstante Finnin Tanja Poutiainen und Susanne Riesch stark ein. Die jüngere der Riesch-Schwestern hatte im Vorjahr nach dem ersten Durchgang geführt, war in der Entscheidung jedoch ausgefallen.

Eine Absage erteilte Schild Spekulationen, dass sie in rund einem Monat bei der Garmisch-WM ein Antreten in der Super-Kombination erwäge. "Das ist kein Thema für mich. Ich bin seit drei Jahren keine Abfahrt gefahren, das macht keinen Sinn." Ähnlich sieht es ÖSV-Damencheftrainer Herbert Mandl. "Für Marlies zählt bei der WM in erster Linie Slalom-Gold. Wenn sie auf die Abfahrt geht, würde das die Konzentration auf die technischen Disziplinen verwässern."

Michaela Kirchgasser ist sehr wohl ein Kombi-Thema, doch hat die Salzburgerin die Speed-Bewerbe zuletzt links liegengelassen - nach bisher drei Slalom-Ausfällen bewusst. "Für mich ist jetzt wichtig, dass der Slalom passt. Im Training funktioniert es ganz gut, nur im Rennen hat es manchmal ein bisschen gefuchst." Noch bis zum Wochenende in Marburg (Slalom, RTL) haben die technischen Bewerbe für die 25-Jährige Priorität. In der Woche danach wird sie in Cortina wieder in Abfahrtstraining und Super-G gehen.

Für Kirchgasser sind die Top Fünf in Flachau ebenso ein Ziel wie für Nicole Hosp. Die Tirolerin hatte nach drei Top-Sechs-Platzierungen zuletzt einen Ausfall und Rang 23, der ausgezeichnete Super-G am Sonntag in Zauchensee gibt ihr aber nun auch zwischen den Stangen Selbstvertrauen. "Slalom ist natürlich eine andere Disziplin. Aber es ist allgemein wichtig, dass es über die Disziplinen gut funktioniert. Da tust du dir dann viel leichter."

Das neunköpfige ÖSV-Team wird von Bernadette Schild, Verena Höllbacher, Carmen Thalmann, Michaela Nösig und Alexandra Daum komplettiert. Die 24-jährige Daum gibt drei Wochen nach einer im Courchevel-Slalom erlittenen Knieverletzung ein Comeback. Sie darf sich wie ihre Teamkolleginnen auf eine tolle Kulisse freuen, im Vorjahr waren 10.000 Zuschauer bei der Flachauer Flutlicht-Premiere der Damen dabei.

Für heuer haben die Veranstalter auf der Hermann-Maier-Weltcupstrecke die Lichter verstärkt. "Es strahlt jetzt heller und weißer", wusste ÖSV-Gruppentrainer Günther Obkircher zu berichten. Die Tribüne wurde auf 2.200 Plätze ausgebaut, auch der VIP-Bereich ist vergrößert. Mit zwei Video-Wänden wurde das Angebot für die Fans auch in diesem Bereich erweitert. Und 110.000 Euro ist eines der höchsten Preisgelder im Damen-Weltcup.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel