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Hosp verpasste das Podest nur knapp © APA (Techt)

Im Gegensatz zur Abfahrt hat es am Wochenende in Zauchensee für die Österreicherinnen im Super-G nicht mit einem Podestplatz

Im Gegensatz zur Abfahrt hat es am Wochenende in Zauchensee für die Österreicherinnen im Super-G nicht mit einem Podestplatz geklappt. Dennoch hat das spektakuläre Rennen auf der Kälberloch-Piste bestätigt, dass die ÖSV-Truppe in dieser Disziplin näher am Sieg ist. Anna Fenninger und Andrea Fischbacher fielen aus und Nicole Hosp wich erst kurz vor dem Ziel von der Siegesstraße ab.

"Mit dem habe ich nicht gerechnet, auch wenn ich im Training gut gefahren bin", war die Tirolerin Hosp über ihre Fahrt selbst überrascht. Als Einzige des Feldes hatte sie die erste Minute des Laufes quasi fehlerlos hinter sich gebracht, ehe sie trotz eines Nahezu-Stillstands noch Fünfte wurde. Am Tag danach hatte die 27-Jährige ihre Fahrt noch nicht gesehen. Doch auch ohne Videostudium wird sie nun nächste Woche in Cortina zu den Podestkandidatinnen zählen.

Während Elisabeth Görgl als Vierte und beste Österreicherin im Grunde zufrieden abschwang, bilanzierte auch Fenninger trotz des Ausfalls positiv. "Wenn man nichts riskiert, dann gewinnt man auch nichts", meinte die Salzburgerin. "Der Samstag mit Platz drei in der Abfahrt war einer der schönsten Tage in meiner Karriere." Als "Belohnung" war die 21-Jährige bei der ORF-Sendung "Sport am Sonntag" zu Gast, keine der arrivierteren Läuferinnen.

Dummer Nebeneffekt des Ausfalls ist, dass Fenninger dadurch wieder den 500-Punkte-Status verloren hat und damit am Samstag im Marburg-Riesentorlauf eine hohe Startnummer hätte. "Daher werden wir bei ihr mit einem Riesentorlauf-Start wahrscheinlich noch warten", verriet ÖSV-Gruppentrainer Günter Obkircher. Schließlich machte im Super-G die zweite ÖSV-Garde mit Regina Mader (8.), Margret Altacher (10.) und Nicole Schmidhofer (15.) in Richtung WM mit Nachdruck auf sich aufmerksam.

Sie alle standen freilich im Schatten von Lara Gut, der Schweizer Siegerin. Nach einer Hüftverletzung und -operation hatte sie die gesamte Olympia-Saison verpasst, kam im ausklingenden Jahr 2010 wegen Unstimmigkeiten in Sponsorfragen, verbandsinterner Kritik und letztlich der Sperre für die Semmering-Rennen in die Schlagzeilen. Den erwogenen Gang vor den Sportgerichtshof (CAS) ließ die 19-Jährige dann doch sein.

2007 hatte Gut ausgerechnet in Zauchensee mit Junioren-WM-Silber ihren ersten großen Erfolg gefeiert. Bei der WM 2009 in Val d'Isere gewann sie zweimal Silber. Mehr als zwei Jahre nach ihrem ersten Weltcupsieg schlug sie nun wieder zu. "Man muss nur voll attackieren und wenige Fehler machen", hatte die Eidgenössin ein simples Erfolgsrezept. Mit der Wut im Bauch wegen der Sperre sei sie aber nicht gefahren. "Das würde nichts bringen, ich habe mich einfach auf die Rennen konzentriert."

Fenninger und Gut sind gute Freundinnen, waren auch schon gemeinsam auf Urlaub. "Ich vergönne es ihr", meinte die Österreicherin. Mit der Freundschaft von Lindsey Vonn (Super-G-2.) und Maria Riesch (6.) wollte sie sich und Gut aber nicht vergleichen. "Die sind noch enger befreundet." Allerdings wollte die Adneterin nicht ausschließen, dass sie und Gut in einigen Jahren den Weltcup so dominieren könnten wie derzeit Vonn und Riesch.

Das Zauchensee-Wochenende war perfekte Werbung für den Skisport, was auch an der Organisation lag. FIS-Kurssetzer Jan Tischhauser trat sogar dafür ein, diese Rennen jährlich in den Weltcup zu hieven. "Für mich ist Zauchensee unter den Top Drei", sagte er. OK-Präsident Alexander Reiner freute dieses Lob, doch er ist für einen Zweijahres-Rhythmus. "Denn wir wollen auch Europacup- und FIS-Rennen machen - das sind immens wichtige Rennen für den Nachwuchs."

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