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Flachau will Highlight im Ski-Weltcup werden © APA (Gindl)

Fünf Jahre lang hatte Flachau vor der vorjährigen Nachtslalom-Premiere kein Rennen im Alpin-Weltcup ausgetragen, eine derart

Fünf Jahre lang hatte Flachau vor der vorjährigen Nachtslalom-Premiere kein Rennen im Alpin-Weltcup ausgetragen, eine derart lange Pause wird es im 2.700-Einwohner-Ort nun nicht mehr so schnell wieder geben. Die Pongauer wollen mit der am Dienstag zum zweiten Mal ausgetragenen "Ladies Ski Night" ihren jährlichen Platz im Skizirkus haben, und die Chancen dafür stehen richtig gut.

"Nach dem ersten Versuch reden schon alle von einem Klassiker", zeigte sich selbst FIS-Renndirektor Atle Skaardal beeindruckt. "Das ist einmalig." Der erste Flachauer Flutlicht-Event hatte 2010 beeindruckt, obwohl die Licht-Kapazität mit 750 Lux pro Masten zu gering war. Die leise Kritik nahmen die Veranstalter als Auftrag, investierten zwei Millionen Euro in insgesamt 33 rund 30 m hohe Masten, verdoppelten die Leuchtstärke auf 1.500 Lux.

Nun erhellt sogar der Gegenhang, wenn die Strahler eingeschaltet sind. Aktive wie Trainer und Funktionäre sind von den Sichtbedingungen begeistert. "Wir mussten alles andere zurückschrauben, da es doch ein großer Aufwand ist", meinte Bürgermeister Thomas Oberreiter zum finanziellen Kraftakt. "Aber wir wollen über den Weltcup bekannter werden." 2010 verfolgte knapp das Vierfache der Einwohnerzahl das Rennen an der Strecke.

110.000 Euro Preisgeld wurden diesmal in die Hand genommen, die Kosten für die Flutlichtanlage zwischen Bergbahnen, Gemeinde und Tourismusverband gedrittelt. Von den Masten stehen 17 an der Rennpiste, deren vier im Zielbereich. Fünf, im freien Gelände stehende Masten werden nach dem Rennen wieder abgebaut und zwischengelagert, um eventuellen Anrainer-Protesten zuvorzukommen. Denn für den Publikumsskilauf ist die Anlage nicht vorgesehen.

Nachtskilauf wird auf der anderen Seite des Ortes am Achter-Jet angeboten, nicht aber während des Nachtslaloms. "Wir werden uns doch nicht selbst Konkurrenz machen", begründete der seit 2008 als erster Bürger amtierende Oberreiter. Von 1999 bis 2005 war er OK-Generalsekretär der Flachauer Skirennen gewesen. Nun durfte er sich über einen einstimmigen Beschluss des Gemeinderats zugunsten der Investitionen freuen, das Budget des Ortes für die Veranstaltung beträgt rund 500.000 Euro.

Darin ist die Abzahlung der 850 Kilowatt leistenden Flutlichtanlage über zehn Jahre schon eingerechnet. Sonstige Ausgaben betrafen den Ausbau der Tribüne auf 2.220 Plätze sowie des VIP-Bereichs auf ein Fassungsvermögen von 350 Personen sowie eine zweite Videowand. Für die zweite Auflage hatten sich neben dem Flachauer Ehrenbürger Hermann Maier u.a. auch ÖOC-Präsident Karl Stoss, Salzburg-Trainer Huub Stevens und einige seiner Spieler angekündigt.

An die 450 Personen sind in die Rennabwicklung integriert, was Skaardal zufrieden zur Kenntnis nahm. "So wie das hier abläuft, ist das für mich sehr einfach. Ich habe nur eine Kontrollfunktion." Für den 1997 zurückgetretenen Ex-Rennläufer ist es quasi ein Heimrennen, wohnt er doch mit der ehemaligen österreichischen Slalomläuferin Karin Köllerer und den gemeinsamen Kindern 55 Kilometer von Flachau entfernt in Oberalm.

All die Anstrengungen haben sich für die übernächste sowie die Olympia-Saison bereits rentiert, denn 2013 und 2014 wird Flachau mit dem Nachtslalom fix im Weltcup-Kalender stehen. Zwei Wochen vor Schladming wird es dann ein Pendant zum Herren-Klassiker im nahen steirischen WM-Ort geben. "Wir haben kein Problem, mit Schladming verglichen zu werden", sagte Bergbahnen-Chef Ernst Brandstätter dazu. "Aber wir wollen unsere eigene Feststellung im Weltcup-Kalender haben.

Für 2012 sieht es allerdings nicht gut aus. Durch das an Schladming vergebene Weltcup-Finale sind inklusive Lienz bereits zwei Damen-Torläufe in Österreich stationiert. Die Flachauer hoffen, dass sich noch eine Lücke auftut. Von den Medien ist diese Weltcup-Station jedenfalls zur beliebtesten 2009/10 gewählt worden, auch wegen recht ungewöhnlicher Aktionen. So musste sich ÖSV-Damenchefcoach Herbert Mandl Dienstagmittag beim Pressebrunch zum Gaudium aller als Eierspeiskoch versuchen.

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