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Salzburgerin verlor die Führung im Slalom-Weltcup © APA (Gindl)

So schnell kann es gehen. Als Saison-Dominatorin zum Nachtslalom nach Flachau gekommen, findet sich Marlies Schild danach in

So schnell kann es gehen. Als Saison-Dominatorin zum Nachtslalom nach Flachau gekommen, findet sich Marlies Schild danach in einem Dreikampf um die "kleine Kugel" wieder. Als wäre ihr Ausfall auf der Hermann-Maier-Strecke nicht genug des Schadens gewesen, teilten sich ihre Konkurrentinnen Maria Riesch und Tanja Poutiainen auch noch den Sieg, nicht aber die für Platz eins vergebenen 100 Zähler.

Mit der zu holenden maximalen Punkteausbeute zog Riesch um 20 Punkte an Schild vorbei und Poutiainen mit der Salzburgerin gleich. Und im Grunde zeigten die neuen "Snow Space Princesses" der Flachauer "Ladies Ski Night" in dieser Saison mehr an Konstanz als das ÖSV-Ass. Riesch holte neben ihrem Sieg vier zweite Plätze und schied nur einmal aus. Poutiainen landete immer in den Top Vier, ist nun schon 38 Torläufe ohne Ausfall. Schild hat heuer neben ihren vier Erfolgen zwei Ausfälle stehen.

Die 29-Jährige verpasste die Chance, zum zweiten Mal nach der Saison 2006/07 vier Torläufe in Folge zu gewinnen. Dafür gilt nun schon zwölf Weltcup-Slaloms lang: Schild siegt (7-mal) oder "fliegt" (5-mal). "Ich habe es probiert, und es hat eben nicht hingehauen", sagte die Olympia-Zweite von Vancouver nach dem Heimrennen. ÖSV-Gruppentrainer Günter Obkircher ist überzeugt, dass es bald wieder anders aussieht. "So ein Ausfall ist menschlich, es ist eben kein Wunschkonzert. Sie wird es wegstecken."

Drei Torläufe stehen nach dem Bewerb am Sonntag in Slowenien nur noch im Weltcup-Programm, und Poutiainen hat nach ihrem ersten Erfolg in dieser Disziplin seit drei Jahren Lunte gerochen. "Klar peile ich den Slalom-Weltcup an, wir Drei sind ja nur 20 Punkte auseinander", erklärte die 30-Jährige. "Ich bin zwar eine der Ältesten auf der Tour. Aber solange ich das Feuer in mir habe und das Skifahren liebe, werde ich angreifen."

Die Skandinavierin hatte im ersten Durchgang ihre Routine ausgespielt. "Der Hang ist eher leicht, aber die Kurssetzung war schwierig." Daher studierte sie die neuen Übergänge besonders genau. "Ich habe sie wohl am besten bewältigt, habe gut attackiert - mir ist ein toller Lauf gelungen." So schien es auch im Finale zu laufen, doch ließ sie auf den letzten 15 Fahrsekunden noch 52/100 liegen. Sieg ist aber Sieg.

Über den durfte sich eben auch Riesch freuen. Sechsmal war sie im WM-Winter Zweite gewesen, viermal im Slalom. "Dann einmal oben stehen, ist schon etwas Besonderes", meinte die 26-Jährige. "Ich habe gewusst, dass ich bei zwei fehlerfreien Läufen gewinnen kann. Ich hatte im ersten Lauf einen Fehler, aber es ist sich noch ausgegangen." Im Gesamt-Weltcup kommt die Bayerin gegenüber dem erneut ausgeschiedenem US-Ass Lindsey Vonn mit einem Bonus von 196 Punkten nach Marburg.

Noch nicht aus dem Rennen um den Disziplinen-Weltcup scheinen auch die diesmal siebentplatzierte Aspen-Siegerin Maria Pietilä-Holmner mit 255 Punkten und Anastasia Noens. Die Französin hält als Fünfte im Ranking bei 219 Zählern. "Das ist das erste Podium meiner Karriere. Damit ist ein Traum für mich in Erfüllung gegangen", sagte die 22-Jährige, davor im Saisonverlauf dreimal auf Rang sechs.

Zufrieden durfte auch Kathrin Zettel mit sich sein. Rang vier nach Halbzeitplatz sechs bedeutete ihr bestes Saisonergebnis. "Das war eindeutig ein Schritt nach vorne, technisch solide", sagte Obkircher. Damen-Cheftrainer Herbert Mandl schloss sich an. "Sie ist am besten Weg auf's Podium." Der 49-jährige Coach hatte andererseits schon nach dem ersten Durchgang von einer Pleite gesprochen, als es bei vier Ausfällen und einer unerwartet miesen Ausgangsposition bereits schlecht ausgesehen hatte.

Schließlich bewahrte Zettel die ÖSV-Truppe vor einer Pleite, dem ersten Totalausfall seit mehr als 13 Jahren. Obkircher: "Natürlich haben wir uns mehr erwartet, wir waren gut vorbereitet. Vielleicht war auch die Erwartungshaltung zu hoch. Aber wir müssen cool bleiben, weiterarbeiten und positiv nach vorne schauen." Für die ausgeschiedenen Jüngeren im Team wiederum war es eine vergebene Chance, sich in der Startliste näher an die Top 30 heranzuarbeiten.

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