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Frühjahrsauftakt mit vorentscheidendem Charakter © APA (Archiv/dpa)

Mit dem Kracher Bayer Leverkusen gegen Borussia Dortmund startet am Freitag (20.30 Uhr/live Sky und ARD) die 48. deutsche

Mit dem Kracher Bayer Leverkusen gegen Borussia Dortmund startet am Freitag (20.30 Uhr/live Sky und ARD) die 48. deutsche Fußball-Bundesliga ihre Frühjahrssaison. Die Gäste gehen als überlegener Spitzenreiter mit je zehn Punkten Vorsprung auf FSV Mainz 05 (Christian Fuchs/Andreas Ivanschitz) und die Werkself auf die Jagd nach ihrem vierten Titel seit Gründung der Bundesliga 1963/64.

Unter Ottmar Hitzfeld haben die Dortmunder schon zweimal (1994/95, 1995/96) die Halbzeitführung auch ins Ziel gebracht. Zuletzt war dies der TSG 1899 Hoffenheim, die neben Andreas Ibertsberger mit David Alaba aus München heuer einen weiteren Österreicher im Kader hat, und den Leverkusenern nicht vergönnt. Sie sind 2008/09 vom VfL Wolfsburg bzw. 2009/10 vom FC Bayern noch abgefangen worden. Die beeindruckenden Leistungen des BVB im Herbst und der größte Vorsprung der Geschichte machen die Mannen von Jürgen Klopp zum größten Titelanwärter. Auch die Trainer der Konkurrenten sind dieser Ansicht.

In einer dpa-Umfrage sehen rund 70 Prozent von ihnen den BVB, der auf seinen insgesamt siebenten Meistertitel losgeht, als Bayern-Nachfolger. "Die Borussen sind einfach die Besten in dieser Saison. Sie haben die besten Spieler, die beste Mannschaft", sagte Mainz-Coach Thomas Tuchel über die Truppe aus dem Ruhrpott, die sich am Freitag für die in der ersten Runde erlittene 0:2-Heimniederlage an Bayer Leverkusen revanchieren will.

Während Bruno Labbadia, der Trainer des VfB Stuttgart und damit vom "Ösi" Martin Harnik (fehlt wegen Muskelproblem), glaubt, dass "entweder Dortmund oder Leverkusen" Meister wird, hat Felix Magath auch noch den Titelverteidiger auf seiner Rechnung. "Wie immer wird Bayern Meister", glaubt der Trainer von Vizemeister FC Schalke.

Die 18. Runde am Wochenende wird es weisen, in welche Richtung es geht. BVB-Trainer Jürgen Klopp sieht der zweiten Saisonhälfte locker entgegen: "Was jetzt gesagt oder an Vorhersagen getroffen wird, hat doch keine Relevanz." Dem Schlager gegen die Leverkusener, die wohl ohne Michael Ballack beginnen werden, misst er keinen vorentscheidenden Charakter bei. "Sollten wir verlieren, werden mir mit der Situation umgehen. Sollten wir nicht gewinnen, würden wir auch damit umgehen", sagte der 43-Jährige dem Fachmagazin "kicker". Sein Widerpart Jupp Heynckes meinte: "Die Gäste sind Favorit, aber es wird ein Spiel auf Augenhöhe."

Nach der Einschätzung von Klopp sei die Vorfreude auf die schwere Aufgabe in Leverkusen bei allen Beteiligten größer als der Respekt. "Es könnte nicht besser sein, als gleich in ein solches Spiel gehen zu dürfen. Das wird ein Riesenspaß", meinte Klopp, der derzeit auf seinen in Katar beim Asien-Cup weilenden Japaner Shinji Kagawa verzichten muss. Trotzdem erwarte er von seinem Team in Leverkusen ein besseres Auftreten als in der ersten Partie - vor allem vom Mittelfeld. Da habe Arturo Vidal "mehr Zweikämpfe gewonnen als unserer komplettes Mittelfeld zusammen", erinnerte Klopp.

Er geht davon aus, dass die Bayern deutlich mehr Zähler holen werden als im Herbst (29). "Sie haben es in ihrer Geschichte aber auch nur einmal geschafft, so viele Punkte zu holen wie wir in dieser ersten Saisonhälfte (Anm.d.R. 43)", kramte Klopp in den Statistikbüchern.

Der hinter dem BVB, Mainz (in Stuttgart), Bayer und Hannover (mit Emanuel Pogatetz in Frankfurt gegen Eintracht/Ümit Korkmaz) fünftplatzierte FC Bayern startet mit 14 Punkten Rückstand am Samstag in Wolfsburg. "Wenn wir dort gewinnen, können wir alles schaffen", sagte Bayerns Feldherr Louis van Gaal der Zeitschrift "Sport Bild" und hofft nach der schwachen Herbstsaison auf einen Traumstart ins neuen Jahr.

Zwar sei Dortmund "weit weg", aber Bayerns Ziel sei jetzt einmal Platz zwei, meinte der Niederländer und fügte optimistisch hinzu: "Allerdings glaube ich, dass wir die Meisterschaft noch schaffen können." Schließlich könne Dortmund in einer langen Saison auch Tiefpunkte bekommen. Die Hoffnung, dass die BVB-Jungstars dem großen Druck nicht gewachsen sein könnten, ist jedenfalls da. Ähnlich wie die Wolfsburger, die 2008/09 mit neun Punkten Rückstand zu Halbzeit am Ende noch Meister wurden, wollen die Bayern für Furore sorgen.

Das Comeback von Arjen Robben, der neue Tatendrang von Franck Ribery ("Jetzt kommt der richtige Ribery zurück"), der Torhunger von Mario Gomez und die Verpflichtung von Luiz Gustavo geben dem Jäger neuen Mut. Der Ex-Hoffenheimer wird in Wolfsburg wohl noch nicht in der Startelf stehen. Dazu LvG: "Er muss sich erst an unsere Philosophie anpassen." Möglich ist, dass der Trainer im Tor dem jungen Thomas Kraft den Vorzug gegenüber Jörg Butt gibt und damit zum Liga-Debüt verhilft. Er halte Kraft derzeit schlichtweg für besser.

Aus rot-weiß-roter Sicht hat die 18. Runde ebenfalls ihre Reize, kommt es doch neben Hannover - Frankfurt und Stuttgart - Mainz zu noch zwei weiteren Duellen von "Ösi"-Vereinen. Im Schwabenland wird ÖFB-Teamchef Didi Constantini sitzen, dessen Co Manfred Zsak die Partie Werder Bremen (Prödl/Arnautovic) gegen TSG Hoffenheim (Ibertsberger/Alaba) sehen. Der 1. FC Nürnberg (Okotie) empfängt Borussia Mönchengladbach (Stranzl). Der 1. FC Kaiserslautern (Hoffer/Walch) spielt daheim gegen den 1. FC Köln.

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