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Bester Österreicher wurde Benjamin Raich als Fünfter © APA (epa)

Österreichs aktuell einziger Skirennläufer, der in der alpinen Weltcup-Super-Kombination ganz vorne mitfahren kann, ist

Österreichs aktuell einziger Skirennläufer, der in der alpinen Weltcup-Super-Kombination ganz vorne mitfahren kann, ist Benjamin Raich. Das hat auch der Bewerb am Freitag vor 18.000 Zuschauern in Wengen gezeigt, in dem der Tiroler Fünfter wurde. Romed Baumann, der 13. wurde, vergab eine bessere Platzierung in der Abfahrt, in der er einen Sturz gerade noch vermied.

Dass der 31-jährige Sieger Ivica Kostelic nach dem Parallel-Event in München und dem Slalom in Adelboden nun auch in Wengen zuschlug, freute ihn ganz besonders, sehnte er sich doch nach einem Kombi-Podest auf dem Lauberhorn, im Slalom hatte er ja bereits auch als Sieger zweimal zugeschlagen. Seinen aktuellen Lauf führte er auf "das gute Training im Frühjahr und Herbst" und "die gute Pause über Weihnachten" zurück. "Die letzten zwei Wochen waren die erfolgreichsten meines Lebens. Ich fühle mich großartig", erzählte Kostelic.

Rot-weiß-rote Lichtblicke in der Schattendisziplin waren Gesamtrang fünf durch Raich, die gute Slalomperformance von Baumann (fünftschnellste Zeit) und die Leistungen von Björn Sieber (15.). "Das mit Romed in der Abfahrt war ein Wahnsinn, da bin ich wirklich auch erschrocken, aber er hat gottseidank noch gut reagiert, weil sonst ist er im Netz draußen", sagte Cheftrainer Mathias Berthold zum Fast-Sturz seines Schützlings. Über den 21-jährigen Sieber meinte er. "Mit ihm bin ich total happy heute. Das ist einer, der vielleicht auch in der Abfahrt ein bisserl ein Versprechen ist."

Der Vorarlberger Sieber, der im Weltcup bisher erst ein paar Riesentorläufe bestritten hat (beste Platzierung kürzlich Rang 21 in Alta Badia) verbuchte als 15. sein bestes Karriere-Ranking und freute sich darüber "einen ersten Schritt Richtung WM" gemacht zu haben. Mit Chamonix Ende Jänner steht noch eine Super-Kombi vor den Welttitelkämpfen auf dem Programm, Startplatzanwärter in Garmisch-Partenkirchen sind neben den als fix geltenden Raich vor allem Baumann und Sieber, aber auch Joachim Puchner (am Freitag 20.) und Philipp Schörghofer (im Slalom ausgeschieden). Die klassische Kombination in Kitzbühel werden Sieber wie Schörghofer auslassen.

"In naher Zukunft werden wir mit diesen Jungs am Start sein, in weiterer Folge kommen aus dem Europacup zwei bis drei Jungs, die gute Anlagen zum Kombinieren haben", sagte Berthold und nannte Gründe, weshalb es aktuell an Dichte fehlt. "Wir haben schlicht und einfach jetzt in der Abfahrtsmannschaft niemanden, der Slalom fahren kann. Also können schon, aber aufgrund der Verletzungsprobleme, die sie in der Vergangenheit gehabt haben, fahren sie keinen Slalom mehr. Und die Slalommannschaft besteht mehr oder weniger als Slalomspezialisten, das ist aber überall so."

Während Raich sich für eine Aufwertung der Kombi ausspricht und für mehr Rennen im Kalender plädiert, sagte Berthold zum Status quo. "Man kann nicht eine Disziplin gesondert trainieren, die nur drei Bewerbe im Jahr hat. Die Super-Kombi ist ein super Bewerb und sportlich gut von den Top-15. Der Rest ist für mich sportlich nicht besonders wertvoll." In Wengen waren 39 Athleten am Start, 30 kamen ins Klassement, 23 hatten unter fünf Sekunden Rückstand, der Rest hatte weit mehr verloren.

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