vergrößernverkleinern
Herbst war in Adelboden Dritter © APA (Keystone)

Nur Ivica Kostelic hatte vor einer Woche in Adelboden einen österreichischen Dreifachsieg im Slalom verhindert. Und mit

Nur Ivica Kostelic hatte vor einer Woche in Adelboden einen österreichischen Dreifachsieg im Slalom verhindert. Und mit Sicherheit ist es auch am Sonntag in Wengen wieder jener Kroate, den es auf dem Weg zum obersten Weltcup-Podestplatz zu schlagen gilt. Auf zu erwartenden ähnlich weichen Schneeverhältnissen gilt Kostelic als brandgefährlich.

Das exakt gleiche Team wie in Adelboden wird Rot-Weiß-Rot auf dem Lauberhorn vertreten, mit Ausnahme des bereits in Wengen kombinierenden Benjamin Raich trainierte die komplette Mannschaft am Freitag und Samstag in St. Anton am Arlberg. "Derzeit ist es in ganz Mitteleuropa gleich, wir hatten Verhältnisse, wie sie auch am Sonntag sein werden. Und wir hatten die volle Unterstützung der Bergbahnen, des Skiclubs und der Lifte", berichtete Trainer Christian Höflehner, der Samstagnachmittag per Auto nach Wengen reiste, ein Teil der Athleten flog per Helikopter.

Wieder fit und bei den Trainings mit dabei war Manfred Pranger, den Weltmeister schwächte nach Adelboden eine 24-Stunden-Darm-Grippe mit Erbrechen, so wie sie zuvor Raich in Zagreb gehabt hatte. Marcel Hirscher hat seine von Fieber begleitete Erkrankung ebenfalls überstanden. Der Blick auf das letztwöchige Rennen im Berner Oberland fällt Höflehner leicht, mit Hirscher, Reinfried Herbst und Mario Matt waren drei Athleten im Spitzenfeld von Platz zwei bis vier gelandet.

"Das war ein Impuls in die richtige Richtung, aber es ginge immer noch besser. Selbst wenn schon drei Athleten vorne dabei sind, sind noch sehr viele Reserven da. Ich bin sehr zuversichtlich, dass einmal mehr als drei vorne sein werden. Der Manni (Pranger/Anm.) hatte in Adelboden den zweiten Durchgang verbockt, und auch für Dreier, Hörl oder Bechter ist einiges mehr möglich", lautet die Einschätzung Höflehners.

Den sehr gut verlaufenden Slaloms in Val d'Isere (Hirscher vor Raich) und Adelboden stehen jene in Levi und Zagreb gegenüber, wo ein fünfter (Pranger) bzw. achter Platz (Herbst) jeweils die Topleistung waren. Höflehner dazu: "Levi und Zagreb waren wirklich nicht das, was wir uns vorstellen. Wenn man so eine Mannschaft hat, kann man mit einem fünften Platz nicht zufrieden sein. Was wir in Adelboden gezeigt haben, das ist schon eher unsere Liga. Und jetzt kommen auch die Hänge, die uns sehr gut liegen."

Innerhalb von zehn Tagen stehen die Torläufe in Wengen, Kitzbühel und Schladming auf dem Programm. Um die Stimmung bei den Österreich-Rennen braucht sich Höflehner keine Sorgen zu machen, die wird wie immer großartig sein. "Aber es ist angenehm, wenn man mit Selbstvertrauen anreist", weiß der Techniktrainer. Ein gutes Wengen-Abschneiden wird da natürlich sehr hilfreich sein, dazu kann ein wenig auch Trainer Rainer Gstrein, der den zweiten Lauf setzen wird, verhelfen.

Der letzte Slalom-Sieg von Österreich in Wengen liegt zwei Jahre zurück, als sich Pranger vor Herbst, Kostelic, Hirscher und Raich durchsetzte. Den zweiten Durchgang steckte damals Gstrein. Als bei der Auslosung der Kurssetzer für diese Saison Österreich für Wengen gezogen wurde, erklärte Gstrein Cheftrainer Mathias Berthold, dass er setzen wolle, weil Österreich dann immer gewinne. Berthold, erst im vergangenen Frühjahr vom deutschen zum österreichischen Skiverband gewechselt, willigte gutgläubig ein.

Am Freitag sah Berthold dann auf einer Ergebnis-Tafel in Wengen, dass 2010 mit Herbst der beste Österreicher Dritter geworden war - obwohl Gstrein gesetzt hatte. "Also hat er mich angeschmiert. Aber er hat die Chance dieses Mal so zu setzen, dass wir hoffentlich vorne sind", meinte Berthold und lachte. Den Vorjahresslalom gewann übrigens Kostelic vor dem Schweden Andre Myhrer, Herbst und Raich. Hirscher wurde Siebenter, Pranger Neunter.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel