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Der ÖSV will in Kitzbühel noch einen draufsetzen © APA (Keystone)

Österreichs Abfahrer haben den Wengen-Fluch besiegt und reisten mit dem Sieg durch Klaus Kröll im Gepäck nach Österreich

Österreichs Abfahrer haben den Wengen-Fluch besiegt und reisten mit dem Sieg durch Klaus Kröll im Gepäck nach Österreich zurück. Am Mittwoch steht in Kitzbühel das erste Abfahrtstraining auf dem Programm. Das rot-weiß-rote Herren-Ski-Team hat drei der bisherigen vier Weltcup-Rennen dieser Disziplin gewonnen, dementsprechen groß ist die Vorfreude der Speed-Piloten auf das Hahnenkammrennen.

"Die Jungs freuen sich jetzt brutal auf Kitzbühel. In Wengen ist das doch immer so eine Sache. Da gibt es mit dem Brüggli-S und dem Ziel-S Stellen, die man entweder erwischt, oder man erwischt sie nicht. In Kitzbühel ist ein bisserl mehr Platz, da kann man richtig gut attackieren. Und ich denke, das liegt unseren Jungs schon", sagte ÖSV-Herren-Rennsportleiter Mathias Berthold, der mit Romed Baumann auf Platz sechs, Mario Scheiber auf neun und Michael Walchhofer auf elf drei weitere Läufer in die Top-Zwölf brachte.

Berthold war sich vor dem Rennen "relativ unsicher gewesen, wer und ob überhaupt jemand von uns da die Chance hat zu gewinnen". Zum Glück wurde es dann kein Startnummern-Rennen. "Ich habe gehofft, dass wir mit ein, zwei Leuten unter die Fünf fahren können. Gottseidank hat Klaus so einen guten Lauf runtergebracht bis auf das Ziel-S. Im Brüggli-S ist er Bestzeit gefahren - super", freute sich der Cheftrainer. Bei Baumann, der Tags zuvor die Super-Kombi bestritten hatte, merkte man den Substanzverlust in der Zielkurve. "Da hat er brutal viel verloren, sicher eine halbe Sekunde. Platz fünf hat er nur um drei Hundertstel verpasst."

Baumann sagte über Kröll, dass dieser "ihn brutal getreten haben" muss (den Ski) und glaubte noch vor der Fahrt des Schweizers Didier Cuche, dass dieser zum Gewinnen eine fehlerfreie Fahrt brauchen werde. Cuche verschnitt es aber einmal die Skier, am Ende hatte er 0,14 Sekunden Rückstand und wurde vor Landsmann Carlo Janka Zweiter. "Klaus muss man immer auf der Rechnung haben. Aber jetzt kommt der Konter", versprach Cuche, der am Sieg wieder knapp vorbeigefahren und in der Lauberhorn-Abfahrt zum dritten Mal auf Rang zwei gelandet war.

Geht es nach den Österreichern, werden sie auf heimischen Boden den Konter nicht zulassen, hat doch Cuche schon im Vorjahr die Abfahrt in Kitzbühel für sich entschieden. Walchhofer, "angezipft" von seinem Abschneiden in Wengen, will seinerseits zum Gegenschlag ausholen. "Ich bin froh, dass gleich die nächste Abfahrt daherkommt." Es sei gut, dass ein Teamkollege gewonnen habe. "Wenn keiner auf das Podest gekommen wäre, wäre es in Hinblick auf Kitzbühel sehr viel schwieriger. Kröll als Schützenhilfe, das ist gut."

Auch Scheiber freut sich auf die Streif, die Strecke liegt ihm um einiges besser. "Ich werde auch wieder alles probieren, phasenweise war ich auch in Wengen schnell." Kröll gratulierte er "recht herzlich", dieser sei ein cooler Typ, da er sich nach dem Sturz in Bormio so schnell erholt habe. Und überhaupt sei das Ergebnis gut. "Wie ich immer sage, mir persönlich bringt es nichts, wenn der Klaus gewinnt, aber für die Stimmung und Euphorie auf Kitzbühel. Wir werden einfach wieder probieren, alles zu geben. Aber die anderen wollen sicher zurückschlagen."

An der richtigen Vorbereitung wird es nicht mangeln, denn Berthold ist darauf bedacht, dass die Rennläufer vor den Bewerben nicht mehr zu viele Termine wahrnehmen. "Wir haben ganz gute Leute, die uns abschirmen. In Kitzbühel war das mit den Terminen teilweise schon anstrengend. Der Rummel gehört dazu und ist auch schön, wenn man Erfolg hat. Aber man muss versuchen, so viel Zeit nebenbei für sich zu finden, dass man sich auf das Rennen normal wie auf jedes andere vorbereitet", sagte Kröll.

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