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Salzburger hatte "Spaß" in Wengen © APA (Keystone)

Normalerweise geben Sportler erst nach vollbrachter Tat dem Boden, auf dem sie Großes geleistet haben, ein Busserl. Marcel

Normalerweise geben Sportler erst nach vollbrachter Tat dem Boden, auf dem sie Großes geleistet haben, ein Busserl. Marcel Hirscher hat aber bereits während seiner finalen Slalom-Fahrt im Wengen-Weltcup die Piste namens Jungfrau geherzt. "Ich habe den Schnee geküsst und denke, alle hatten einen Spaß mit meinem Lauf", sagte der hinter dem Kroaten Ivica Kostelic zweitplatzierte Salzburger.

Aufgrund einer unfreiwilligen Fast-Sturz-Einlage zählte Hirscher sein Ergebnis auch zu den wertvollsten. "Der zweite Platz hat für mich jetzt mehr Wertigkeit, wie wenn alles perfekt aufgegangen wäre, ich mein Bestmögliches getan hätte und Zweiter werde und mir fehlt eine Sekunde auf Kostelic. Ich habe auch heute alles probiert, aber es war eine kleine Komplikation dabei. Und so weiß ich, dass noch ein bisserl was möglich ist", erklärte der 21-Jährige, der u.a. die Erkenntnis gewann: "Ich habe erst gedacht, scheußlich, jetzt ist es komplett vorbei, ein 15., 20. Platz. Es war eine Würgerei, aber der Kampfgeist ist oft eine der besten Eigenschaften, die man haben kann."

Der halbzeitführende Hirscher musste riskieren, denn Kostelic hatte ihn mit einem starken Durchgang unter Druck gesetzt. "Das habe ich natürlich mitbekommen. Es war mir auch im Vorhinein klar, dass er gewinnen will und nicht auf Punkte fährt. Ich habe alles richtig gemacht bis auf ein Tor, da habe ich es zu viel gehen lassen. Heute habe ich wieder rausgefunden, wo meine Grenzen sind, das ist auch schon mal was wert."

Er habe "brutal die Freude", dass er alles "überhaupt noch korrekt" geschafft habe. "Das ist cool." Dem vielleicht möglich gewesenen Sieg wurde deshalb nicht nachgetrauert. "Wenn man hinfällt, ist ja eigentlich schon alles vorbei."

Kommenden Sonntag bekommt Hirscher in Kitzbühel und am Dienstag darauf in Schladming die Chance, auch den heimischen Fans eine Show zu bieten. Die beste Platzierung des Annaberger in Österreich ist ein vierter Platz im Kitz-Slalom 2009, ein Podestrang ist ihm bisher noch verwehrt geblieben.

"Ich hoffe, dass ich es irgendwann mal umsetzen kann, bis jetzt ist es mir noch nie so gelungen. Das ist sicherlich das Schwierige, dass ich mir jetzt da keinen Druck machen darf. Ich möchte speziell in Österreich gut sein, da kann man sich einen Namen machen, da kann man vielen Leuten eine Freude machen - und sich selbst auch." Das sei eine zusätzlich schwierige Aufgabe und er "gespannt", ob er sie "meistern" könne.

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