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Ein echter Ski-Allrounder © APA (epa)

Es ist durchaus möglich, dass Romed Baumann im Februar bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen gleich

Es ist durchaus möglich, dass Romed Baumann im Februar bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen gleich in vier der fünf Disziplinen am Start stehen wird. Der 25-jährige Pillerseetaler hat in dieser Saison in Abfahrt, Super-G und Riesentorlauf bereits Topplätze erreicht, in der Super-Kombination gilt er als Fixstarter.

In drei der vier Weltcup-Abfahrten kam der Athlet des nur wenige Kilometer von Kitzbühel entfernten Skiclubs Hochfilzen in die Top-Ten, als Zweiter in Gröden sogar auf das Podest. Im Super-G lief es mit einem dritten und einem fünften Rang ähnlich gut. Im Riesentorlauf fehlte nach Platz vier in Beaver Creek zum Saisonbeginn zwar noch ein weiterer Spitzenrang, aus dem Rennen um einen WM-Startplatz ist Baumann aber auch in dieser Disziplin nicht. In der Super-Kombi führt kein Weg an ihm vorbei, ein verpatzter Speed-Teilbewerb verhinderte auf dem Lauberhorn ein besseres Ergebnis als Rang 13.

"Er ist einer, der in Abfahrt, Super-G und Riesenslalom immer in die Top-Ten fahren kann und das momentan auch macht", sagte Cheftrainer Mathias Berthold im Gespräch mit der APA -Austria Presse Agentur über Baumann, der "auch im Slalom mehr könnte, wenn er Zeit zum Trainieren hätte".

In der Wengen-Super-Kombi stellte der Gewinner von bisher eines Weltcup-Bewerbs (Kombination 2009 Sestriere) die fünftschnellste Slalomzeit auf, obwohl er seit Wochen gerade einen Tag Zeit zum Training hatte. "Ich bin aber im Sommer auf dem Gletscher in der Schweiz sehr viel Slalom gefahren, da baut sich eine Reserve auf. Bei mir kommt das dann relativ schnell wieder, ich brauche nicht lange, um mich auf die kurzen Ski einzustellen", erklärte Baumann.

Der Tiroler gehört der Weltcup-Trainingsgruppe Riesentorlauf/Kombination an, er sieht sich selbst als Allrounder, fühlte sich zuletzt in Wengen aber auch in der Abfahrtsmannschaft sehr wohl. "Das taugt mir schon, es gibt keine Eigenbrötler, keinen Neid, jeder vergönnt jedem alles. Ich zähle mich mittlerweile aber schon zu den Abfahrern dazu, weil ich um ein Podium mitfahren kann. Aber ich fahre trotzdem genau so gerne Riesentorlauf", will er auch künftig auf Vielseitigkeit setzen.

Rennen auf österreichischen Boden mag Baumann, zusätzlichen Druck verspürt er deshalb nicht. "Heimrennen sind eine geile Sache. Wenn da wie in Kitzbühel auf der schwersten Abfahrt 40.000 Leute und mehr im Ziel unten sind, das ist ein saucooles Gefühl. Das motiviert einfach", erzählte Baumann, der aber natürlich weiß, dass es auch im Hinblick auf die WM um viel geht. "Ich fahre so viel, ich muss von Rennen zu Rennen denken. Ich muss bei meinem dichten Programm schauen, dass ich nicht alles in einer Wurst durchfahre, dass es nicht eintönig wird."

Er müsse sich für jedes Mal aufs Neue motivieren, setze sich für jedes Wochenende neue Ziele. "Damit ich in jedes Rennen heiß reingehe, richtig scharf aufs Rennfahren bin." In Kitzbühel dürfte das allerdings kein Problem sein. "Die Hahnenkammrennen sind für mich das absolute Highlight", sagte Baumann, der Abfahrt, Super-G und den Slalom für die klassische Kombination bestreiten wird.

Dass er überall vorne mit dabei sein will, ist klar. Seine genauen Ziele verrät er allerdings nur ungern. "Die setze ich mir selbst. Ein Saisonziel war, in München am Start zu sein. Das heißt, dass ich bis Ende Dezember unter den Top 16 der WCSL (Weltcup-Startliste/Anm.) sein musste. Das ist mir gelungen. Und es stehen noch ein paar Sachen auf der Liste." Vor zwei Jahren bei der WM in Val d'Isere kam er nur in der Super-Kombination zum Zug (8.), bei Olympia 2010 zudem im Riesentorlauf (Fünfter; in Kombi ausgeschieden).

In Garmisch-Partenkirchen könnte - aufgrund seiner aktuellen Speed-Qualitäten - das Programm des Gewinners von zwei Abfahrtsmedaillen bei Junioren-Weltmeisterschaften (Gold 2004, Silber 2006) weitaus dichter sein.

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