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"In Kitz sind die wichtigesten Rennen neben WM" © APA (Hochmuth)

Österreichs neuer Herren-Cheftrainer Mathias Berthold war zu aktiven Zeiten ein Slalomspezialist, deshalb hält er sich mit

Österreichs neuer Herren-Cheftrainer Mathias Berthold war zu aktiven Zeiten ein Slalomspezialist, deshalb hält er sich mit Tipps an seine Abfahrer vor dem alpinen Ski-Spektakel auf der Streif auch zurück. Die Kitzbühel-Bewerbe bezeichnet er jedenfalls als wichtigste Rennen neben der WM. "Für mich ist Kitzbühel die geniale Generalprobe, um sich auf die WM einzustimmen", sagte der 45-Jährige.

Als Rennläufer war Berthold einmal auf der Streif, bei der Mausefalle sah er den Abfahrern zu. "Ich habe dann gewusst, das wird für mich nie ein Thema werden. Aber wenn man es drauf hat, ist es sicher brutal schön", meinte Berthold, der nebenan am Ganslernhang 1987 als Zweiter hinter dem Slowenen Bojan Krizaj das beste Weltcupergebnis seiner Karriere erreichte.

Die veränderte neue Streif kennt Berthold nicht, vor dem ersten Training am Mittwoch wird er mit dem Trainerteam die Streif runterrutschen und die Besichtigung vornehmen: "Wir studieren die Linien und dann wird der Schlachtplan gemacht für das Rennen." Die Athleten haben sich die Neurungen bereits angesehen (Training, frei fahren), und es sei auch das Wichtigste, dass "die Jungs die Strecke" kennenlernen. Mit Ratschlägen wird er sich zurückhalten. "Sie sind erfahren genug. Die acht, die am Start sein werden, kennen die Strecke, und sie werden vom Trainerteam super darauf vorbereitet."

Den Sieg von Klaus Kröll beim Klassiker in Wengen bezeichnet Berthold als "super", doch sei die ganze Saison bisher sehr gut verlaufen. "Klaus war der dritte Sieger im Speedbereich. Die Jungs sind im Training sehr eng beieinander. Das müsste jedem zeigen, dass er so was in der Richtung auch drauf hat." Er rechnet mit "supercoolen" Rennen, zumal vom Vorjahres-Doppelsieger und Wengen-Zweiten Didier Cuche auch schon die Kampfansage gekommen sei. "Wir sind nicht eine Mannschaft der großen Worte. Wir arbeiten und versuchen, auf der Piste die Antworten zu geben", meinte Berthold.

Auch bei all den Partys und Ablenkungsmöglichkeiten, die sich rund um die Hahnenkammrennen bieten, ist für Berthold immer noch der Sport das Entscheidende: "Ich denke, für die Fans, die zum Zuschauen kommen, für die Fans am Fernseher und für uns steht das Sportliche im Vordergrund." Für ihn selbst sei es ein Rennen wie "Wengen oder Lake Louise", für die Athleten sei es "business as usual". "Es geht in erster Linie um den Sport. Sie wollen immer gut Ski fahren, egal ob im Training oder im Rennen. Kitzbühel ist im Kalender vielleicht deshalb ein bisserl dicker markiert, weil viel mehr Arbeit auf einen zukommt als bei normalen Rennen."

In seiner Truppe sei sehr viel Motivation drinnen, und der eine oder andere, der es in Wengen nicht so auf den Punkt gebracht habe, werde sicherlich in Kitzbühel zeigen wollen, was er drauf habe. Zurück blickt Berthold nicht gerne, dass Österreichs Abfahrer vor einem Jahr durch die Krise gingen, damit beschäftigt er sich nicht. "Wichtig ist, dass es jetzt funktioniert. Die Burschen rackern wie verrückt."

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