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Der Steirer siegte zuletzt in Wengen © APA (Techt)

Als Sieger der Wengen-Abfahrt nach Kitzbühel zu kommen, ist nicht vielen vergönnt. Klaus Kröll darf dieses Gefühl auskosten -

Als Sieger der Wengen-Abfahrt nach Kitzbühel zu kommen, ist nicht vielen vergönnt. Klaus Kröll darf dieses Gefühl auskosten - und möchte es verlängern. "Als Abfahrer die Abfahrt in Kitzbühel zu gewinnen, ist was Gewaltiges. In der Rangliste steht nur Olympia drüber. Weltmeister oder Kitzbühelsieger, das ist eigentlich gleich zu werten", sagte der Steirer, der 2009 im Kitz-Super-G triumphierte.

An den Debüt-Erfolg von vor zwei Jahren denkt Kröll freilich gerne zurück, auch wenn er nicht in der Königsdisziplin passiert ist. "Ich fühle mich schon auch als Sieger von Kitzbühel, es war auch ein gewaltiges Erlebnis, weil es mein erster Sieg war, und ich denke gerne zurück. Aber jetzt möchte ich einfach unbedingt auch die Abfahrt gewinnen, das ist noch einmal viel mehr wert. In Kitzbühel geht es um die Abfahrt", weiß der 30-jährige Skirennläufer.

Den Triumph am vergangenen Samstag auf dem Lauberhorn hat Kröll "nicht unbedingt gefeiert, aber genossen", seine Fahrt in Wengen hat er sich noch nicht angesehen, lieber hat er am freien Montag mit Söhnchen Tim gespielt. Die Bestzeit vom Brüggli-S wird sich Klaus wohl daheim einrahmen, hatte Cheftrainer Mathias Berthold gemeint. Drauf angesprochen lachte der Athlet und sagte: "Ja, das hätte ich mir sowieso nie gedacht, das ist schon ein bisserl außergewöhnlich."

Nie zuvor bei so vielen Versuchen hatte das Brüggli-S richtig funktioniert, und dann entschied der Öblarner 2011 ausgerechnet dort das Rennen für sich und verblüffte sich selbst und die Konkurrenz. Auf der Streif gäbe es keine so markante Stelle, die ihm zu schaffen mache, merkte er an. "Nur oben mit dem U-Turn vor der Steilhangeinfahrt hatte ich ein bisserl Probleme, ich bin das aber auch schon halbwegs gut gefahren."

Das Training am Donnerstag war nicht mehr als ein erstes Abtasten für ihn: "Die Streif ist heuer noch ein bisserl schwieriger, ein Stück unruhiger. Bei dem Licht heute hast du auch die ganzen Schläge nicht gesehen, das Gefühl war unter der Fahrt sehr schlecht. Aber ich habe auch ein bisserl rausgenommen und noch genug Reserven."

Die aktuelle Lockerheit, die er schon die ganze Saison über verspüre, will sich Klaus Kröll bewahren, das sei leicht, meinte er, weil das Gesamtpaket einfach passe und die Saison bisher so erfolgreich verlaufen sei. "Ich weiß, was ich fahre. Ich muss nichts probieren. Ich habe mich eigentlich nur auf Freitag und Samstag zu konzentrieren."

Er habe auch in Zeiten, als es nicht so gut gelaufen war, nicht viel darauf gegeben, was andere sagen oder denken. "Ich glaube, dass ich ab und zu mehr hätte rausholen können. Aber ich bin mir treugeblieben, ich habe gewusst, dass ich trotz allem fähig bin, Rennen zu gewinnen. Dass ich auch große Rennen gewinnen kann."

Deshalb hätte er natürlich nichts dagegen einzuwenden, würde nach dem Erfolg im Lauberhorn-Klassiker jener im Hahnenkamm-Klassiker folgen. "Schön wär's. Wenn es so leicht wäre..."

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