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Vonn kann in Cortina 300 Punkte holen © APA (Archiv/Jäger)

Die drei Speed-Rennen diese Woche in Cortina d'Ampezzo sollen für Lindsey Vonn die große Wende in Richtung vierter alpiner

Die drei Speed-Rennen diese Woche in Cortina d'Ampezzo sollen für Lindsey Vonn die große Wende in Richtung vierter alpiner Ski-Weltcup-Gesamtsieg in Folge bringen. Fast 200 Punkte Rückstand hat die Weltcup-Titelverteidigerin zu Saison-Halbzeit auf die führende deutsche Freundin Maria Riesch, doch ab jetzt dominieren die schnellen Bewerbe.

"Ich hoffe, dass ich schon hier so viele Rennen wie möglich gewinnen und Punkte auf Maria gut machen kann", lautete daher die Kampfansage der 26-jährigen US-Amerikanerin. Dass der Weg in der Abfahrt am Samstag (10.00 Uhr) nur über Vonn und Riesch führt, zeigten nicht nur die beiden Trainings unter der pittoresken Tofana. In den vergangenen 13 Abfahrten hieß die Siegerin entweder Vonn (9-mal) oder Riesch (4).

In Cortina war die Deutsche am Mittwoch klar Schnellste, dafür ließ Vonn auf deutlich besserer Piste am Donnerstag den von US-Landsfrau Julia Mancuso vor Elisabeth Görgl angeführten "Rest der Welt" um gleich 1,37 Sekunden und mehr hinter sich. "Ich musste lange warten, aber jetzt kommen die richtigen Rennen für mich", freute sich Vonn auf das Cortina-Triple.

Auch Riesch blieb im zweiten Training klar zurück. "Es war viel Wind oben, zudem gebe ich grundsätzlich nicht viel auf Trainingszeiten", meinte die groß gewachsene Garmischerin aber gelassen. Dass gerade zwei Technikrennen in Marburg abgesagt wurden und die speed-lastige Restsaison ihre Freundin zusätzlich favorisiert, macht Riesch nicht nervös. "Ich hatte bisher ganz wenige Aussetzer, war bei der Hälfte meiner bisherigen Rennen auf dem Podium. Das ist fast perfekt", strotzte die 26-Jährige vor Selbstvertrauen.

Dass sie zudem die derzeit komplettere Skifahrerin ist und auch im Slalom gewinnen kann, ist Riesch bewusst. "Das ist sicher meine bisher größte Chance, den Weltcup zu gewinnen", meinte die Doppel-Olympiasiegerin, warnte jedoch auch: "Ich war schon im Vorjahr stabiler und konstanter als Lindsey. Im Endeffekt gewinnt aber die, die am Ende die meisten Punkte hat. Wie man das anstellt, ist egal. Und in den vergangenen Jahren hat Lindsey das hauptsächlich mit Abfahrt und Super-G für sich entschieden, weil sie dort so dominant war."

Los geht das Speed-Duell der beiden aktuell besten Skifahrerin der Gegenwart in Cortina am Freitag (10.00) mit dem auf verkürzter Strecke gefahrenen Ersatz-Super-G von St. Moritz. Dort und beim Originalrennen am Sonntag (11.30) erhoffen sich auch die ÖSV-Damen mehr als von der Abfahrt, denn dort ist man seit bald zwei Jahren (Fischbacher im Februar 2009 in Bansko) sieglos.

"Mein Rückstand ist für das Gewinnen sicher zu groß", gab sich auch Anna Fenninger daher keinen Illusionen hin, obwohl sie zuletzt in Zauchensee als Dritte hinter Vonn und Anja Pärson geglänzt hatte. Die Verhältnisse in Cortina sind durchaus ähnlich. Das taugt im Super-G auch Nicole Hosp, die am Samstag voraussichtlich sogar ihr Abfahrts-Comeback geben wird. Im Super-G ist die Tirolerin sogar schon wieder für einen Sieg reif. "Mir taugt das hier in Cortina", gab sich die Bichlbacherin zuversichtlich.

Österreichs heißeste Speed-Aktie neben Fenninger, Hosp und Andrea Fischbacher ist und bleibt aber Görgl. Die Steirerin ist nicht nur in der Gesamtwertung "best of the rest", sondern fand sich auch im zweiten Training auf Platz drei wieder. "Ich will hier in so vielen Rennen wie möglich auf das Podest", lautet der Plan von Görgl. "Wenn Vonn zu schlagen ist, dann am ehesten im Super-G".

Im verkürzten Freitag-Super-G wird freilich aus dem Flachen gestartet. "Leider fehlt dadurch oben das steilste Stück, aus dem man Speed mitnehmen hätte können", bedauerte "Leichtgewicht" Fenninger. "Es wird nicht leicht, schnell zu sein. Man muss jedes Hundertstel rauskitzeln." Der Gewichtsnachteil der ÖSV-Damen sei unabänderbares Faktum. Fenninger: "Das ist so. Wir müssen andere Lösungen finden."

ÖSV-Damen-Chefcoach Herbert Mandl plagen ein wenig die Sorgen, nachdem sich Nicole Schmidhofer in Cortina verletzt hat und auch Margret Altacher Rückenprobleme hat. "Aber heuer ist Cortina technisch anspruchsvoller und ähnlich wie Zauchensee. Das sollte Görgl, Fischbacher, Hosp und Fenninger gut liegen", so der Coach. "Für unsere Jungen wird es hier aber eher schwierig werden."

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