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Valdano und Mourinho mit Meinungsverschiedenheiten © APA (Archiv/epa)

Jose Mourinho ist in seiner Ehre gekränkt. Der Trainer musste feststellen, dass er bei Real Madrid nicht schalten und walten

Jose Mourinho ist in seiner Ehre gekränkt. Der Trainer musste feststellen, dass er bei Real Madrid nicht schalten und walten kann, wie er möchte. Im Gegenteil: Der Portugiese hat das Gefühl, dass die Vereinsführung ihn hängen lässt. Schon seit Wochen herrschen knisternde Spannungen zwischen dem Trainer und Generaldirektor Jorge Valdano, der "rechten Hand" des Vereinspräsidenten Florentino Perez.

Nun brach ein offener Krach zwischen Coach und Manager aus. "Ich bin alt genug, mir braucht man keine verdeckten Botschaften über die Medien zukommen lassen. Ich bin ein Dinosaurier und ich strebe das nicht an", sagte Mourinho mit bitterböser Miene. Auch wenn "Mou" keinen Namen nannte, war der Vorwurf eindeutig gegen Valdano gerichtet. Der Argentinier hatte sich über die Forderung des Portugiesen nach der Verpflichtung eines Mittelstürmers lustig gemacht und sich darüber mokiert, dass Mourinho den Franzosen Karim Benzema im Spiel gegen Almeria (1:1) auf die Ersatzbank verbannt hatte.

"Wir hatten doch einen Neuner, aber der saß auf der Bank", witzelte Valdano nach dem enttäuschenden Remis gegen den Nachzügler. Für Mourinho hört da der Spaß auf. Das Real nahestehende Sportblatt "As" berichtete, der Trainer habe unter seinen Mitarbeitern verbreiten lassen, dass er den Club zum Ende der Saison verlassen wolle. Sein Vertrag läuft noch bis 2014. Auf einer Pressekonferenz wurde er gefragt, weshalb er so übelgelaunt sei. "Weil ich hier weg will", antwortete Mourinho. Er ließ offen, ob er den Verein oder nur die Pressekonferenz verlassen wollte.

Der mächtige Clubchef Perez hüllt sich weiter in Schweigen. Dies deutet darauf hin, dass die Vereinsführung auf Distanz zu dem Trainer geht, den sie zu Saisonbeginn als "Retter" und "Titelgaranten" verpflichtet hatte. Vonseiten der Spieler genießt Mourinho offenbar Rückendeckung. Torhüter Iker Casillas bekräftigte: "Er will bleiben und der Club will, dass er bleibt. Ich sage das und ich bin der Kapitän."

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