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Streif gilt als eine der schwierigsten Strecke © APA (Techt)

Es sollte das Skispektakel werden, das traditionell gleich nach Olympia und WM die meisten Rennläufer und Fans in den Bann

Es sollte das Skispektakel werden, das traditionell gleich nach Olympia und WM die meisten Rennläufer und Fans in den Bann zieht. Nach dem verhängnisvollen Trainingssturz des Salzburgers Hans Grugger ist die Euphorie für die Weltcup-Abfahrt der Herren am Samstag auf der Kitzbühler Streif aber gedämpft, halten sich die Speed-Asse mit dem Aussprechen von Erwartungen stark zurück.

Es ist die vorletzte Abfahrt vor den Weltmeisterschaften im Februar in Garmisch-Partenkirchen, kommende Woche folgt noch eine in Chamonix. Aus österreichischer Sicht haben Michael Walchhofer als Doppelsieger (Lake Louise, Bormio) und Klaus Kröll mit dem Erfolg zuletzt auf dem Lauberhorn ihr Ticket für die Welttitelkämpfe in dieser Disziplin fix, beide schieden am Freitag im Super-G aus und wollen sicher was gutmachen. Romed Baumann und Mario Scheiber haben in der laufenden Saison jeweils schon einen zweiten Platz zu Buche stehen, Georg Streitberger war einmal Fünfter.

Im Super-G am Freitag fuhren die Gedanken an den schrecklichen Unfall von Grugger und dessen Kampf ums Überleben in der Uniklinik Innsbruck in den Köpfen vieler Speed-Piloten mit. "In der Abfahrt ist es wichtig, zuerst zu überleben und dann ein gutes Resultat zu haben", sagte etwa der Kroate Ivica Kostelic voll Respekt. Er hat mit dem Kitz-Super-G sein erstes Speed-Rennen gewonnen, ihm ist auch in der Königsdisziplin auf der technisch so anspruchsvollen Streif einiges zuzutrauen.

"Auf der Streif ist es immer gefährlich", sagte der Schweizer Vorjahressieger Didier Cuche, der am Donnerstag die Trainingsbestzeit aufgestellt hatte. "In Kitzbühel muss man immer wieder von Null anfangen, zuerst muss man den Berg besiegen, dann erst im Ziel schauen, was die Zeit ist. Und dann kann man sich freuen oder ärgern. Aber zu viel ärgern darf man sich auch nicht, weil man gesund im Ziel ist."

Kitzbühel sei Kitzbühel und die Abfahrt sei Abfahrt, sagte der Norweger Aksel Lund Svindal, dem der Vorfall am Donnerstag auch sehr nahe gegangen war. "Gestern war für niemanden ein guter Tag. Niemand möchte solche Stürze in unserem Sport sehen. Gestern war hart. Aber heute war ein neuer Tag", meinte der Super-G-Dritte.

Walchhofer hoffte nach dem Ausfall im Super-G, dass es am Samstag bessergehen werde. "Ich habe mich nicht ganz getraut, ich hoffe, dass ich morgen den Schalter ein bisserl besser umlegen kann. Ich freue mich auf das Rennen, will die Streif schnell und gut bewältigen kann", sagte der Salzburger, der an einer Knieverletzung laboriert. "Ich werde die letzte Sicherheit auch nicht haben, ein Sieg wird schwierig, ist eigentlich unrealistisch. Aber bis zur WM bin ich sicher wieder topfit."

Romed Baumann schöpfte mit Rang fünf am Freitag Mut. "Die Chancen für die Abfahrt sind noch größer, mit dem Training war ich ja voll zufrieden. Das Gefühl ist da, ich bin motiviert", meinte der Tiroler. Kröll hoffte, dass er "in der Abfahrt richtig Gas geben und das alles ausblenden" kann. Scheiber wird das nur schwer gelingen, der Osttiroler wirkt in seiner tiefen Betroffenheit stark verunsichert. "Ich kann nicht ans Limit gehen", gestand der 27-Jährige.

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