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Constantini fordert mehr von Hoffer © APA (epa)

Die österreichischen Bundesligisten bekommen an der türkischen Riviera im Laufe dieser Woche Besuch vom obersten

Die österreichischen Bundesligisten bekommen an der türkischen Riviera im Laufe dieser Woche Besuch vom obersten Fußball-Trainer des Landes. Teamchef Dietmar Constantini reiste am Sonntag nach Belek und nimmt in den kommenden Tagen Kontakt mit den neun heimischen Clubs auf, die sich derzeit in der Türkei auf die Frühjahrssaison vorbereiten.

Zuvor sprach der Tiroler mit der APA - Austria Presse Agentur über sein Verhältnis zu den Vereinscoaches, das bevorstehende Länderspiel gegen Vizeweltmeister Niederlande, die Chancen in der EM-Qualifikation und die Probleme mit dem einen oder anderen Legionär.

APA: Ist die Kontaktaufnahme mit den Trainern im ruhigeren Umfeld in der Türkei unkomplizierter als mitten im Meisterschaftsbetrieb?

Constantini: "In Belek haben sie mehr Zeit. Aber ich rede auch während der Saison regelmäßig mit ihnen."

APA: Sind die Differenzen, die es in der Vergangenheit mit dem einen oder anderen Club-Trainer gab, mittlerweile ausgeräumt?

Constantini: "Ja. Meinungsverschiedenheiten gibt es immer. Es muss ja nicht jeder Trainer der gleichen Ansicht wie der Teamchef sein. Aber die Zusammenarbeit ist absolut top, mir werden in keinster Weise Steine in den Weg gelegt."

APA: Die Teamspieler, die Sie in der Türkei sehen, befinden sich mitten in der Vorbereitung, die auch beim Länderspiel in den Niederlanden am 9. Februar noch nicht offiziell zu Ende ist. Kommt dieses Match zu einem ungünstigen Zeitpunkt?

Constantini: "Es kann sein, dass der Zeitpunkt ein Nachteil ist. Auf der anderen Seite sind die Niederländer sowieso Nummer zwei der Welt und absolute Weltklasse. Außerdem ist es ein FIFA-Termin, den wollten wir unbedingt haben. Deswegen gibt es keine Ausreden. Und wir haben ja auch einige Legionäre, die schon im Meisterschaftsbetrieb sind."

APA: Was kann man von einer österreichischen Nationalmannschaft in einem Auswärtsspiel gegen den Vizeweltmeister erwarten?

Constantini: "Dass sie ohne Respekt reingeht und versucht, auch dort etwas zu holen. Wir müssen gegen bessere Mannschaften spielen, damit wir lernen. Wie immer das Match ausgeht, ich bin froh, dass wir es haben. Ich kann nicht sagen, wir brauchen viele Spiele, und dann nehmen wir einen Termin nicht wahr."

APA: Sind die Niederlande im Hinblick auf die anstehenden EM-Quali-Partien gegen Belgien und die Türkei der richtige Testgegner?

Constantini: "Das wird sich weisen. Es muss nicht sein, dass der Gegner in einem Freundschaftsspiel genau die gleiche Spielweise hat wie der nächste Quali-Gegner. Und in den letzten zwei Jahren haben wir oft ein Länderspiel verloren und dann in der Qualifikation trotzdem unsere Punkte gemacht."

APA: Wie viele Punkte benötigt das ÖFB-Team gegen Belgien und die Türkei, um seriöse Chancen auf die EM-Qualifikation zu haben?

Constantini: "Von einer Rechnerei halte ich überhaupt nichts. Das Unentschieden in Belgien macht auf jeden Fall Hoffnung, dass wir noch mehr erwischen können. Unser Ziel ist, dass wir uns qualifizieren. Wir werden es versuchen."

APA: In Belgien fehlte Kapitän Marc Janko verletzungsbedingt, gegen Griechenland saß er dann nur auf der Bank, was ihn zu vorsichtiger Kritik veranlasste. Wie schätzen Sie seine Aussagen ein?

Constantini: "Das ist okay, wir haben telefoniert. Das war keine Entscheidung gegen ihn, sondern für Maierhofer. Wenn jemand ein bisschen kritisiert, ist es in Ordnung, aber wenn sich jemand wie Garics zu weit aus dem Fenster lehnt, ist das nicht okay. Das ist einfach kein Stil. Doch das ist Vergangenheit."

APA: Ein weiter Legionär bereitet aus einem anderen Grund Kopfzerbrechen - wie geht es mit Erwin Hoffer im Team weiter, nachdem er bisher in Kaiserslautern wenig Einsätze bekommen hat?

Constantini: "In Italien hat er die Ausrede gehabt, dass er die Sprachkenntnisse nicht hat. Jetzt in Kaiserslautern hat er keinen Platz, weil der Trainer nur mit einem Stürmer spielt, und der schießt die Tore. Es ist eben die Frage, ob sich jemand durchsetzt oder nicht. Nur irgendwo hinzugehen und zu schauen, dass man irgendwann drankommt, das ist zu wenig."

APA: Die meisten anderen Legionäre spielen regelmäßig. Inwieweit hilft diese Situation der Nationalmannschaft?

Constantini: "Das ist sehr gut für uns. Sie können uns mit ihrer Erfahrung und Spielpraxis helfen."

APA: Merkt man in einem ÖFB-Teamcamp einen Unterschied zwischen Legionären und Kickern aus der heimischen Bundesliga?

Constantini: "Nein. Alle, egal wo sie spielen, sind sehr professionell. Es geht nicht darum, in welcher Liga man spielt, sondern was man kann und was man ist."

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