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Beiersdorfer will auf Jugend setzen © APA (Gindl)

Der Streit zwischen Cheftrainer Stevens und seinem Co-Trainer Achterberg hat das Traininigslager von Red Bull Salzburg in Belek

Der Streit zwischen Cheftrainer Stevens und seinem Co-Trainer Achterberg hat das Traininigslager von Red Bull Salzburg in Belek medial überschattet. Davon abgesehen ist Red-Bull-Fußball-Chef Beiersdorfer mit dem Trainingslager sehr zufrieden. Er will einen Verjüngungsprozess starten und ist überzeugt, dass Salzburg wieder den Meistertitel holt.

APA: Wie zufrieden waren Sie mit dem Trainingslager?

Beiersdorfer: "Das ganze Team hat sehr hart und mit großer Begeisterung gearbeitet. Vor allem ist die Stimmung innerhalb der Mannschaft sehr positiv. Spieler, die eine Art Außenseiterrolle innehatten, sind zwischenzeitlich voll integriert."

APA: Da gab es aber auch diesen Zwischenfall mit Huub Stevens und seinem Co Eddy Achterberg. Wie sehen Sie die Situation?

Beiersdorfer: "Darüber werden wir noch einmal reden. Dass Eddy heimgeschickt wurde, war die beste Lösung, damit sich die Situation wieder entspannte."

APA: Was war das Erfreulichste für Sie?

Beiersdorfer: "Mit Sicherheit, dass Eddie Gustafsson wieder zurück ist. Man merkt ganz einfach sein enormes Standing innerhalb der Mannschaft und dass er eine große Integrationsfigur für den Verein darstellt. Er ist prädestiniert, um später dem Verein erhalten zu bleiben. Deshalb auch die ungewöhnlich lange Vertragsverlängerung bis 2014."

APA: Auch bei seinem Konkurrenten um die Nummer 1, Gerhard Tremmel, läuft der Vertrag im Sommer aus. Wie geht es da weiter?

Beiersdorfer: "Wir sind bei Gerry nicht in einer Schuld, dass wir mit ihm verlängern müssen. Er ist ein Einser-Tormann, der bis zum Saisonende alles geben und hundert prozentig motiviert sein wird. Wer von den beiden dann spielt, entscheidet einzig der Trainer.

APA: Tremmel hat im Falle einer Nichtnominierung seinen Abschied im Sommer angekündigt.

Beiersdorfer: "Dann haben wir mit Alexander Walke einen sehr guten Torhüter, der bei Greuther Fürth eine gute Möglichkeit bekommt, um ein halbes Jahr Spielpraxis zu sammeln. Darüber hinaus haben wir auch noch den hochtalentierten Niclas Heimann, und mit der Verpflichtung von Hans Leitert wollen wir eine Tormannschule aufbauen, um daraus das eine oder andere Talent auszubilden."

APA: Gibt es noch die eine oder andere Verstärkung?

Beiersdorfer: "Wir werden nur dann etwas machen, wenn wir hundertprozentig davon überzeugt sind, dass es eine gute Lösung ist. Im Grunde genommen ist der Kader so groß und qualitativ gut, dass wir keinen Zwang haben. Auch Douglas wäre kein Muss gewesen. Aber er wurde perspektivisch verpflichtet."

APA: Wie sieht überhaupt die längerfristige Planung aus?

Beiersdorfer: "Es ist an der Zeit, die Mannschaft sukzessive zu verjüngen. Obwohl, ohne Routiniers wird es auch zukünftig nicht gehen. Red Bull steht für Entwicklung und Nachwuchsförderung. In die kommende Saison wollen wir im Gegensatz zu den letzten Jahren mit möglichst wenig Personalveränderung gehen."

APA: Was sind Ihre Erwartungen für die Frühjahrssaison?

Beiersdorfer: "Dass die Mannschaft das zeigt, was in ihr steckt, denn sie ist viel besser als das, was im Herbst zeitweise abgeliefert wurde. Und wir wollen die Fans wieder zurückholen. Da sind die Spieler gefragt."

APA: Inwieweit auch der Trainer, der bei den Fans viel Kredit verspielt hat?

Beiersdorfer: "Auch in Hamburg hatten wir mit Huub Stevens eine kritische Phase und waren am Ende dennoch erfolgreich. Er kommt oft anders rüber, als er wirklich ist. Er ist ein Liebhaber des Fußballs, der zu hundert Prozent seine Mannen verteidigt und für sie durchs Feuer geht. Er identifiziert sich voll mit Salzburg, wo er nach der Enttäuschung mit dem PSV Eindhoven eine Art zweite Heimat fand. Er hängt an der Situation und will auch schönen Fußball spielen lassen. Huub hat seine fixen Vorstellungen vom Fußball und diese Leute suchen wir auch, die ihren Weg gehen und sich nicht verbiegen lassen."

APA. Einen schweren Stand beim Salzburger Fußballpublikum hatte im Herbst auch Neuerwerbung Boghossian.

Beiersdorfer: "Ich kann nicht verstehen, dass er schon nach kurzer Zeit so in der Kritik stand. Er hat für die Newell`s Old Boys in 34 Spielen 18 Tore gemacht. Er traf gegen die großen Teams wie River Plate, Boca Juniors oder Velez Sarsfield. Wir haben ihn live des öfteren sehr gut spielen gesehen. Auch Lazio Rom wollte ihn. Ich bin von ihm überzeugt und er wird es bei uns schaffen."

APA: Und wie beurteilen Sie den zweiten Millioneneinkauf Alan?

Beiersdorfer: "Er hat Tempo, eine perfekte Ballan- und mitnahme und ist ruhig im Abschluss, was er auch mit seinen beiden Toren gegen Grasshoppers in Side bewiesen hat. Mittlerweile ist er gut integriert. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er sich voll durchsetzt."

APA: Wer wird Meister?

Beiersdorfer: "Die Ausgangssituation ist ähnlich wie im letzten Jahr. Wir haben uns gut verstärkt und Spieler geholt, die auch offensiv ihre Qualitäten haben. Red Bull wird am Ende wieder ganz oben stehen."

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