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Vorjahressieger Reinfried Herbst fährt auf Angriff © APA (Schlager)

Sieben Jahre sieglos in Kitzbühel, dafür seit vier Jahren in Schladming ungeschlagen. Österreichs Slalom-Asse sind

Sieben Jahre sieglos in Kitzbühel, dafür seit vier Jahren in Schladming ungeschlagen. Österreichs Slalom-Asse sind zuversichtlich, dass beim 15. Nightrace am Dienstagabend (17.45/20.45/live ORF 1) in der WM-Stadt 2013 endlich der zweite Weltcup-Saisonsieg gelingen kann. Zumindest 40.000 Zuschauer werden zwei Wochen vor Garmisch bei der "heimlichen Slalom-WM" wieder erwartet.

"Zu gut, um enttäuscht zu sein, zu wenig, um wirklich zufrieden zu sein!" Die Zwischenbilanz von Österreichs Salom-Coach Christian Höflehner galt sowohl für die bisherige Saison als auch für den jüngsten Slalom in Kitz. "Ein Olympiaergebnis", kommentierte Höflehner die Plätze vier, fünf, acht und zehn für Marcel Hirscher, Reinfried Herbst, Mario Matt und Manfred Pranger am Ganslern. Keine Frage, nun muss endlich wieder ein Sieg her und nirgendwo würde er so süß schmecken wie im Planai-WM-Stadion, wo Dienstagabend wieder einmal die größte Slalomshow der Welt abgeht.

9 der bisher 14 Nightrace-Auflagen haben Österreichs Slalom-Asse gewonnen, seit vier Jahren sind sie unter dem gleißenden Flutlicht auf dem steilen Planai-Zielhang überhaupt ungeschlagen. Sie verbindet also fast nur gute Erinnerungen an den Heimslalom.

Benjamin Raich hat hier schon vier Mal (1999, 2001, 2004 und 2007) gewonnen, Matt (2000, 2008) und zuletzt Titelverteidiger Herbst (2009, 2010) zwei Mal. Weltmeister Pranger siegte 2005. "Schladming hat eine spezielle Energie, die von den Fans auf die Fahrer überspringt", weiß auch Rekordsieger Raich. Der Tiroler war zuletzt grippekrank, "es geht aber klar aufwärts", so Raich.

Ein Podestplatz ist im letzten Slalom vor der WM wie immer die Minimalanforderung an die ÖSV-Läufer. "Ich fahre immer auf Sieg. Das heißt aber nicht, dass nichts anderes mehr zählt", erklärte der in Kitz ausgeschiedene Raich. Während Herbst ("Die Freude auf das Spektakel ist sehr groß, ich werde voll auf Angriff fahren") nach einer bisher eher mäßigen Saison mit seinem dritten Schladming-Sieg in Folge eine perfekte WM-Generalprobe abliefern möchte, will Matt mit einem weiteren Top-Ergebnis sein erstaunliches "Comeback" mit dem fixen WM-Startplatz krönen.

"Der Kampf um eine bessere Startnummer war aber zuletzt doch im Kopf", erklärte der nach zweijähriger Krise zurückgekehrte zweifache Weltmeister, warum ihm momentan noch kein volles Risiko über den ganzen Lauf gelingt. "In Schadming möchte ich aber schon im ersten Lauf den Rückstand in Grenzen halten", sieht sich Matt dennoch wieder bereit für einen Podestplatz. "Hier ist auch mit höheren Nummern viel möglich."

Für den bisher einzigen Saisonsieg hat mit Marcel Hirscher (Val d'Isere) ausgerechnet der Jüngste im Senioren-Slalomteam des ÖSV gesorgt. Schladming lag dem 21-Jährigen bisher aber weniger. "Dabei fahre ich brutal gerne da, es ist für mich fast ein Heimrennen. Aber ich hab's noch nie ins Ziel gebracht", wundert sich Hirscher und erklärte. "Ich tu' mir beim Flutlicht schwerer, sehe die blauen Tore nicht, wenn es über das Gelände drüber geht".

Höflehner sieht seine Truppe kurz vor der WM "überreif" für den Durchbruch. "Ich habe das Gefühl, dass jeden Moment der Knoten platzen kann. Die Mannschaft hat sogar einen Fünffachsieg drauf", gab sich der Coach zuversichtlich, dass die "Revanche" für Kitzbühel auch eindrucksvoll gelingen kann. Er sah einen ganz speziellen Grund, der für seine Schützlinge sprach. "Wer in Schladming einmal Blut geleckt hat, fährt nicht mehr um fünfte Plätze."

ÖSV-Mannschaft für Schladming: Reinfried Herbst, Benjamin Raich, Marcel Hirscher, Manfred Pranger, Mario Matt, Wolfgang Hörl, Patrick Bechter, Christoph Dreier, Rainer Schönfelder

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