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Janko hat andere Ansicht wie Constantini © APA (epa)

Österreichs Fußball-Teamkapitän Marc Janko geht trotz seiner anhaltenden Torlaune in der niederländischen Ehrendivision nicht

Österreichs Fußball-Teamkapitän Marc Janko geht trotz seiner anhaltenden Torlaune in der niederländischen Ehrendivision nicht davon aus, im ersten Länderspiel des Jahres gegen seine neue Wahl-Heimat gesetzt zu sein. Der Star von Twente Enschede, der zuletzt in zwei Ligaspielen sechs Treffer erzielt hatte, war zuletzt von Teamchef Dietmar Constantini als Kapitän auf die Bank gesetzt worden.

Das ÖFB-Team trifft am 9. Februar im Test in Eindhoven auf die Niederlande. "Ich gehe nicht fix davon aus, dass ich in den nächsten Länderspielen spiele", erklärte Janko am Montag in einem Interview mit der APA - Austria Presse Agentur. "Der Teamchef und ich haben, was die Aufstellung betrifft, eine andere Sichtweise." Gegen Griechenland war Duisburg-Legionär Stefan Maierhofer Janko in der Startformation als Mittelstürmer vorgezogen worden.

Janko hatte sich mit öffentlicher Kritik bewusst zurückgehalten. "Für mich war das unangenehm. Daher habe ich lange überlegt, wie ich reagiere", erklärte der Niederösterreicher. "Aber meine Position erlaubt es nicht, dass ich schlechte Stimmung mache. Ich bin Kapitän der Nationalmannschaft." Und mit dieser stehen nach dem Test gegen die Niederlande in der EM-Qualifikation die Schlüsselspiele gegen Belgien und in der Türkei auf dem Programm.

Sein Verhältnis zu Constantini sei davon aber nicht beeinträchtigt. "Ich verstehe seine Argumentation, aber wir haben verschiedene Ansichten", betonte Janko. "Wenn ich einem Spieler durch die Kapitänsschleife Vertrauen übertrage, der bei seinem Club keine schlechten Leistungen zeigt, dann hat er auch den Anspruch, zu spielen", meinte der 27-Jährige. "Ich habe den Anspruch, zu spielen. Sonst wäre ich hier auch fehl am Platze."

Von der Diskussion um den Stammplatz im ÖFB-Sturm will sich Janko vorerst aber nicht vereinnahmen lassen. Zuvor stehen mit Twente am Mittwoch der Cup-Schlager gegen Tabellenführer PSV Eindhoven und noch zwei Ligaspiele auf dem Programm. "Erst dann beschäftige ich mich mit dem Team, sofern ich eingeladen werde", sagte Janko. Körperliche Probleme würden ihn derzeit aber keineswegs über eine Absage für das Niederlande-Länderspiel nachdenken lassen.

Janko war in der Vorbereitung von leichten Oberschenkelproblemen - die Folge einer bereits Anfang Dezember in der Champions League gegen Tottenham (3:3) erlittenen Verletzung - zurückgeworfen worden. "Ich habe daher fast fünf Wochen nicht ordentlich trainieren können", erinnerte der Goalgetter. Dennoch schoss er sich zuletzt mit vier Toren gegen Heracles Almelo (5:0) und einem Doppelpack gegen Groningen (2:1) in die Herzen der Twente-Fans.

Den hohen Erwartungen nicht gerecht zu werden, diese Sorgen hatte sich der mit fast sieben Millionen Euro teuerste Transfer der Clubgeschichte laut eigenen Angaben auch im Herbst nicht gemacht, als er sich beim niederländischen Meister bereits leiser Kritik gegenübergesehen hatte. "In den wenigsten Fällen funktioniert es sofort. Ich bin mit meinem ersten Halbjahr zufrieden", erklärte Janko. "So wie in den letzten zwei Spielen kann es weitergehen."

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