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Matt nach Skiwechsel wiedererstarkt © APA (Archiv/Parigger)

Sein bisher letzter Weltcupsieg ist bald drei Jahre her, in den 15 Weltcuprennen seit damals ist Mario Matt zehn Mal nicht ins

Sein bisher letzter Weltcupsieg ist bald drei Jahre her, in den 15 Weltcuprennen seit damals ist Mario Matt zehn Mal nicht ins Ziel gekommen. Kein Wunder, dass der "Adler vom Arlberg" vielfach schon abgeschrieben war. Nach einem Skiwechsel ist der Slalom-Weltmeister von 2001 und 2007 aber plötzlich wieder da. Und manche trauen dem 31-Jährigen bei der WM in Garmisch nun sogar das dritte Gold zu.

Das wäre einzigartig in der Ski-Geschichte. "Die Möglichkeit ist immer da, aber daran denke ich jetzt nicht", sagte der seit März 2009 (Aare) sieglose Gewinner von elf Weltcup-Saloms und einer Kombination vor dem Nachtslalom in Schladming. Die Gründe, warum der Name Matt in der jüngeren Vergangenheit eher von seinem ski-crossenden Bruder Andreas (der jüngere Bruder Michael ist auch schon im ÖSV-Kader) für Positiv-Schlagzeilen sorgte, sind auch für den Tiroler selbst nicht leicht zu nennen.

"Ich bin bei der Abstimmung sehr sensibel. Wenn bei mir die kleinste Kleinigkeit nicht passt, geht bei mir gleich gar nichts", erklärte Matt. Coach Christian Höflehner sieht das ähnlich. "Die Probleme aber auf die Ski zu reduzieren, wäre zu kurz gegriffen. Das ganze Paket Mario Matt hat nicht wirklich funktioniert", so der Steirer. Deshalb den eigenwilligen "Motorrad-Fahrstil" des Arlbergers zu ändern, wäre aber "Blödsinn" gewesen. "Denn wenn der funktioniert, ist Mario damit sauschnell."

Das zu beweisen, war Matt in den vergangenen zwei Saisonen kaum noch gelungen. Er fiel sogar aus den Top 30 der Weltrangliste, nachdem er vergangenen Winter lediglich einen 8. und einen 10. Platz zuwege gebracht hatte. Obwohl er dann im Sommer zu Slalom-Ass Reinfried Herbst ins Blizzard-Lager wechselte, lief es zunächst noch immer nicht.

Nach zwei Ausfällen im Weltcup startete er mit Nummern jenseits der 40, vergangenen Dezember fand er sich beim Europacup-Slalom in Obereggen sogar mit Startnummer 52 wieder - und fiel wieder aus. "Da habe ich dann schon gedacht, wie es das eigentlich gibt", bekannte Matt, dass dies ein Schock im richtigen Moment gewesen sei.

Seit Weihnachten und vor allem Platz vier in Adelboden läuft es aber wieder beim Pferdezüchter aus Flirsch, der mit seinem Lokal "Crazy Kanguruh" notgedrungen sogar sein eigener Kopf-Sponsor ist. "Ich weiß, dass mich viele schon abgeschrieben hatten. Aber das habe ich schon mehrmals erlebt. Ich habe nie wirklich an mir gezweifelt", erklärte Matt. "Jetzt fahre ich wieder schnell und flüssig!"

Ein bisschen fährt im Hinterkopf aber natürlich noch noch der Gedanke an Punktegewinn mit, der die bedingungslose Attacke hemmt. Dennoch schreckt ihn nach den Plätzen vier (Adelboden), fünf (Wengen) und acht (Kitzbühel) und dem Vorstoß auf Platz 18 in der Weltrangliste ein Out nun nicht mehr so sehr. "Wenn du ganz vorne sein willst, musst du einen Ausfall in Kauf nehmen."

Matt durfte sich daher schon vor Schladming als "WM-Fixstarter" fühlen. "Mario war immer schon das Rennpferd schlechthin, hat im Training hausgehalten und im Rennen zugeschlagen", erinnerte sich Höflehner, der mit einem Kritiker sogar Geld gewettet hatte, dass Matt wieder zurückkehren würde. "Adelboden hat Mario noch als Zufallstreffer gewertet. Aber jetzt hat er wieder jene Gelassenheit, die ihn seinerzeit auch zum Doppelweltmeister gemacht hat", ist Höflehner überzeugt.

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