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Kostelic ist momentan in einer Überform © APA (Parigger)

Man könnte fast meinen, mit Ivica Kostelic und Maria Riesch stehen die neuen Weltcup-Gesamtsieger schon Mitte der Saison fest.

Man könnte fast meinen, mit Ivica Kostelic und Maria Riesch stehen die neuen Weltcup-Gesamtsieger schon Mitte der Saison fest. Der Kroate hat sich dank seiner Jänner-Rekordserie (sechs Siege und 896 Punkte in zwölf Rennen bzw. 24 Tagen) bei den Herren so klar abgesetzt, dass ihm die Kugel kaum noch zu nehmen ist. Bei den Damen sehen fast alle Experten Riesch klar im Vorteil gegenüber Lindsey Vonn.

Kostelic setzte seine einzigartige Jänner-Show auch im Schladming-Slalom mit Platz fünf fort und liegt nach 23 Rennen 432 Punkte vor dem Schweizer Silvan Zurbriggen in Front. "Er hat Unglaubliches geleistet im Jänner", bekannte auch Benjamin Raich. Der gesundheitlich angeschlagene Tiroler hat längst eingesehen, dass bei über 600 Punkten Rückstand der Kampf um die Kugel für ihn wohl wieder einmal verloren ist.

"Ich gebe zwar nie auf, so lange rechnerisch etwas möglich ist. Aber es wird ganz schwer, das noch umzudrehen. Dazu bräuchte man einen Lauf, wie ihn Ivica bisher im Jänner hatte", gestand Raich. Er verzichtet wegen seiner Probleme diese Woche auf Chamonix, damit ist für den Pitztaler der Winter bis auf die WM wohl gelaufen.

ÖSV-Herrenchef Mathias Berthold gab sich dennoch wie stets sportlich. "Das mit Kostelic ist super. Jeder der gewinnt, hat es verdient, egal wer es ist." Kostelic kann nicht nur den ersten Gesamtsieg für die österreichische Skifirma Fischer, sondern auch für einen kroatischen Herren holen. "Die Euphorie daheim ist fast schon so wie zu den besten Zeiten von Janica", erzählte Verbandspräsident Vedran Pavlek.

Auch Österreichs Slalom-Cheftrainer Christian Höflehner sieht Kostelic als Weltcup-Favoriten. Der Steirer weiß auch, wie es dazu kam: "Er fährt im Training nie hundert Prozent, trainiert dafür aber enorme Umfänge." Höflehner fühlt sich da sogar an Ex-Schützling Thomas Muster erinnert. "An einem Trainingsprogramm wie dem von Ivica würden 99 von 100 zerbrechen. Dafür ist er derzeit in einer derartigen Überform, dass man ihm auch ein Snowboard anschnallen könnte und er würde vorne mitfahren."

Anders ist die Situation bei den Damen, wo nach 21 Rennen derzeit eher die belastete Freundschaft zwischen der vor den Sestriere-Rennen mit "nur" 145 Punkten Vorsprung führenden Riesch und Vonn die Schlagzeilen beherrscht. Speed-Queen Renate Götschl hatte unlängst die Deutsche bereits als Saisonfavoritin bezeichnet und Rieschs langähriger Cheftrainer Berthold ist sogar überzeugt: "Maria gewinnt den Weltcup, und zwar überlegen!"

Dass die Beziehung gelitten hat, ist für Berthold keine Überraschung. "Maria konnte aber mit der Situation immer schon wesentlich besser umgehen als Lindsey, oder speziell der Mann von Lindsey", erzählte Berthold aus der Sicht des Insiders. Dass Riesch zuletzt in Cortina Vonns Respekt eingemahnt hatte, deutet für Berthold klar auf Vorfälle hin, "die ihr ziemlich stinken."

Berthold hatte seinerzeit auch hautnah mitverfolgt, als Rieschs Skifirma Head 2009 ausgerechnet Hauptrivalin Vonn engagiert hatte. "Auf die Einkaufspolitik hast du aber wenig Einfluss, außer du bist ein Superstar und sagst, ich gehe, wenn die (andere/Anm.) kommt." Insgesamt sehe er das aber als gesunde Konkurrenz. "Und der Haussegen hing doch schon vor einem Jahr bei Olympia schief. Das ist aber okay, das ganze Schnucki-Pucki ist eh sinnlos", so Berthold."

Dass Vonn durch Rieschs Überform nun in der Abfahrt noch mehr ans Limit gehen muss, ist auch für Berthld unübersehbar. "Lindsey ist im Slalom und Riesentorlauf derzeit völlig weg vom Fenster. Wenn Maria jetzt auch in der Abfahrt stark ist, lässt das Lindsey natürlich nicht kalt." Berthold ist daher überzeugt: "Maria gewinnt den Weltcup. Sie ist einfach besser."

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