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Bei den Bayern wird wieder gestritten © APA (dpa)

Der FC Bayern München pflegt weiter seine eigenartige Streitkultur. Nach dem Führungspersonal gerieten nun auch die Spieler

Der FC Bayern München pflegt weiter seine eigenartige Streitkultur. Nach dem Führungspersonal gerieten nun auch die Spieler aneinander - und das trotz einer erfolgreichen Aufholjagd zum 3:1 bei Werder Bremen. Arjen Robben debattierte zunächst in der Pause heftig mit Bastian Schweinsteiger, später geriet er dann mit Thomas Müller aneinander, nach dem Abpfiff sogar handgreiflich.

Die meisten Zuschauer und die TV-Kameras hatten es kaum mitbekommen: Die anderen Bayern feierten verhalten den dritten Auswärtserfolg der Saison, als Robben und Müller ihren Disput nach dem Abpfiff fortsetzten. Der Niederländer ging auf den Deutschen los. Müller hielt sich mit aufgerissenem Mund den Hals - Anatoli Timoschtschuk musste schlichten. Harmonie sieht anders aus.

Auslöser waren offensichtlich Robbens eigensinnige Spielweise und ein schlecht geschossener Freistoß, den der deutsche Nationalspieler mit einer abwertenden Handbewegung kommentiert hatte. "Das Reden auf dem Platz ist immer gut, aber man sollte nicht mit den Händen reden", kritisierte Robben den gestikulierenden Müller. Er selbst hatte seinen Mitspieler allerdings mit einer unmissverständlichen Geste zum Schweigen aufgefordert, ehe der Disput nach Abpfiff weiter eskalierte.

Philipp Lahm versuchte später zu beschwichtigen. "Wir werden das ansprechen, aber intern drüber reden", sagte der Kapitän. Trainer Louis van Gaal spielte die unangenehmen Begleiterscheinungen herunter. "In Holland ist es üblich, dass wir miteinander streiten und sagen, was wir zu sagen haben. Das ist eine andere Kultur in Deutschland", erklärte der Niederländer.

Die Handgreiflichkeit Robbens meinte er damit wohl kaum, denn ihm ging es wie vielen im Stadion: "Ich habe das nicht gesehen." Grundsätzlich schätze er es aber, wenn die Spieler diskutierten.

Das meinungsfreudige Klima der Bayern bereichert die Bundesliga also weiter, nachdem zuletzt die verbalen Auseinandersetzungen Van Gaals im Mittelpunkt gestanden haben - mit Aufsichtsrats-Chef Uli Hoeneß, mit Sportdirektor Christian Nerlinger und am Tag vor dem Spiel mit den langjährigen Bayern-Profis Mehmet Scholl und Oliver Kahn. Deren Kritik bezeichnete der Coach als "Papageien-Geplapper".

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