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Die Clubs vertrauen auf Altbewährtes © APA (Pessenlehner)

Wie schon in den beiden vergangenen Jahren haben Österreichs Bundesligisten auch in der am Montag (24.00 Uhr) zu Ende gehenden

Wie schon in den beiden vergangenen Jahren haben Österreichs Bundesligisten auch in der am Montag (24.00 Uhr) zu Ende gehenden Winter-Transferzeit Zurückhaltung gezeigt. Gerade in der oberen Tabellenhälfte vertrauen die Clubs auf ihr Personal. Winterkönig Ried hatte weder Zu- noch Abgänge zu verzeichnen, auch Sturm Graz, die Wiener Austria, Rapid und Salzburg übten sich in Bescheidenheit.

Die offizielle Bestätigung des Transferhighlights stand am Montagnachmittag allerdings noch aus: Gemäß Schweizer Medienberichten soll Austrias Innenverteidiger und ÖFB-Teamspieler Aleksandar Dragovic nun doch sofort und nicht erst im Sommer zum FC Basel wechseln. Es geht um kolportierte 773.000 Euro, die der Tabellenfünfte im Sommer, wenn der 19-Jährige ablösefrei wäre, nicht mehr lukrieren könnte. Zwar ist das Schweizer Transferfenster bis zum 15. Februar geöffnet, bei einem späteren Wechsel wäre Dragovic allerdings nicht international spielberechtigt - und die Schweizer treffen am 17. Februar in der Europa League auf Spartak Moskau. Einzige Neuverpflichtung in Violett ist jedenfalls Fabian Koch (Wacker Innsbruck).

In Ried stand das Transferkarussell völlig still. "Die Qualität unserer Mannschaft passt, die Dichte ist gut, und Junge drängen nach", meinte Ried-Manager Stefan Reiter. Einen Personalwunsch hatte man freilich schon, der musste aber unerfüllt bleiben. "Schon im Herbst war uns klar, dass wir einen körperlich starken Stürmer, einen ,Brecher' brauchen", sagte Reiter. "Doch das war in jener Qualität, in der wir uns das vorgestellt haben, nicht machbar."

Auch Sturm Graz (2.) setzt auf Kontinuität, engagierte lediglich den offensiven Mittelfeldspieler mit zwei ÖFB-Teameinsätzen, Patrick Wolf, von Wiener Neustadt - ein Deal zwischen dem ehemaligen und dem neuen Verein von Mäzen Frank Stronach. Rapid (4.), das Hannes Eder nach Dänemark abgab (SönderjyskE), holte Boris Prokopic aus Innsbruck zurück und verpflichtete zudem U21-Teamkicker Michael Schimpelsberger (Twente Enschede) und Torwart-Talent Georg Blatnik (SV Grödig).

Salzburg (3.) holte den vereinslosen, ungarischen Außenverteidiger Laszlo Bodnar nach eineinhalb Jahren wieder zurück und will der Innenverteidigung mit dem Brasilianer Douglas da Silva (Hapoel Tel Aviv) mehr Stabilität verleihen. Im Sturm soll der Slowake Robert Vittek von Ankaragücü die Flaute beheben, der Vertrag sollte aber erst in den Abendstunden des Montags unterzeichnet werden. Mit Louis Ngwat-Mahop, Alexander Walke, Robin Nelisse und Thomas Augustinussen gaben die "Bullen" Spieler ab, die im Herbst gar nicht oder nur wenig zum Einsatz gekommen waren.

Dem Trend zur Konstanz folgten auch die Teams der unteren Tabellenhälfte, allen voran Wiener Neustadt (6.). Die Schöttel-Elf gab neben Wolf auch Diego Viana ab, holte nur Stürmer Edin Salkic aus Hartberg. Lediglich Schlusslicht LASK sah offenbar größeren Handlungsbedarf, reitet so wie Ried und Innsbruck nun auf der "spanischen Welle". Mit Aridane Tenesor holte man nicht nur einen Stürmer, sondern auch Mittelfeldspieler Juan Ramon Ruano Santana und verstärkte die löchrigste Defensive der Liga (47 Gegentore) mit Ruben Lopez (alle Spanien) sowie dem tschechischen Routinier Petr Lukas. Zudem hatte man noch zwei Offensivkräfte von Sturm Graz, Dominic Hassler und Haris Bukva, im Visier. Für Trainer Georg Zellhofer keine ungewohnte Situation: 2009 konnte er in Altach mit sieben neuen Spielern den Abstieg allerdings nicht mehr verhindern.

Der größte Konkurrent im Abstiegskampf, Mattersburg (9.), beschränkte sich auf die Verpflichtungen des 26-jährigen Kroaten Ivan Parlov, der das defensive Mittelfeld beackern soll, und von Stürmer Thorsten Röcher (19 Jahre, SV Gloggnitz). Kapfenberg (8.) angelte sich für eineinhalb Jahre Robert Gucher auf Leihbasis von Frosinone und bis Sommer den polnischen Innenverteidiger Tomasz Welnicki von Nürnbergs Amateuren. Aufsteiger Wacker Innsbruck (7.) muss die Abgänge von Prokopic und Koch wettmachen, holte mit Mittelfeldmann Carlos Merino einen zweiten Spanier nach Inaki Bea, verstärkte sich zudem mit Christopher Wernitznig (Villacher SV) und Thomas Bergmann (Rapid Amateure).

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