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LASK-Trainer kämpft um Klassenerhalt © APA

Im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga sieht LASK-Trainer Georg Zellhofer seinen Verein trotz der vielen Einkäufe in der

Im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga sieht LASK-Trainer Georg Zellhofer seinen Verein trotz der vielen Einkäufe in der Wintertransferzeit im Vergleich zum SV Mattersburg im Nachteil - und das nicht nur aufgrund des Rückstandes von zwei Punkten auf die Burgenländer. Kopfzerbechen bereitet dem Oberösterreicher vor allem die schlechte Stimmung rund um den Club und die Verletzungssorgen.

Mit Emin Sulimani, Florian Metz (jeweils Schambeinentzündung) und Lukas Kragl (Gesäßmuskelverletzung) fallen beim Schlusslicht drei Stammspieler möglicherweise für das komplette Frühjahr aus. Außerdem stellt sich für Zellhofer die Frage, ob die Zugänge Petr Lukas, Juan Ramon Ruano Santana, Ruben Lopez, Aridane Tenesor, Haris Bukva und Cem Atan (Sulejman Krpic und Ken Noel wurden als Perspektivspieler geholt) zeitgerecht integriert werden können. "Wir sind in einer extrem schwierigen Situation, an der sich auch durch die vielen Zugänge nichts geändert hat", analysierte der Coach.

Zellhofer wollte sich nicht dazu äußern, ob alle neuen Kicker auf seinen Wunsch nach Linz gekommen sind. Allerdings gab er zu, dass er lieber Österreicher geholt hätte. "Atdhe Nuhiu, Thomas Prager, Niklas Hoheneder und Daniel Sikorski wären Kandidaten gewesen, aber sie wollten nicht zu uns. Wir möchten nicht den Legionärs-Weg gehen, doch im Winter war nichts anderes möglich", beteuerte der frühere Austria- und Rapid-Trainer.

Sollte auch mit den neuen Kräften der Klassenerhalt nicht geschafft werden, könnte dies für die Linzer verheerende Folgen haben, befürchtet Zellhofer. "Dann wäre alles sehr kompliziert, allein schon bei der Sponsorensuche." Um dies zu verhindern, wäre eine gefestigte Mannschaft mit einer klaren Hierarchie vonnöten - die gibt es beim LASK laut Zellhofer jedoch nicht. "Ich kann auch nicht einfach einen Leader bestimmen, weil ich den Charakter der Spieler nicht ändern kann."

Zuletzt verschwand der LASK nach der Saison 2000/01 in der Zweitklassigkeit und kehrte erst 2007 in die Bundesliga zurück. Ein ähnliches Horrorszenario will Zellhofer unbedingt verhindern. "Aber ich kann nur hart arbeiten und mein Bestes geben."

Zellhofer trug schon einmal einen Abstiegskampf gegen Mattersburg aus. Mit den Altachern lag der 50-Jährige zum Frühjahrsstart 2009 nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz hinter den Burgenländern, die Entscheidung zuungunsten der Vorarlberger fiel erst in der letzten Runde. "Aber in Altach war es anders. Damals habe ich Spieler holen können, die ich schon gekannt habe. Die Atmosphäre im Verein war toll, die Mannschaft hat unglaublich zusammengehalten."

Damit in Linz eine ähnliche Aufbruchsstimmung entsteht, müsste im ersten Match des Jahres am 12. Februar gegen Mattersburg ein Heimsieg her. "In Wahrheit ist für uns in diesem Match ein Unentschieden zu wenig. Und wenn wir verlieren, kann es schon zu spät sein", vermutete Zellhofer.

Dass für den LASK überhaupt noch die Chance auf den Bundesliga-Erhalt besteht, hätten sich die Mattersburger selbst zuzuschreiben. "Sie haben sich im Herbst besser und kompakter als wir präsentiert, aber Punkte dumm hergeschenkt. Wir können froh sein, dass sie nicht schon acht Punkte vor uns sind", erklärte Zellhofer.

Sein Widerpart Franz Lederer vertritt eine ähnliche Ansicht. "Wir haben in der Hinrunde in einigen Partien Punkte unnötig liegengelassen. Das darf im Frühjahr nicht passieren." Dem Tiefstapeln von Zellhofer misst der Burgenländer nicht viel Bedeutung bei. "In seiner Situation würde ich vielleicht Ähnliches sagen. Aber wir sind nicht blauäugig. Unser Vorteil sind die zwei Punkte Vorsprung."

Auf die Linzer Einkaufswut in der Winterpause reagierte Lederer gelassen. "Das ändert nichts an der Ausgangsposition, weil es absehbar war. Wir hätten auch zwölf Neue holen können, aber wer gibt uns die Gewähr, dass wir die Klasse halten können?", fragte sich der Coach, für den die Auftaktpartie in Linz keinen vorentscheidenden Charakter hat. "Danach gibt es noch immer genug Punkte zu vergeben."

Vielleicht aber wird die Abstiegsfrage gar nicht auf der Linzer Gugl oder im Mattersburger Pappelstadion, sondern am Grünen Tisch gelöst - nämlich dann, wenn Wiener Neustadt ohne Mäzen Frank Stronach keine Lizenz für die kommende Saison erhalten sollte. "Doch das ist bei uns kein Thema. Wir wollen nicht, dass wir Letzter werden, Neustadt die Lizenz nicht bekommt und es dann heißt: 'Die können nur so oben bleiben.' Wir wollen es aus eigener Kraft schaffen", betonte Lederer.

Zellhofer glaubt nicht an eine Lizenzverweigerung für die Wiener Neustädter. "Ich bin mir sicher, dass sie die Spielgenehmigung bekommen werden. Sie werden eben abspecken müssen, und in der nächsten Saison wird es dann schwierig für sie."

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