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Walchhofer wieder einmal ÖSV-Hoffnung © APA (epa)

Am Wochenende verwandelt sich die 938-Einwohner-Gemeinde Hinterstoder in eine brodelnde Ski-Weltcup-Metropole. Insgesamt bis zu

Am Wochenende verwandelt sich die 938-Einwohner-Gemeinde Hinterstoder in eine brodelnde Ski-Weltcup-Metropole. Insgesamt bis zu 30.000 Zuschauer werden zur WM-Generalprobe der Alpin-Herren am Samstag (Super-G) und Sonntag (Riesentorlauf) in Oberösterreich erwartet. Dabei sollen im österreichischen Team Entscheidungen in Sachen Aufstellung für die WM-Rennen fallen.

Dem äußerst selektiven Super-G auf der Hannes-Trinkl-Strecke auf der Höss kommt gleich besonders viel Bedeutung zu, schließlich steigt bereits am Mittwoch der WM-Super-G in Garmisch-Partenkirchen. Punkto Aufstellung lässt sich ÖSV-Herren-Cheftrainer Mathias Berthold nichts entlocken. Der Vorarlberger stellte jedoch klar: "Die Läufer können sich in den beiden Hinterstoder-Rennen mit richtig guten Leistungen WM-Plätze sichern. Ich hoffe, dass sie Gas geben und der Druck nicht hemmend wirkt."

Trotz Bertholds Schweigen, als für den WM-Super-G "gesetzt" dürfen Romed Baumann und Michael Walchhofer angesehen werden. Also geht es in Abwesenheit der verletzten Mario Scheiber und Georg Streitberger noch um zwei Tickets, und um diese werden Benjamin Raich, Klaus Kröll, Hannes Reichen und Stephan Görgl (Kreuzprobleme) rittern.

Österreichs durch die Verletzungen von Scheiber, Streitberger und Hans Grugger stark dezimierte Speed-Truppe hat sich in Flachau und auf der Reiteralm den Feinschliff geholt. Die freitägige Hangbefahrung in Hinterstoder, wo Hermann Maier 1996 sein Weltcup-Debüt gab, hat die Österreicher durch die Bank begeistert.

"Das wird der selektivste und bezüglich Gelände spannendste Super-G der Saison", meinte Walchhofer, der die schlimmen Stürze seiner Teamkollegen "so gut wie möglich ausblenden" möchte. Für den Routinier stellt der Super-G am Samstag auch das letzte Rennen auf österreichischem Boden dar, mit Saisonende tritt der 35-Jährige zurück.

Raich will sich am Aufstellungspoker nicht beteiligen, der Tiroler möchte lieber Leistungen sprechen lassen. "Ich bin hier, um Rennen zu fahren. Mein Ziel ist es, so gut zu fahren, dass man über meine Aufstellung nicht diskutieren muss", sagte Raich. Konkurrent Reichelt steht vor einem richtungsweisenden Wochenende, der Salzburger könnte in Super-G und Riesentorlauf noch in letzter Minute auf den WM-Zug aufspringen.

"Ich freue mich auf diese WM vor der WM. Ich will zur WM, deshalb ist dieses Wochenende sehr wichtig. Ich glaube, dass ich ganz gute Karten habe, wenn ich starke Rennen fahre. Meine Form ist aufsteigend", erklärte Reichelt, der sich durch den Qualifikations-Druck nicht aus der Ruhe bringen lässt.

Abfahrts-Fixstarter Kröll weiß, dass er für ein Super-G-Ticket eine Top-Leistung liefern muss. "Das ist die letzte Chance, ich werde Vollgas geben", versprach der Steirer. Görgl kämpft mit einem verrissenen Kreuz, möchte aber in Hinterstoder so wie Reichelt in beiden Bewerben noch seine WM-Chance nützen.

Die frühlingshaften Temperaturen lassen Pistenchef Hannes Trinkl nicht ins Schwitzen kommen. "Kein Problem für die Piste", versicherte der Abfahrts-Weltmeister 2001. Für die Skifirmen, die gerade die letzten Feinabstimmungen für die WM vorbereiten, stellen die Bedingungen allerdings eine spezielle Herausforderung dar.

Super-G-"Titelverteidiger" in Hinterstoder ist Bode Miller, der das Rennen 2006 gewann. Das Antreten des launigen US-Amerikaners war lange ungewiss, am Donnerstag erreichte Miller dann aber Hinterstoder und stellte sein Wohnmobil in der Nähe des Zielgeländes ab. Von dort wird Miller nach Garmisch-Partenkirchen weiterreisen. Allerdings mit Zwischenstopp in Innsbruck, wo er am Sonntag eine Super-Bowl-Party besuchen wird.

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