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Hofft auf Oranje-Sieg und Kavlak-Tor © APA (Archiv/Pfarrhofer)

Vor dem Fußball-Länderspiel am Mittwoch (20.30 Uhr/live ORF eins) zwischen den Niederlanden und Österreich schlagen zwei

Vor dem Fußball-Länderspiel am Mittwoch (20.30 Uhr/live ORF eins) zwischen den Niederlanden und Österreich schlagen zwei Herzen in der Brust von Jan Vennegoor of Hesslink. Der ehemalige "Oranje"-Teamspieler hofft zwar auf einen Sieg seiner Landsmänner in Eindhoven, wünscht sich aber auch ein persönliches Erfolgserlebnis für seinen Rapid-Clubkollegen Veli Kavlak.

"Ich würde mich freuen, wenn Holland gewinnt und Veli ein Tor schießt", erklärte der Mittelstürmer, der seine "Elftal" als haushohen Favoriten sieht. "Aber man muss auch aufpassen. Wenn man so ein Spiel nicht ernst nimmt, kann es schnell zu einer Überraschung kommen."

Dass man die ÖFB-Auswahl nicht unterschätzen sollte, bekam Venegoor of Hesselink schon am eigenen Leib zu spüren. Am 26. März 2008 lagen die Niederländer in einem Testspiel für die EURO 2008 im Wiener Happel-Stadion nach 35 Minuten 0:3 zurück. "Da haben wir zuerst gar nicht gewusst, was los ist. Wir waren zu unkonzentriert und jeder Fehler ist sofort bestraft worden", erinnerte sich der 32-Jährige.

Noch vor der Pause gelang der Anschlusstreffer, nach einer intensiven Halbzeitbesprechung folgte dann endgültig der Umschwung - auch dank Vennegoor of Hesselink. Der Stürmer wurde in der 80. Minute eingewechselt und erzielte drei Minuten später den Treffer zum 3:3, dem Klaas Jan Huntelaar in der 86. Minute das Siegestor folgen ließ.

"Dieses Spiel war für die Mannschaft und für mich wichtig. Alle Spieler sind danach auf den Boden zurückgeholt worden. Wir haben gesehen, dass wir doch nicht so super sind und haben dann eine gute EM gespielt. Und mir hat das Tor sehr geholfen, in den EM-Kader zu kommen", erzählte Vennegoor of Hesselink.

Bei der EURO 2008 reichte es für den Angreifer zu einem Einsatz im Gruppenspiel gegen Rumänien, mit seiner Einwechslung bei der 1:2-Heimniederlage in einem Testmatch gegen Australien im September 2008 endete die Teamkarriere nach 19 Länderspielen und 3 Toren - das letzte davon erzielte er gegen Österreich. "Ich habe mich bald nach dem Australien-Spiel verletzt, dann sind auch gute junge Stürmer nachgekommen. Mein Abschied war ein natürlicher Prozess, ich bin froh, dass ich überhaupt für die Nationalmannschaft spielen durfte", betonte der Rapidler.

22 Monate nach seinem letzten Auftritt im "Oranje"-Trikot schafften es die Niederländer bis ins WM-Finale, allerdings mit einer Spielweise, die nicht allen Fans behagte. "Es ist ein Traum, wenn man so wie Barcelona schön und erfolgreich spielen kann, aber im Normalfall funktioniert das nicht. Im Fußball geht es um den Erfolg, und der ist mit dem System von Bert van Marwijk da", rechtfertigte Vennegoor of Hesselink die zuletzt ergebnisorientierte Spielweise der eigentlich traditionell offensivfreudigen "Elftal".

Gegen einen zumindest laut Papierform leichten Kontrahenten wie Österreich ist allerdings ein niederländisches Angriffsfurioso zu erwarten, selbst wenn nicht alle Stars wie Wesley Sneijder, Robin van Persie oder Rafael van der Vaart zum Einsatz kommen sollten. "Van Marwijk wird wahrscheinlich etwas ausprobieren. Doch die neuen Spieler werden alles geben, damit sie weiter zur Nationalmannschaft gehören", sagte Vennegoor of Hesselink.

Auch Salzburgs niederländischer Trainer Huub Stevens erwartet einen experimentierfreudigen Van Marwijk. "Er wird in diesem Match einiges testen", ist er überzeugt. Österreichs Chance in Eindhoven liegt laut Stevens vor allem in der Geringschätzung seitens des Gegners. "Die Holländer werden das Spiel nicht hundertprozentig ernst nehmen", vermutete der 57-Jährige.

Stevens echauffierte sich über den Termin der Partie. "Es ist sicher kein guter Zeitpunkt, vor allem für uns Vereinstrainer. Und die Spieler der österreichischen Liga sind noch nicht im Rhythmus. Da stellt sich die Frage, ob man ihnen etwas Gutes tut."

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