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Freundschaft auf harte Probe gestellt © APA (Techt/Archiv)

Die Frage, ob für einen Individualsportler der Heimvorteil ein Segen ist oder ein Fluch sein kann, wird ab Dienstag bei der

Die Frage, ob für einen Individualsportler der Heimvorteil ein Segen ist oder ein Fluch sein kann, wird ab Dienstag bei der alpinen Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen beantwortet werden. Maria Riesch, ein Kind des WM-Ortes, hat Medaillenchancen in allen fünf Einzel-Rennen und dem Teambewerb. Ihre größte Herausforderin auf den Titel der Festspiel-Königin ist die US-Amerikanerin Lindsey Vonn.

Seit diesem Winter ist die Konkurrenzsituation zur Belastungsprobe geworden. Riesch hofft, dass sie Freundschaft und Beruf auch weiterhin werden trennen können, Vonn konnte ihre Enttäuschung über zweite Plätze oder Ausfälle immer weniger verbergen. Dem WM-Auftaktbewerb am Dienstag kommt besondere Bedeutung zu, Vonn ist als dreifache Saisonsiegern die Topfavoritin, schnappt ihr Riesch gleich dort den Titel weg, dürfte Feuer am Dach sein. Gelingt Riesch der Traumstart, kann es ihre WM werden, läuft sie hingegen bis zum letzten Bewerb, dem Slalom, der Medaille nach, wird der Druck enorm werden.

Auch an Österreichs Skidamen ist der leicht schiefe Haussegen bei Riesch/Vonn nicht vorbeigegangen. "Man hat mitverfolgen können, dass es nicht selbstverständlich ist, dass es immer so gut rennt. Die Situation ist heuer mal umgedreht, Maria hat die Nase vorne. Ich finde das mal sehr gut, weil man dann wirklich sieht, wer jetzt ein guter Verlierer ist und wer nicht. Und da hat man auch die Lindsey schon von anderen Seiten kennengelernt", hat Kathrin Zettel eine klare Meinung zur Causa Prima.

Michaela Kirchgasser ist im Zwiespalt, wen sie im Vorteil sehen soll. "Maria wird es daheim nicht leicht haben. Sie ist super drauf, und das weiß Lindsey auch. Aber Lindsey hat den Vorteil, dass die WM in Garmisch ist, weil Maria natürlich daheim gut fahren möchte. Ich glaube, die Maria hat der Lindsey einen ganz schönen Knacks gegeben in Cortina, von dem her ist für Maria schon was möglich", sagte die Salzburgerin.

Dazu, dass Riesch erstmals stärker ist als Vonn und diese damit scheinbar Probleme hat, meinte Kirchgasser: "Wenn ich eine Freundschaft habe, werde ich ihr das wohl vergönnen können." Aber es gebe auch die Möglichkeit, dass dem Duo die Show gestohlen wird, zum Beispiel von einer Schwedin. "Anja Pärson ist auf die WM wieder heiß", weiß die ÖSV-Läuferin.

Ein Großereignis könne immer eine Überraschung bieten, meinte auch Nicole Hosp. "Sie sind momentan die zwei besten Skifahrerinnen, da braucht man gar nicht diskutieren. Es gilt auf jeden Fall, sie zu schlagen. Aber ein Großereignis hat immer seine eigenen Gesetze und bringt oft einmal Überraschungssieger. Wir hoffen natürlich, dass wir da wieder mal groß zuschlagen können."

Das sieht auch Elisabeth Görgl so: "Es sind die, die zu schlagen sind, wenn man ganz vorne sein will. Das wäre lässig. Aber ich sehe es so, dass jedes Rennen für sich steht. Ich schaue, dass ich meine Sache gut mache. Wenn ich alles richtig mache, besteht die Möglichkeit, dass es gelingt."

Marlies Schild beschäftigt sich nicht mit dem Thema, sie konzentriert und freut sich auf ihre Rennen. "Es ist einfach schwierig, da etwas zu sagen. Beide sind in sehr guter Form, Maria fast noch besser, kommt mir vor. So war es jedenfalls in den letzten Rennen, aber das kann sich schnell wieder umdrehen", betonte die Salzburgerin.

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