vergrößernverkleinern
Borussia Dortmund mit 51 Punkten voran © APA (dpa/Archiv)

Die Entscheidung im Titelkampf der deutschen Fußball-Bundesliga scheint zugunsten von Tabellenführer Borussia Dortmund

Die Entscheidung im Titelkampf der deutschen Fußball-Bundesliga scheint zugunsten von Tabellenführer Borussia Dortmund gefallen. Nach dem 0:0 des BVB (51 Punkte) am Freitag im Derby gegen Schalke 04 zum Auftakt der 21. Runde patzten am Samstag die beiden Verfolger Bayer Leverkusen (39) und Bayern München (36). Der Abstiegskampf ist allerdings vollkommen offen.

Zwölf Zähler fehlen Leverkusen bereits auf Rang eins. Im Anschluss an das 0:1 in Nürnberg gab sich Jupp Heynckes als schlechter Verlierer und beklagte sich über den "rustikalen Fußball" des Gegners: "Ich bin enttäuscht über die Leistung des Schiedsrichters. Er hat uns nicht geschützt", sagte der Bayer-Coach. Dagegen redete Michael Ballack Klartext: "Wir brauchen nicht mehr nach oben zu schauen."

Verärgert waren auch die Bayern, nachdem sie in Köln einen 2:0-Vorsprung noch aus der Hand gegeben hatten. "Das ist fahrlässig. Die Dortmunder müssen sich langsam totlachen. Die spielen unentschieden und machen einen Punkt gut", betonte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach der 2:3-Niederlage. Wie schon gegen Wolfsburg (1:1), Leverkusen (1:1) und Mönchengladbach (3:3) verpasste der FC Bayern nach starkem Beginn und einer Führung den Sieg. "Ich bin natürlich sehr böse, enttäuscht und erstaunt", meinte Coach Louis van Gaal. "Wir machen uns die ganze Saison kaputt", fügte Thomas Müller hinzu.

Noch vor den Bayern liegen Hannover 96 (mit Emanuel Pogatetz in der Innenverteidigung) nach einem 1:0-Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg und der FSV Mainz 05 nach einem 1:1-Remis gegen Werder Bremen. Die Mainzer kassierten den Ausgleich erst in der letzten Aktion des Spiels.

"Der Punkt hat einen bitteren Beigeschmack. Wir sind in einem eigentlich sehr guten Heimspiel nicht belohnt worden", sagte Ex-ÖFB-Teamkapitän Andreas Ivanschitz, der gemeinsam mit Christian Fuchs wieder eine starke linke Seite bildete. "Das Gegentor ist extrem ärgerlich, es war wie ein Schock und macht das Unentschieden eigentlich zu einer gefühlten Niederlage", resümierte der 24-jährige Fuchs, der im Gegensatz zu seinem Landsmann durchspielte.

Die Bremer (mit Sebastian Prödl und Marko Arnautovic/ab der Pause) stecken trotz des Last-Minute-Treffers von Claudio Pizarro voll im Abstiegskampf. "Ich glaube, das war die Wende", sagte Pizarro. "Die Mannschaft hat sich reingehauen. Das war ein wichtiges Erfolgserlebnis", ergänzte Geschäftsführer Klaus Allofs zufrieden. Werder hat als 13. genauso 23 Punkte auf dem Konto wie Wolfsburg, beide Teams haben aber nur einen Zähler Vorsprung auf Köln (22) und Rang 16.

Kaiserslautern und St. Pauli haben ebenso viele Punkte wie die Kölner auf dem Konto. Bei der 2:3-Niederlage des FCK gegen 1899 Hoffenheim erzielte der Ex-Rapidler Erwin Hoffer nach seiner Einwechslung zur Pause seinen dritten Saisontreffer, der am Ende unbelohnt blieb. Nach vier Spielen in der Rückrunde sind die Pfälzer immer noch sieglos.

Die schlechtesten Karten hat derzeit Borussia Mönchengladbach (16) nach einer 2:3-Niederlage im direkten Kellerduell mit dem VfB Stuttgart (19). "Das ist ein Nackenschlag, den wir in dieser Form noch nicht hatten", bekannte Gladbach-Coach Michael Frontzeck. "Es ist doppelt bitter, wenn man schon 2:0 führt und dennoch verliert. Trotzdem müssen wir jetzt auf das nächste Spiel hinarbeiten", fügte Innenverteidiger Martin Stranzl hinzu. Am Samstag geht es auswärts gegen den direkten Abstiegskonkurrenten St. Pauli weiter.

Mit Jubelgesängen feierten hingegen die Stuttgarter ihren ersten Auswärtssieg der Saison. VfB-Manager Fredi Bobic atmete erleichtert auf: "Das kann in unserer Situation eine große Initialzündung sein." Und Martin Harnik, der ein Tor und Assist beigesteuert hatte, hofft nun auf weitere Erfolge. "Jetzt müssen wir weiterarbeiten und die Gegentore abstellen. Der Sieg war unglaublich befreiend für uns", sagte der sechsfache Meisterschafts-Torschütze, der allerdings nach einem Schlag an einer Wadenverletzung laboriert.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel