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ÖSV-Quartett: Walchhofer, Reichelt, Baumann, Raich © APA (Gindl)

Seit mittlerweile acht Jahren jagen Österreichs Ski-Herren bei Großereignissen vergeblich einer Goldmedaille in einem

Seit mittlerweile acht Jahren jagen Österreichs Ski-Herren bei Großereignissen vergeblich einer Goldmedaille in einem Speed-Rennen hinterher. Am Mittwoch bietet sich im Super-G der WM in Garmisch-Partenkirchen die nächste Gelegenheit, das ÖSV-Quartett Michael Walchhofer, Benjamin Raich, Romed Baumann und Hannes Reichelt strahlte vor dem Startschuss zum Saison-Höhepunkt viel Zuversicht aus.

Raich nimmt bereits zum siebenten Mal eine WM in Angriff. Der Tiroler hat sich am Sonntag im Riesentorlauf in Hinterstoder bei einem Griff in den Schnee den rechten Daumen verstaucht, sieht darin aber kein Handicap. "Das ist nur eine kleine Verletzung, das sollte kein großes Problem sein." Viel wichtiger ist für den 32-Jährigen, dass er am Samstag im Super-G von Hinterstoder mit Platz zwei aufgezeigt hat.

"Da habe ich bewiesen, dass die Form stimmt und ich ganz vorne mitfahren kann. Das war schon eine Genugtuung für mich." Dieses Selbstvertrauen soll Raich durch die WM führen, bei der bis zu fünf Starts (inklusive Teambewerb) warten könnten. "Ich denke, dass ich in allen Disziplinen gute Chancen habe", sagte Raich, der sich nach überstandener Grippe aus der Zeit rund um Kitzbühel und Schladming wieder voll fit fühlt.

Walchhofer geht in sein letztes Großereignis, der Salzburger scharrt vor seiner sechsten WM bereits in den Startlöchern. "Die Vorfreude ist echt riesengroß", meinte der 35-Jährige, der seine Gefühle ein wenig mit jenen vor seiner WM-Premiere 1999 in Vail verglich. Walchhofer ist überzeugt, dass er nicht nur in seiner Paradedisziplin Abfahrt, sondern auch im Super-G aufs Podest fahren kann. So wie 2005, als er in Bormio im WM-Super-G Silber erobert hatte.

Auf seine erste Medaille wartet Baumann. "Ich fahre die stärkste Saison meiner Karriere. Deshalb ist auch die Chance auf eine Medaille größer als je zuvor. Ich hoffe, ich kann sie nutzen. Die Topfavoriten sind aber andere", meinte der Tiroler, der trotz aller WM-Euphorie so normal wie möglich ins Rennen gehen möchte.

Ganz ähnlich sieht der Masterplan von Reichelt aus. Der Salzburger war am vergangenen Wochenende mit starken Leistungen in Hinterstoder (Sieg im Super-G, Vierter im Riesentorlauf) ins WM-Team gefahren. "Routine macht dich lockerer, vielleicht klappt's diesmal", erklärte der 30-Jährige. Nicht nur die Lockerheit und die extrem stark aufsteigende Formkurve sprechen für Reichelt. "Der Hang liegt mir." Vor einem Jahr hatte Reichelt in Garmisch-Partenkirchen trotz schweren Fehlers Rang vier im Super-G erreicht.

Mathias Berthold steht vor dem ersten Großereignis seiner Laufbahn als ÖSV-Cheftrainer der Herren. "Wir gehen mit einer coolen Truppe an den Start. Ich freue mich total aufs Rennen", sagte der Vorarlberger, der angesichts der harten Piste und des schwierigen Hanges meinte: "Das wird kein Kindergeburtstag. Zufallssieger wird es keinen geben, da sind die richtig guten Skifahrer gefragt."

Dazu zählen neben den Österreichern zweifellos auch die weiteren Super-G-Mitfavoriten Didier Cuche (Titelverteidiger), Carlo Janka, Bode Miller, Aksel Lund Svindal und Ivica Kostelic. Sollte es für die ÖSV-Herren nicht klappen, könnte man recht schnell eine Ausrede zur Hand nehmen. Schließlich fehlen mit Hans Grugger, Mario Scheiber und Georg Streitberger gleich drei potenzielle Medaillenkandidaten verletzungsbedingt.

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