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Das "Hoppsenter" vor dem Umbau © APA (Archivdpa)

44 Jahre nach dem 154-m-Sprung des Steirers Reinhold Bachler könnte Vikersund wieder ganz oben in den Skiflug-Rekordlisten

44 Jahre nach dem 154-m-Sprung des Steirers Reinhold Bachler könnte Vikersund wieder ganz oben in den Skiflug-Rekordlisten aufscheinen. Nach einem heuer beendeten Ausbau ist der norwegische Bakken die größte Flugschanze der Welt. Der K-Punkt liegt bei 195 Metern und übertrifft damit jenen von Planica um zehn Meter.

Die 2005 in Slowenien aufgestellte Bestmarke des Norwegers Björn Einar Romören von 239 Metern könnte bei der WM-Generalprobe von Freitag bis Sonntag bei idealen Bedingungen übertroffen werden. Auf der "alten" Schanze im 80 km nördlich von Oslo gelegenen Vikersund hatte der Österreicher Roland Müller (2004) gemeinsam mit dem Finnen Harri Olli (2009) mit 219 Metern den Rekord gehalten.

Im März 2010 begann mit der Sprengung des Turms der groß angelegte Umbau nach Plänen der Slowenen Sebastian und Janez Gorisek, die auch für die "Letalnica" in Planica verantwortlich zeichnen. 120.000 Kubikmeter Fels wurden gesprengt und danach mehr als 500.000 Kubikmeter Gestein und Erde entfernt, um die Schanze rund sechs Meter tiefer zu legen und neu zu dimensionieren.

Dass der Ausbau in diesem Ausmaß durch die Regeln gedeckt war, verdanken die Norweger auch einem Antrag des ÖSV. Weil die Veranstalter am Kulm im steirischen Salzkammergut um Hubert Neuper ebenfalls eine Vergrößerung ihrer Naturschanze planen, haben sie beim FIS-Kongress 2010 eine Ausdehnung der erlaubten Maximalhöhe zwischen Schanzentisch und Auslauf von 130 auf 135 Meter erreicht.

Vergangene Woche wurde die Schanze in Vikersund von der FIS homologiert, am Mittwoch erfolgte der erste Flug. Am Donnerstag testen norwegische Vorsprunger den Bakken und ab Freitag breiten die Asse ihre "Flügel" aus. In dem extrem steilen Anlauf beschleunigen die Springer in wenigen Sekunden auf mehr als 100 km/h und wenn sie die Riesenschanze (Hillsize 225 m) bezwungen haben, haben sie eine Strecke von insgesamt rund 570 Metern überwunden.

FIS-Renndirektor Walter Hofer ist mit dem neuen Werk zufrieden. "Die Hillsize beträgt nun 225 Meter, der Sicherheitsgewinn ist ein extrem langer Auslaufradius", erklärte der Salzburger gegenüber Servus-TV. Gregor Schlierenzauer blickt den ersten Flügen gespannt entgegen. "Man hat viele tolle Sachen gehört, ich habe mir schon einen neuen Anzug schneidern lassen", sagte der Ex-Weltmeister. Grundsätzlich hält der Weitenjäger Flüge bis 250 und später sogar bis 300 Meter für möglich, wenn Material und Anlagen entsprechend adaptiert werden.

Österreichs "Adler" reisen am Donnerstag in der Besetzung Thomas Morgenstern, Martin Koch, Gregor Schlierenzauer, Michael Hayböck und Stefan Thurnbichler nach Norwegen.

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