vergrößernverkleinern
Goldmedaille als Lohn für beherzte Fahrt © APA (GAP 2011 Erich Spiess)

Während die meisten Konkurrenten von einem der schwierigsten Rennen überhaupt sprachen, sah Super-G-Gold-Gewinner Christof

Während die meisten Konkurrenten von einem der schwierigsten Rennen überhaupt sprachen, sah Super-G-Gold-Gewinner Christof Innerhofer die Lage ein wenig anders. "Also mir hat es gefallen, da runter zu fahren", meinte der erste Weltmeister der alpinen Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen.

"Runter mit den Skispitzen und auf geht's. So eine Chance hat man nicht oft im Leben", lautete laut eigenen Angaben das Motto des Südtirolers für den WM-Auftakt. Angesichts seiner oft nur im Training starken Leistungen meinte Innerhofer: "Jetzt bin ich nicht mehr nur Trainingsweltmeister. Jetzt bin ich auch Super-G-Weltmeister."

Innerhofers Timing war perfekt, schließlich stand der 26-Jährige zum bis dato einzigen Mal vor mehr als zwei Jahren im Dezember 2008 nach der Bormio-Abfahrt auf dem obersten Weltcup-Treppchen. Und im Super-G hatte er es überhaupt erst einmal aufs Podest geschafft (Dritter Aare 2009).

Der Mut zum vollen Risiko war die wichtige Basis für die erste Goldene des WM-Vierten 2009 und Olympia-Sechsten 2010 (jeweils Super-G). Neue Schuhe und eine Standpauke seines Trainers Claudio Ravetto nach dem Hinterstoder-Super-G trugen aber ebenfalls entscheidend bei. "Er hat mir gesagt, dass ich so sicher kein Champion werde. Das gab mir zu denken. Und heute habe ich von oben bis unten angegriffen. Angriff ist die beste Verteidigung", sagte Innerhofer, der nur dank Zuspruch seiner Eltern nicht schon im Alter von 16 Jahren seine Karriere vorzeitig beendete.

Normalerweise schaut sich Innerhofer vor dem eigenen Start keine Fahrten von Kollegen an. Diesmal befolgte Innerhofer aber den eindringlichen Rat der Betreuer, da es sich um speziell schwierige Verhältnisse handelte. "Und dann hab ich ausgerechnet die Fahrt von Bode Miller gesehen. Der hat zwar einen Stock verloren, aber er war wild entschlossen unterwegs. Da habe ich mir gedacht: 'So will ich auch fahren'", berichtete der Absolvent der Sportoberschule Mals.

Dank Miller war Innerhofer vor der Schlüsselstelle Seilbahnstadel, wo der US-Amerikaner seinen Stock verlor, gewarnt. "Da bin ich dann die Frauenlinie gefahren, also etwas runder", meinte Innerhofer, der nun logischerweise auch in der Abfahrt ein Medaillenkandidat ist.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel