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Messi traf bei Argentiniens 2:1 gegen Portugal © APA (epa)

Südamerikas Fußball-Großmächte sind mit Sieg und Niederlage ins Länderspieljahr gestartet. Argentiniens Lionel Messi

Südamerikas Fußball-Großmächte sind mit Sieg und Niederlage ins Länderspieljahr gestartet. Argentiniens Lionel Messi avancierte beim 2:1-Erfolg der "Gauchos" gegen Portugal einmal mehr zum Mann des Tages, während Erzrivale Brasilien im Duell mit dem wiedererstarkten Frankreich enttäuschte. Teamchef Mano Menezes durfte sich nach dem 0:1 in Paris bereits mit Fragen zu seiner Zukunft beschäftigen.

Im Mittelpunkt zwischen Argentinien und Portugal stand das Duell der derzeit weltbesten Kicker. Das Giganten-Duell Messi gegen Cristiano Ronaldo bot in Genf "pures Spektakel" ("El Pais"). Vor dem Anpfiff gab es einen unterkühlten Händedruck, später ein gemeinsames Werbefoto der Stars, die versuchten, ihr prestigeträchtiges Aufeinandertreffen herunterzuspielen.

"Es gab keinen Wettstreit mit Messi. Ich habe gegen Argentinien gespielt, nicht nur gegen ihn", sagte Reals nach einer Stunde ausgetauschter Toptorjäger Ronaldo, dem immerhin das 1:1 (21.) gelang. "Es war kein Sieg Messis oder Ronaldos, es war ein Sieg Argentiniens. Um einen Wettstreit zwischen uns beiden ging es nicht", befand Weltfußballer Messi vom Erzrivalen FC Barcelona, der mit einem Last-Minute-Elfmetertor (90.) erneut zum Matchwinner für die Argentinier wurde. Das frühe 1:0 durch Ronaldos Clubkollegen Angel di Maria (14.) legte Messi darüber hinaus auf.

In Paris bejubelten 80.000 die Renaissance Frankreichs unter Laurent Blanc. Im ausverkauften Stade de France wurden die "Bleus" nach dem Prestigesieg gegen Brasilien mit Standing Ovations verabschiedet. Auch der sonst ruhige Coach Blanc war begeistert: "Das, was ich gesehen habe, hat mir sehr gefallen." Fünf Siege in Serie, das hatte Frankreich zuletzt 2007 geschafft. "Es wird besser und besser", jubelte das Sportblatt "L'Equipe" am Donnerstag.

Die Skandal-WM scheint in der Grande Nation vorerst verziehen - und das, obwohl in der Anfangself vom Mittwoch nicht weniger als sechs der "Trainings-Boykotteure" von Südafrika standen. Bester Mann auf dem Platz war aber Karim Benzema. Der bei Real Madrid wenig eingesetzte Stürmer rechtfertigte Blancs Vertrauen und erzielte in der 54. Minute auch das Siegestor. Die "Wiederauflage" des WM-Finals von 1998 (3:0 für Frankreich) wurde dabei möglicherweise von einem Aussetzer entschieden.

Die Gäste hatten in der ersten Hälfte lange Zeit deutlich mehr Spielanteile - bis zur 39. Minute. Da drehte Hernanes durch und attackierte Benzema mit einem Kung-Fu-ähnlichen Tritt zwischen Brust und Kopf. Die Szene erinnerte an das Foul des Niederländers Nigel de Jong gegen den Spanier Xabi Alonso im WM-Finale 2010. Brasilien ging nach dem Ausschluss unter, Benzema drehte auf.

Weltmeister Spanien begnügte sich im Bernabeu-Stadion indes mit einem matten 1:0 gegen Kolumbien. David Silva traf erst in der 86. Minute und sorgte für den ersten Sieg seit dem WM-Triumph in Südafrika. "Silva rettete ein Spiel, in dem Kolumbien den Sieg verdient gehabt hätte", befand "As". Weltmeistercoach Vicente del Bosque zeigte immerhin Selbstkritik: "Im Angriff waren wir schwach."

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