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Ivica Kostelic kehrt der WM den Rücken © APA (dpa)

Die Szenerie bei der alpinen Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen erinnert ein wenig an jene bei Fußball-Großereignissen. Viele

Die Szenerie bei der alpinen Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen erinnert ein wenig an jene bei Fußball-Großereignissen. Viele Topstars scheinen, sofern sie überhaupt fit sind, ausgebrannt zu sein. Die Liste der ausgelaugten, angeschlagenen und kranken Medaillenkandidaten ist lange. Darauf stehen u.a. Namen wie Ivica Kostelic, Carlo Janka, Lindsey Vonn oder Maria Riesch.

Sie alle sind Allrounder und dadurch auch Opfer des sehr dicht gedrängten Programms. Noch am Sonntag waren Damen und Herren in Zwiesel und Hinterstoder Weltcup gefahren. Der dicht gedrängte Zeitplan ließ kaum das Wäschewechseln zu, bereits am Dienstag und Mittwoch ging es in Bayern um WM-Medaillen.

"Das gibt es in keinem anderen Sport. Ich glaube nicht, dass das punkto Verletzungen und Qualität des Sports gut ist", meinte Kostelic, ehe er der WM bis auf weiteres einen Korb gab und am Mittwoch in die kroatische Heimat abreiste. Der 31-Jährige bewies damit eindrucksvoll, dass er zu seinen Aussagen steht. Schließlich betont Kostelic stets: "Der Gesamt-Weltcup ist mir wichtiger als die WM."

Einen Tag nach Kostelic verließ am Donnerstag auch Janka Garmisch-Partenkirchen. Der amtierende Gesamt-Weltcup-Sieger kämpft möglicherweise mit den Folgen eines Virusinfekts. Kostelic und Janka verzichten jeweils auf Abfahrt (Samstag) und Super-Kombination (Montag) und werden erst wieder im Riesentorlauf (18. Februar) ins WM-Programm einsteigen.

Bei anderen Läufern sieht die Gewichtung anders als bei Kostelic aus. Raich, Janka, Bode Miller und Co. legten deshalb im Vorfeld der WM Pausen ein. Der gewaltige und mehr oder weniger uneinholbare Vorsprung von Kostelic im Gesamt-Weltcup hatte den Allroundern die Entscheidung auch erleichtert. Miller machte etwa einen Abstecher nach San Diego und scheint nun wieder gut in Schuss zu sein.

Raich war von Zagreb bis Schladming von einer Grippe geschwächt gewesen. Der Tiroler hörte wie nun auch Janka auf die Zeichen seines Körpers, legte eine seiner wahrlich raren Rennpausen ein und ließ Chamonix aus. Nun fühlt sich Raich bei der WM sehr gut, eine Kürzung seines Programms wie bei Kostelic oder Janka war für den Pitztaler trotz der extremen Pistenbedingungen nie ein Thema. "Ich will die Super-Kombination fahren und etwas reißen. Nur weil einem etwas nicht passt oder man etwas riskieren muss, darf man nicht gleich zurückziehen."

Dass Kostelic Rückenschmerzen hat, fiel Raich schon vor dem Super-G beim Einfahren ein. "Wenn man sich diese Abfahrt hier anschaut, dann dürfte seine Entscheidung daher eine ganz gute sein." Raich kennt sich mit Rückenproblemen aus, schließlich schlägt er sich mit den Folgen eines Bandscheibenvorfalls in jungen Jahren herum.

Bei den Damen schlägt sich ausgerechnet die deutsche Lokalmatadorin Riesch bei ihrer lange herbeigesehnten Heim-WM mit Fieber herum. Und ihre große US-amerikanische Rivalin Lindsey Vonn ist nach einer bei einem Trainingssturz erlittenen Gehirnerschütterung beeinträchtigt.

Der Weltverband (FIS) ist sich der Kalender-Problematik bewusst. "Das ist ein Problem, das man in Betracht ziehen muss. Aber wir haben die klassischen Veranstaltungen im Jänner. Abfahrts-und Slalomfahrer würden weniger Rennen haben. Wir versuchen den Allroundern gerecht zu werden, aber du kannst niemals jeden zufriedenstellen", meinte Damen-Renndirektor Atle Skaardal.

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