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Mission Gold "schwierig, aber nicht aussichtslos" © APA (Schlager)

Auf Michael Walchhofer wartet am Samstag das letzte große Rennen seiner Mitte März zu Ende gehenden Karriere. Der 35-jährige

Auf Michael Walchhofer wartet am Samstag das letzte große Rennen seiner Mitte März zu Ende gehenden Karriere. Der 35-jährige Salzburger will es in der WM-Abfahrt ab 11.00 Uhr auf der Kandahar in Garmisch-Partenkirchen noch einmal wissen, wirklich zuversichtlich wirkte Walchhofer aber vor dem Höhepunkt der Titelkämpfe nicht. Als Topfavorit wird Super-G-Weltmeister Christof Innerhofer gehandelt.

Zum engsten Favoritenkreis zählen neben Walchhofer auch Didier Cuche, Bode Miller und Aksel Lund Svindal. Titelverteidiger John Kucera und Olympiasieger Didier Defago fehlen verletzt so wie die Österreicher Mario Scheiber, Georg Streitberger und Hans Grugger.

"Es wird ganz schwierig, Gold zu holen, aber die Mission ist nicht aussichtslos", sagte Walchhofer angesichts der unzähligen Schläge auf der Piste, durch die er seine herausragenden Gleiterqualitäten nicht wie gewünscht entfalten kann. Walchhofer sieht aber auch Ähnlichkeiten zu den Klassikern in Bormio und Kitzbühel - beide hat er gewonnen.

Dem Vater von drei Kindern geben die knallharten Bedingungen auf der WM-Abfahrt sichtlich zu denken. In Kombination mit den schweren Stürzen seiner ÖSV-Kollegen Hans Grugger und Mario Scheiber in den vergangenen Wochen ergibt sich für Walchhofer ein eher mulmiges Gefühl. "Da denkst du dir, dass du schon noch sicher durch die letzte Saison kommen solltest. Und da ist so eine Präparierung nicht sehr förderlich. Aber im Starthaus muss ich dann einfach über meinen Schatten springen."

Die richtigen Entscheidungen "auf einem schmalen Grat" seien gefragt. "Ich hoffe, es gelingt mir noch einmal." Die Frage nach der Wehmut war in den Tagen vor der Abfahrt jene, die Walchhofer am öftesten beantworten musste. "Nein, ich verspüre keine Wehmut. Es ist schon länger klar, dass das meine letzte Saison ist. Ich werde mich an viele schöne Momente erinnern. Hoffentlich auch an jene von der WM 2011", meinte "Walchi", der seine Fahrt zum WM-Gold 2003 in St. Moritz als "die perfekteste Fahrt" seiner Karriere bezeichnet. Seit dieser Fahrt hat kein Österreicher mehr Speed-Gold bei WM oder Olympia erobert.

Walchhofers Beziehung zum WM-Ort Garmisch-Partenkirchen hat sich im Laufe der Jahre zu einer Art Hassliebe entwickelt. Bevor die alte Kandahar für die WM umgebaut wurde, gab es für den Hotelier aus Zauchensee Pleiten und Triumphen, Stürze und Siege. "Ich habe hier alles erlebt, was zu einem Sportlerleben gehört. Ich musste oft wieder aufstehen und durfte dann jubeln", sagte der zweifache Sieger der Kandahar-Abfahrt (jeweils 2005).

Romed Baumann steht zum ersten Mal in seiner Karriere bei einem Großereignis am Abfahrtsstart. "Es ist eine coole Sache, bei einer WM zur österreichischen Abfahrtsmannschaft zu gehören. Ich habe in der Saisonvorbereitung viel ins Speed-Training investiert, endlich hat es sich auch ausgezahlt", sagte der Tiroler, der sich auch Außenseiterchancen ausrechnet: "Das sollte mir ganz gut liegen. Es wird auf jeden Fall brutal anstrengend." Mit dem Überwinden wird Baumann kein Problem haben. "Beim Rennen geht's um die Wurst, da schaltet sich das Hirn eh ein bisschen aus."

Ähnlich wie Walchhofer sieht auch Klaus Kröll Parallelen zu Bormio. "Eisig, dunkel, schlagig. Eigentlich sollte es mir liegen", sagte der Steirer, der keine Schlüsselstellen hervorheben möchte: "Denn es ist ein Kampf von oben bis unten." Für Kröll wäre eine Medaille der größte Erfolg seiner bisherigen Karriere. "Aber daran denke ich nicht, sonst verkrampft man." Der vierte und letzte ÖSV-Startplatz wird im Laufe des Freitags von der ÖSV-Trainerspitze an Hannes Reichelt oder Joachim Puchner vergeben.

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