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Walchhofer freute sich über Standing Ovations © APA (Schlager)

Seit Samstag ist es fix, Österreichs alpine Ski-Herren werden zumindest zehn Jahre ohne Speed-Gold bei Weltmeisterschaften oder

Seit Samstag ist es fix, Österreichs alpine Ski-Herren werden zumindest zehn Jahre ohne Speed-Gold bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Winterspielen bleiben. Nach der medaillenlosen WM-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen kann diese Serie frühestens 2013 beim Heim-Spektakel in Schladming beendet werden.

Da wird Michael Walchhofer, der bei der WM 2003 in St. Moritz für die letzte Speed-Goldene gesorgt hatte, nicht mehr dabei sein. Der 35-jährige Salzburger beendete am Samstag das letzte große Rennen seiner Karriere auf dem enttäuschenden siebenten Platz. "Wenn man 1,87 Sekunden Rückstand hat, dann braucht man sich nicht ärgern", meinte Walchhofer, der darin Trost fand, dass mit Bode Miller ein anderer Topfavorit "auch so ein Gerät ausgefasst hat".

Die Fahrt hatte Walchhofer als nicht perfekt, aber okay empfunden, umso überraschter war er daher im Ziel. "Warum ich soviel Zeit verloren habe, ist für mich auf die Schnelle nicht erklärbar. Ich hatte vor dem Start ein gutes Feeling, auch die Aggressivität war da." Am Material habe es nicht gelegen. Das letzte WM-Rennen hatte sich Walchhofer klarerweise ganz anders vorgestellt. "Ich hätte es natürlich schöner haben können, aber so extrem schmerzhaft ist es nicht."

Riesenfreude hatte Walchhofer mit dem Jubel der tausenden Fans, die den mit Saisonende abtretenden Champion mit Standing Ovations feierten. "Das war der Hammer, das ehrt einen schon sehr." Ein Antreten im Teambewerb ist für den Zauchenseer kein Thema, die nächsten Rennen auf der Abschiedstournee warten damit erst in Kvitfjell (11.-13.3.). In seiner Entscheidung abzutreten sieht sich Walchhofer immer mehr bestätigt. "Ich bin mittlerweile immer froher, dass ich heil herunten bin. Darum passt das schon, dass ich es lasse."

Romed Baumann hat so wie Silber-Gewinner Didier Cuche bewiesen, dass man auch mit hinteren Startnummern noch eine halbwegs realistische Medaillenchance hatte. "Ein coole Fahrt, leider war's ums Arschlecken zu wenig", ärgerte sich der Tiroler, dem 0,34 Sekunden auf Bronze fehlten. Baumann brauchte nicht lange nachdenken, wo er die Medaille verschenkte: "In der Einfahrt zum Tröglhang."

Auch im Super-G war Baumann als Sechster einer Medaille bereits recht nahe gekommen. "Ich rücke dem Podium immer näher. Aber ein vierter Platz tut natürlich noch weher als ein sechster, vor allem in der Abfahrt. Vielleicht klappt's ja in der Super-Kombination."

Von Herren-Cheftrainer Mathias Berthold gab es für Baumann ein Extralob. "Romed ist toll gefahren. Dass es nur zu Rang vier gereicht hat, ist undankbar." Walchhofer und Klaus Kröll hätten sich hingegen "brutal schwergetan", die Leistung von Hannes Reichelt bezeichnete er als "ganz ordentlich".

In den bisher sechs Weltcup-Abfahrten der Saison waren die Österreicher nur einmal (Kitzbühel) ohne Top-Drei-Rang geblieben. "Deshalb tut es natürlich besonders weh, wenn man bei der WM nicht auf dem Podium steht." Die goldlose Zeit der Speed-Herren juckt den Vorarlberger, der erst seit Sommer 2010 wieder beim ÖSV ist, nicht. "Das interessiert mich null und nix, das ist für mich völlig uninteressant."

Auch Berthold sah natürlich, dass die Startnummern ein sehr entscheidender Faktor im WM-Rennen waren. "Aber das nehmen wir sicher nicht als Ausrede. An der Startnummerndiskussion beteilige ich mich nicht." Einer weiteren Ausrede wollte sich weder Berthold noch ÖSV-Sportdirektor Hans Pum bedienen. Schließlich fehlten den Österreichern am Samstag die verletzten Mario Scheiber, Hans Grugger und Georg Streitberger. "Aber für den Scheibsi wäre das heute schon etwas gewesen", merkte Pum an.

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