vergrößernverkleinern
Kostelic schont den Körper für die Technikbewerbe © APA (epa)

Ivica Kostelic wäre eigentlich der logische Gold-Favorit der WM-Super-Kombination in Garmisch-Partenkirchen gewesen. Der im

Ivica Kostelic wäre eigentlich der logische Gold-Favorit der WM-Super-Kombination in Garmisch-Partenkirchen gewesen. Der im laufenden Winter in dieser Disziplin ungeschlagene Kroate gönnt jedoch seinem ausgepumpten Körper eine Pause und verzichtet auf ein Antreten. Österreichs Hoffnungen auf eine Medaille steigen damit, Anwärter Nummer eins ist am Montag einmal mehr Top-Allrounder Benjamin Raich.

"Mit zwei sehr guten Läufen habe ich sicher meine Chancen. Es wird eng und spannend", sagte Raich, der sich mit einem verstauchten rechten Daumen herumplagen muss. "Mit Kostelic ist natürlich der Topfavorit weg. Es sollte daher einfacher werden, eine Medaille zu gewinnen. Aber einfach wird es trotzdem nicht", meinte Raich.

Der Tiroler hat im Laufe seiner Karriere bereits 13 Medaillen (inklusive Teambewerben) bei Großereignissen gewonnen, u.a. WM-Gold 2005 in der Kombination. Auf die 14. wartet der 32-Jährige seit Riesentorlauf-Silber 2009 in Val d'Isere - für Raich-Verhältnisse eine relativ lange Zeit. "Dadurch wird einem noch bewusster, dass Erfolge nicht selbstverständlich sind. Wenn man dann wieder erfolgreich ist und ganz oben steht, dann ist es noch schöner."

Romed Baumann ist der einzige Österreicher, der in dieser Saison in einer Kombi bereits auf dem Stockerl stand (Dritter in Kitzbühel). Der Tiroler fährt aktuell in starker Form, bei der WM gab es bisher aber nur die undankbaren Plätze sechs (Super-G) und vier (Abfahrt) zu verbuchen. "Ich habe zwei starke WM-Rennen abgeliefert, aber bis jetzt hat halt noch keine Medaille rausgeschaut. Es wollte noch nicht sein", erklärte Baumann, der punkto Super-Kombi von "immer ein bisschen Lotterie" sprach.

Den Stellenwert der Super-Kombi beschrieb Baumann folgendermaßen: "Im Weltcup gibt es für einen Sieg in der Super-Kombi genauso viel Punkte wie für einen Abfahrtssieg in Kitzbühel. Im Stellenwert unter den Kollegen ist natürlich eine Goldene in der Abfahrt mehr wert als in der Super-Kombi, aber nehmen würde ich sie trotzdem liebend gerne." Müdigkeit verspürt Baumann keine. "Ich fühle mich gut, ich bin noch gut im Rennen."

Die WM-Debütanten Joachim Puchner und Björn Sieber kommen ursprünglich aus der Ecke der technischen Disziplinen und sind logischerweise auch auf eine Medaille aus. Ihr realistisches, selbst gestecktes Ziel sind jedoch die Top-Ten. Puchner hat in der teaminternen Ausscheidung um den letzten Abfahrtsplatz gegen Hannes Reichelt den Kürzeren gezogen, in der Super-Kombi ist der Salzburger aber nun dabei.

Und Puchner orientiert sich an großen Namen. "Erik Guay hat in dieser Saison bis Samstag auch wenig zusammengebracht und dann wurde er Weltmeister. Klar habe ich nicht so einen Namen wie er, aber man muss immer an seine Chance glauben und Gas geben." In der Abfahrt sieht Puchner im Vergleich zu den beiden Trainings noch viel Luft nach oben.

Im Slalom hänge dann viel vom Wetter und den dadurch beeinflussten Pistenbedingungen ab. "Ich weiß, dass ich schnell Slalom fahren kann. Die Zeiten von Björn und mir in den Trainings waren sehr ansprechend. Ich warte nur, dass es mir da herunter aufgeht."

Der Vorarlberger Sieber hofft in der Abfahrt auf eine Landung in den Top-15. "Die Strecke liegt mir, weil sie technisch anspruchsvoll ist", meinte der 21-Jährige, der in den kommenden drei Jahren die Basis zum Allrounder-Dasein legen möchte. Die Super-Kombination nimmt im persönlichen Ranking Siebers einen Platz sehr weit oben ein. "In der Super-Kombi wird der kompletteste Skifahrer ermittelt, eigentlich sollte das der wichtigste Bewerb sein."

So wie seine Konkurrenten muss Sieber am arbeitsintensiven Montag den Spagat zwischen den Fahrten auf den 2,15 Meter langen Abfahrts- und den 1,65 Meter kurzen Slalom-Skiern schaffen. Neben Kostelic fehlt auch der Schweizer Carlo Janka, der so wie der Kroate dem WM-Ort bis auf weiteres den Rücken gekehrt hat. Zu den absoluten Topfavoriten zählen neben Raich Titelverteidiger Aksel Lund Svindal, Olympiasieger Bode Miller und Silvan Zurbriggen. Zu den Medaillen-Außenseitertipps zählen Christof Innerhofer (ITA), Kjetil Jansrud (NOR) und Natko Zrncic-Dim (CRO).

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel