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Görgl kam aus dem Feiern kaum noch heraus © APA (Gindl)

Nach einem Samstag ohne Medaillen für die Österreicher, an dem in den rot-weiß-roten Feier-Zentren mehr die Promis im

Nach einem Samstag ohne Medaillen für die Österreicher, an dem in den rot-weiß-roten Feier-Zentren mehr die Promis im Mittelpunkt gestanden waren, hat der Sonntagabend in Garmisch-Partenkirchen wieder dem Sport beziehungsweise der Sportlerin gegolten. Elisabeth Görgl feierte nach Abfahrtsgold genauso intensiv und voller Freude wie am Dienstag nach ihrem WM-Titel im Super-G.

Nach der Siegerehrung auf der Medal Plaza ging es für die 29-Jährige zuerst ins "Haus Ski Austria", wo sie von Blasmusik empfangen wurde und eine Rikscha-Fahrt zu absolvieren hatte. Danach nahm sie ihr Geschenk - eine Haselnusstorte in Form eines Herzens mit grünem Marzipan überzogen - als Symbol für die Steiermark in Empfang. Nach einem ausführlichen, von Haubenkoch Christof Widakovich kredenzten Abendessen zog Görgl zusammen mit ihrem Freund weiter in den Tirol-Berg.

Dort wurde die doppelt vergoldete Görgl mit "Standing Ovations" empfangen. Nur das Geschenk, das Tirolwerbung-Chef Josef Margreiter organisiert hatte, durfte er ihr auf Geheiß des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV) noch nicht überreichen, sondern nur kurz zeigen. Es handelt sich um eine Kristallkrone aus dem Privatbesitz der Familie Swarovski, sie wurde schon am Wiener Opernball getragen.

"Für uns bist du heute schon die Königin von Garmisch-Partenkirchen", betonte Margreiter. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. "Wir wollen dir diese Krone am Samstag mit Ende der Weltmeisterschaft überreichen", kündigte Margreiter an und zeigte sich überzeugt, dass Görgl die Krone gut stehen werde.

Einen anderen Herzenswunsch erfüllte sich "Gold-Elisabeth" selbst: Sie intonierte ihren WM-Hit "You are the Hero" zusammen mit Partner Chris erstmals unplugged. Tosender Applaus der rund 300 begeisterten Gäste war der Lohn. Und damit es noch zum dritten Gold reicht, hatte Görgl auch gleich eine Empfehlung parat: "Ihr müsst ganz fleißig die CD kaufen."

Als wäre es eine Fügung des Schicksals, stand der Sonntagabend im Tiroler Party-Zelt ganz im Zeichen von Kitzbühel und der Hahnenkammrennen. Die Frage, wer die letzte weibliche Hahnenkammsiegerin war, war für Görgl eine leichte Hürde. Denn es war ihre Mutter Traudl Hecher.

Unter den Gratulanten im Tirol-Berg waren auch einige der ganz großen Kitzbühel-Sieger. Hans Knauß, Günther Mader und der französische Speed-Experte Luc Alphand amüsierten sich köstlich, als der Italiener Kristian Ghedina nicht aufhören wollte, mit seinem iPhone Fotos der frischgebackenen Doppelweltmeisterin zu schießen. Ghedina, der für Eurosport in den Speed-Bewerben als Fachkommentator gearbeitet hatte, zeigte sich von Görgl begeistert: "Wirklich sehr stark, sie ist eine große Kämpferin, tolles Rennen gemacht."

Zuvor war aber noch ORF-Regisseur Fritzt Melchert für seine jährlichen fantastischen Bilder der Hahnenkamm-Rennen von Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler, Tourismuschef Christian Harisch und Rennleiter Peter Obernauer geehrt worden. Melchert bekam für seine Verdienste das Goldene Ehrenzeichen von Kitzbühel, die goldene Gams.

In seinen Dankesworten betonte der sichtlich gerührte Melchert: "Ich nehme diese Auszeichnung für das gesamte Team entgegen. Von den Technikern bis zu den redaktionellen Mitarbeitern ist es ja ein Team von 150 Leuten, die alle mitarbeiten. Es ist auch eine Auszeichnung für den ORF."

Auch Silbermedaillengewinner Lindsey Vonn wurde gefeiert und geehrt. Doch die US-Amerikanerin, der der Kauf eines Grundstücks in Kirchberg nachgesagt wird, wehrte sich dagegen, von Kitzbühel vereinnahmt zu werden. "Ich wohne jetzt in Zell am See. Ich fühle mich wohl in Österreich, egal ob Zell am See oder Kirchberg", betonte Vonn. Sie schaut aber trotzdem regelmäßig in Kirchberg vorbei: "Weil dort meine fünf Kühe und die Ziege stehen, die ich regelmäßig besuche."

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