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Benjamin Raich auf dem Weg zu "Blech" © APA (epa)

Benjamin Raich hat schon viel Glück in seiner großen Karriere gehabt. 13 Medaillen bei Großereignissen und ein

Benjamin Raich hat schon viel Glück in seiner großen Karriere gehabt. 13 Medaillen bei Großereignissen und ein Gesamt-Weltcup-Sieg (2006) zeugen davon. Aber Raich hatte in den mittlerweile zwölf Jahren in der Weltspitze auch schon viel sportliches Pech, wie seine seit Montag schon fünf vierte Plätze bei Großereignissen zeigen.

Zudem war Raich im Kampf um den Gesamt-Weltcup nicht weniger als fünfmal Zweiter, zuletzt viermal in Serie. "Leider war es wieder knapp zu wenig. Jetzt bin ich Vierter und muss wieder zuschauen, wie die anderen die Medaillen kriegen. Die Enttäuschung ist schon sehr groß", sagte Raich nach Rang vier in der WM-Super-Kombination in Garmisch-Partenkirchen. Wie im Super-G, als Raich Fünfter gewesen war, durfte bzw. musste der Pitztaler zur abendlichen Siegerehrung der Top-Sechs, dort gab es dann aber wieder nur Händedrücke und einen Trostpreis in Form einer Porzellanfigur.

Derartige Ergebnisse kennt der 32-Jährige auch noch von Olympia 2010 in Vancouver zu gut. Dort war es mit zwei sechsten Plätzen in der Super-Kombination und im Riesentorlauf sowie Rang vier im Slalom ganz ähnlich gelaufen. Eine Serie, angesichts der Raich fast schon wieder schmunzeln muss. Gleichzeitig ruft sich Raich aber auch seine großen Erfolge in Erinnerung. "Ich hatte auch schon sehr viel Glück und durfte oft oben stehen. Das darf man nicht vergessen."

Das heiße aber nicht, dass er nicht nach wie vor vor Erfolgshunger strotze. "Ich möchte das nur relativieren und nach vorne schauen." Die 14. Medaille seiner Karriere ließ Raich in der Abfahrt liegen, genauer gesagt im Tröglhang. "Ich habe dadurch in der Abfahrt zu viel verloren. Das war dann sehr schwer wettzumachen. Ich habe im Slalom alles versucht, es hat aber trotzdem nicht gereicht", bilanzierte Raich, der im Slalom mit der zweitschnellsten Zeit stark aufgezeigt hat.

Als sich dann im Slalom zahlreiche Konkurrenten wie Ted Ligety, Bode Miller, Beat Feuz oder Silvan Zurbriggen aus dem Rennen verabschiedeten, glaubte Raich plötzlich wieder an eine Medaille. "Ich dachte mir, es könnte noch klappen. Aber ich habe falsch gedacht." Die überraschend starken Slalom-Leistungen von Christof Innerhofer (Silber) und Peter Fill (Bronze) machten dem ÖSV-Musterschüler einen Strich durch die Rechnung.

Und vor der Fahrt des späteren Weltmeisters Aksel Lund Svindal hatte Raich dann schon mehr als eine Vorahnung gehabt. "Es war klar, dass kein Kraut gegen den Aksel gewachsen ist, wenn der durchkommt."

Bei der laufenden WM in Bayern hat Raich noch zwei bis drei Chancen, endlich nicht mehr neben, sondern wieder auf dem Podest zu stehen. Seine Teilnahmen in Riesentorlauf und Slalom sind fix, und auch im Teambewerb möchte er fahren. "Ja, der Teambewerb ist sicher ein Thema für mich." Bis dahin will Raich zunächst einmal die Enttäuschung verdauen. "Das wird nicht ewig dauern. Ich werde an etwas Positives denken, die Sache analysieren und dann abhaken."

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