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Peter Fill mit seiner Bronze-Medaille © APA (epa)

Italiens Ski-Herren drücken der WM in Garmisch-Partenkirchen ihren Stempel auf. Christof Innerhofer nimmt Gold, Silber und

Italiens Ski-Herren drücken der WM in Garmisch-Partenkirchen ihren Stempel auf. Christof Innerhofer nimmt Gold, Silber und Bronze mit in die Südtiroler Heimat, das Kämpferherz seines Zimmerkollegen Peter Fill wurde am Montag in der Superkombi mit Bronze belohnt. Der 28-Jährige hat die Medaille für seinen schwer kranken Vater Luis geholt, der an einer Bauchspeichelentzündung leidet.

"Ich hoffe, dass ihn die Medaille gesund macht. Mein Vater ist die wichtigste Person in meinem Leben", meinte Fill, der jede renn- oder trainingsfreie Minute am Krankenhausbett seines Vaters in Bozen verbringt. "Diese Sache kostet sehr viel Kraft. Und diese Kraft fehlte mir dann oft bei den Rennen." Am Montag schaffte es Fill aber, die Sorgen auszublenden bzw. sie sogar in Motivation zu verwandeln. "Ich habe versucht, alles zu geben und die Medaille für ihn zu holen."

Geholfen hat Fill aber auch der Erfolgslauf seines guten Freundes Innerhofer, der nach Gold im Super-G und Bronze in der Abfahrt am Montag Silber eroberte. "Die Medaillen vom Christof haben mich beflügelt. Er hat sie im Zimmer schön aufs Nachtkasterl gelegt, da wollte ich auch eine. Dass wir jetzt beide auf dem Podest stehen, ist noch viel schöner."

Im Rahmen der Weltcup-Heimrennen Mitte Dezember in Gröden war Luis Fill zusammengebrochen und ins Bozener Krankenhaus gebracht worden. Dort befand sich der ständige Begleiter seines Sohnes sogar in Lebensgefahr, auch zwei Tage vor der WM-Super-Kombination hatte sich der Gesundheitszustand verschlechtert. "Das ist für mich sehr schlimm. Ich hoffe, er schafft es. Das ist das Wichtigste."

Fills Wegbegleiter Innerhofer war über seine starke Slalom-Leistung extrem überrascht. Dabei hatte er sich nach dem sehr dichten WM-Programm bereits in der Kombi-Abfahrt sehr müde gefühlt. "So blau war ich noch nie in einem Rennen", berichtete Innerhofer, der sich zwischen den Läufen auf den Ergometer gesetzt und so die Füße gelockert hatte.

Profitiert haben Innerhofer und Fill natürlich auch von der Tatsache, dass ein Mitglied ihres Trainerteams den Slalom ausgeflaggt hat. "Es war ein runder, enger und nicht so schneller Lauf, so wie wir es gerne haben", meinte Innerhofer, der am Montagabend ruhigen Gewissens seine WM-Party gestartet hat. "Ich werde noch ein paar Tage länger bleiben und die WM-Atmosphäre genießen."

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