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Milans Gattuso (r.) und Yepes (M.) nach Spielende © APA (epa)

Tottenham Hotspur und Schalke 04 haben die Tür zum Viertelfinale der Fußball-Champions-League weit aufgestoßen. Die Deutschen

Tottenham Hotspur und Schalke 04 haben die Tür zum Viertelfinale der Fußball-Champions-League weit aufgestoßen. Die Deutschen verschafften sich am Dienstag mit einem 1:1 auswärts gegen Valencia eine gute Ausgangsposition für das Achtelfinal-Rückspiel am 9. März, die Engländer feierten in einem emotionsgeladenen Duell im Meazza-Stadion einen 1:0-Sieg gegen den AC Milan.

Die Partie in Mailand war von einigen Härteeinlagen geprägt. So streckte Milan-Akteur Mathieu Flamini Tottenhams Vedran Corluka durch ein brutales Foul mit zwei gestreckten Beinen nieder, woraufhin der Kroate das Stadion auf Krücken verlassen musste. "Das war eine Attacke mit Verletzungsabsicht, dafür hätte er Rot sehen müssen", ärgerte sich Tottenham-Coach Harry Redknapp über den Franzosen, der mit einer Gelben Karte davongekommen war.

Auch Milan-Raubein Gennaro Gattuso wandelte mehrmals am Rande eines Ausschlusses, nach dem Schlusspfiff brannten die Sicherungen dann endgültig durch. Der Mittelfeldspieler, für das Rückspiel in drei Wochen in London ohnehin gelbgesperrt, attackierte Tottenhams Assistenz-Trainer Joe Jordan per Kopfstoß und Würgegriff und darf sich auf eine lange Europacup-Zwangspause gefasst machen, zumal die UEFA in dieser Causa bereits am Mittwoch ein Verfahren eröffnete.

"Ich habe die Kontrolle verloren. Es gibt keine Entschuldigung für das, was ich getan habe, und ich werde die Verantwortung dafür übernehmen", erklärte Gattuso nach seinem Aussetzer. Redknapp bezeichnete den Heißsporn als "verrückt" und hatte auch von dessen Kollegen keine allzu hohe Meinung. "Vor allem gegen Ende haben die Milan-Spieler die Nerven verloren. Aber das ist auch ein gutes Zeichen für uns, weil diese Situation durch unsere gute Leistung entstanden ist. Es war ein großer Abend für den Verein und seine Fans."

Peter Crouch, der nach optimaler Vorarbeit von Aaron Lennon den entscheidenden Treffer erzielt hatte, warnte jedoch vor verfrühter Euphorie. "Milan in San Siro zu schlagen, ist ein fantastischer Erfolg. Aber unser Job ist noch nicht erledigt." Auch Milan-Trainer Massimiliano Allegri sieht das Duell weiterhin offen. "In London wartet ein ganz anderes Spiel auf uns. Es ist nach wie vor alles möglich", betonte der Betreuer des italienischen Tabellenführers.

Valencia-Trainer Unai Emery ließ nach dem zweiten Duell des Abends ebenfalls Durchhalteparolen vom Stapel. "Das 1:1 ist eine kleiner Vorteil für Schalke, aber nur ein ganz kleiner." Schalke-Coach Felix Magath sprach von einem "verdienten Unentschieden" und hob vor allem seinen Torschützen Raul hervor. "Er hat erneut gezeigt, dass er nichts von seiner Klasse eingebüßt hat. Es ist kein Zufall, dass er das Tor geschossen hat. Er hat die ganze Mannschaft mitgezogen", lobte Magath seinen Stürmer, der mit seinem 71. Europacuptor im 145. Spiel nun alleiniger Rekordhalter vor Filippo Inzaghi (AC Milan/70 Tore) ist.

Die triumphale Rückkehr in die Heimat endete für Spaniens Fußball-Legende erst weit nach Mitternacht. Müde und ausgepumpt, aber überglücklich kam Raul um 00.36 Uhr als letzter Schalker Profi aus der Kabine. Die Dopingkontrolle hatte ihm noch einmal alles abverlangt. "Es war ein schöner Abend für mich und die Mannschaft", schwärmte der 33-Jährige, der in seiner Karriere schon viele große Momente erlebt hat.

Dennoch war die Nacht von Valencia auch für Raul außergewöhnlich. "Ich bin sehr glücklich, auch über das Rekordtor. Wichtiger aber ist, dass wir eine gute Chance haben, die nächste Runde zu erreichen", sagte der Torjäger und ergänzte bescheiden: "Der ganze Rummel ist mir gar nicht so recht. Ich stehe lieber auf dem Platz."

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