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Die nächsten Wochen muss Raich auf Krücken bewältigen © APA (Hechenberger)

Die Verletzungsserie im Lager der österreichischen Ski-Herren will nicht abreißen. Mit Benjamin Raich hat es Mittwoch nun auch

Die Verletzungsserie im Lager der österreichischen Ski-Herren will nicht abreißen. Mit Benjamin Raich hat es Mittwoch nun auch den erfolgreichsten ÖSV-Skifahrer der vergangenen Jahre erwischt. Vor dem Tiroler hatten sich seit 20. Jänner bereits seine Teamkollegen Hans Grugger, Mario Scheiber, Georg Streitberger und Marcel Hirscher so schwer verletzt, dass für sie ein WM-Start nicht möglich war.

Den schrecklichen Auftakt der Pechsträhne machte am 20. Jänner der lebensgefährliche Sturz von Grugger beim Abfahrtstraining in Kitzbühel auf der berüchtigten Streif. Der Salzburger verlor beim Mausefalle-Sprung in der Luft die Kontrolle, schlug bei der Landung mit dem Kopf auf und verlor sofort das Bewusstsein. Der 29-Jährige musste notoperiert werden, lag eine Woche im künstlichen Tiefschlaf, die Aufwachphase dauerte fünf Tage.

Grugger hatte ein schweres Schädelhirntrauma mit einer subtoralen Blutung zwischen Hirn- und Schädelknochen erlitten. Hinzu kamen eine eingerissene Halsschlagader, zwei Brüche der Halswirbelsäule, die nicht verschoben sind und dadurch keiner Operation bedingen, Rippenbrüche sowie eine Lungenquetschung. Seitdem macht Grugger verhältnismäßig große Fortschritte, was nicht nur bei seiner Lebensgefährtin Ingrid Rumpfhuber, sondern auch für Erleichterung bei seinen Teamkollegen sorgt.

Zwei Tage vor Gruggers Sturz hatte Andreas Buder seine Karriere beendet, der Niederösterreicher sah nach acht Operationen im rechten Knie keinen Sinn mehr. Alles was nach Grugger folgte war vergleichsweise harmlos, aber ebenfalls sportlich und körperlich brutal. Genau eine Woche später, am 27. Jänner, stürzte Scheiber im Abfahrtstraining in Chamonix schwer. Ausgerechnet Scheiber, der gemeinsam mit Grugger in der Liste der am öftesten Verletzten im Skizirkus ganz weit oben zu finden ist. Der Tiroler brach sich Schlüsselbein und Nasenbein und zog sich zudem eine Gehirnerschütterung zu.

Ebenfalls in Chamonix verletzte sich am 29. Jänner Streitberger. Der Salzburger kam im Abfahrtsrennen zum Sturz und musste wegen eines Bruchs des äußeren Schienbeinkopfes die WM-Träume ad acta legen. Das traf am 6. Februar auch für Hirscher zu. Der Salzburger zog sich ausgerechnet im letzten Rennen vor der WM, dem Riesentorlauf in Hinterstoder, einen Kahnbeinbruch im linken Fuß zu.

Am 16. Februar folgte nun Raich seinen Teamkollegen ins ÖSV-Lazarett, der 32-jährige Tiroler musste folgende Diagnose hinnehmen: Riss des linken vorderen Kreuzbandes, Knorpelabbruch des äußeren Schienbeinkopfes, Teileinriss des äußeren Meniskus.

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