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Kapitän Cesc war stolz auf seine Mannschaft © APA (epa)

Mit dem 2:1-Erfolg über den FC Barcelona hat Arsenal am Mittwoch im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League seine Kritiker

Mit dem 2:1-Erfolg über den FC Barcelona hat Arsenal am Mittwoch im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League seine Kritiker eines Besseren belehrt und Revanche für die bitteren Niederlagen gegen die Spanier im Finale 2006 bzw. im Viertelfinale des Vorjahres genommen. Vom Aufstieg - das Rückspiel in Barcelona steigt am 8. März - wollte bei den "Gunners" aber niemand sprechen.

"Sie sind das beste Team der Fußballgeschichte. Das war ein Spiel, es ist erst Halbzeit", sagte Kapitän Cesc Fabregas. Der Gegner könnte überraschend Schachtjor Donezk heißen - nach dem 3:2 bei AS Roma stehen die Ukrainer vor ihrem ersten CL-Viertelfinaleinzug.

Es bleibt dabei: Der FC Barcelona kann unter Trainer Pep Guardiola auswärts kein K.o.-Spiel in der Champions League gewinnen. Dabei schien in der ersten Hälfte alles für "Barca" zu laufen, das die nur in den ersten zehn Minuten schneidigen Hausherren phasenweise schwindlig spielte. Arsenal, in England das wohl spielerisch stärkste Kollektiv, schien am Boden. Erinnerungen an das Vorjahr wurden wach, in dem die stolzen "Gunners" nach ihrer Lehrstunde gegen die Spanier (2:2, 1:4) als "Barca light" geschmäht worden waren. Für Wenger freilich keine Überraschung. "Wir haben uns geistig darauf vorbereitet, mit dieser Überlegenheit zu leben", sagte der Franzose.

Das 1:0 durch David Villa (26.) schien nur das erste von mehreren "Barca"-Toren zu sein, doch die Spanier vermochten ihre guten Möglichkeiten nicht zu nutzen und ermöglichten den Engländern so die Trendwende in der zweiten Hälfte. "Wir haben die Partie dominiert. Wir haben viele Chancen herausgespielt, deswegen bin ich glücklich mit der Vorstellung meines Teams", sagte Guardiola dennoch. "Ich bin für das Rückspiel zuversichtlich. Meine Leute haben ihre Qualität in den vergangenen Jahren gezeigt."

Während die Gäste nach dem Seitenwechsel den letzten Nachdruck vermissen ließen, unterband Arsenal das spanische "Scheiberlspiel" mit Erfolg und zeigte die Verwundbarkeit des Gegners bei schnellen Kontern auf. Beim Ausgleich durch Robin van Persie (78.) musste sich zudem "Barca"-Goalie Victor Valdes den Vorwurf gefallen lassen, das kurze Eck vernachlässigt zu haben: "Selbst ein Einkaufswagerl hätte zwischen Stange und Tormann gepasst", spottete der englische "Guardian" in seiner Online-Ausgabe. Der erst nach über einer Stunde gekommene Andrej Arschawin besiegelte nur fünf Minuten später die Niederlage der Gäste.

"Wir haben das Risiko genommen, der Schuss hätte aber auch nach hinten losgehen können", kommentierte Wenger die Einwechslung des Russen. "Jeder hatte uns geraten, heute entgegen unserer Anlage zu spielen. Wir können daher nicht nur stolz auf das Resultat sein, sondern es kann auch unseren Glauben an unsere Philosophie stärken." Wenger war auch aus einem anderen Grund erfreut: "Das Team hatte heute ein Durchschnittsalter von 23 Jahren, das wird ihnen zusätzlichen Auftrieb geben."

Katzenjammer herrschte bei AS Roma. Die Italiener kassierten zu Hause eine 2:3-Schlappe gegen Donezk, das aufgrund der Winterpause in der ukrainischen Liga das erste Bewerbsspiel seit 8. Dezember absolvierte hatte. Man sieht sich mit einer sportlichen Talfahrt konfrontiert, und wartet auch in der heimischen Liga seit drei Runden auf einen Sieg. Trainer Claudio Ranieri wollte von einer Krise oder gar seinem Rücktritt aber nichts wissen. "Ich denke nicht einmal daran", sagte Ranieri, der seit September 2009 auf der Kommandobrücke steht.

"Wir sind in keiner Krise", meinte Ranieri, der aber das Verhalten seines Teams nach dem 1:0-Führung kritisierte. "Wir hätten nicht so ungestüm sein dürfen", meinte er in Anspielung auf die drei schnellen Gegentore der brasilianischen Schachtar-Legionäre innerhalb von 12 Minuten, von denen man sich letztlich nicht mehr erholte. "Wir haben aber nie aufgegeben", betonte Ranieri, der sich beim Abgang Pfiffe und Buhrufe anhören musste. "Ich nehme das auf meine Kappe, aber es tut weh."

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