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Morgenstern fährt entspannt zur nordischen Ski-WM © APA (dpa)

Betrachtet man seine lange sportliche Erfolgsliste, dann ist es augenscheinlich: Thomas Morgenstern fehlt in seiner Karriere

Betrachtet man seine lange sportliche Erfolgsliste, dann ist es augenscheinlich: Thomas Morgenstern fehlt in seiner Karriere eigentlich nur noch Einzel-WM-Gold. Der 24-jährige Kärntner wird bei den 48. Weltmeisterschaften in Oslo sogar der Topfavorit sein. Nach dem Sieg bei der Vierschanzen-Tournee und mit dem zweiten Weltcup-Gesamtsieg in der Tasche kann Morgenstern quasi "locker" zur WM fahren.

Die Ausgangssituation für den siebenfachen Saisonsieger ist ausgezeichnet, so sieht es auch ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner: "Es wird kaum einen Athleten in Oslo geben, der mit so viel Freude und so unbelastet auftreten kann." Dennoch zählt gerade bei Großereignissen der Moment, die Tagesform und ein bisschen auch das Glück. Bei einem Gesamt-Weltcupsieg zählt die Leistung über eine gesamte Saison, doch bei Olympia oder WM ist das anders.

"Ich weiß, dass der Tag X kommen wird, wo es keinen mehr interessieren wird, was davor stattgefunden hat. Das sind Weltmeisterschaften und da muss alles zusammenstimmen", bestätigte Morgenstern gegenüber der APA - Austria Presse Agentur. Er wird nur bedingt erleichtert ob seiner Erfolge sein. "Das ist ganz schwer zu sagen. Ich werde die WM sehr genießen, aber zu diesem Zeitpunkt wird es mir als Athlet wurscht sein, was vorher war. Du lebst ja trotzdem im Hier und Jetzt und willst natürlich das Bestmögliche aus dem Wettkampf rausholen."

Die Favoritenrolle will er jedoch nicht von sich weisen. Eine Rolle die Österreichs Skispringer nun schon Jahre lang tragen und sich daran gewöhnt haben. "Ich fahre gerne als Favorit hin, weil es zeigt, dass ich das eine oder andere richtig gemacht habe in der Vergangenheit." Aber sollte es nicht klappen mit dem ersten Einzel-Gold, hat Morgenstern wohl auch nur im Moment Grund zur Enttäuschung. "Wenn es aufgeht, bin ich der glücklichste Mensch der Welt, wenn nicht, bin ich genauso glücklich, weil ich wieder sehr viele Erfahrungen gemacht habe."

Das Wichtigste für ihn ist ein fairer Wettkampf. "Dass man einen Weltmeister-Titel oder eine Medaille nicht auf dem Serviertablett präsentiert bekommt, ist klar. Der Beste soll gewinnen." Durch die ungeheure Dichte im eigenen Team gibt es aber auch eine gewisse Absicherung. "Ich erwarte von mir auch nicht, dass ich dort hinfahre und Weltmeister werde. Ich habe das Potenzial dazu, weiß wie es sich anfühlt, der Rest muss passieren."

Der hohe Erwartungsdruck von Fans und Öffentlichkeit ist im ÖSV-Team gut verteilt. "Ich bin auch unheimlich stolz, in so einem Team zu sein, in dem so eine Qualität herrscht. Und es gibt ja auch zwei Mannschaftsspringen bei der WM", erinnert Morgenstern. Zum dritten Mal nach Lahti (2001) und Oberstdorf (2005) werden wieder Team-Goldmedaillen vom großen und kleinen Bakken vergeben.

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