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Das letzte Duell am 31. Oktober endete 1:1 © APA (Krug)

Der Titelverteidiger und der Rekordmeister stehen am Sonntag im Schlager der Fußball-Bundesliga unter Zugzwang. Nach einem

Der Titelverteidiger und der Rekordmeister stehen am Sonntag im Schlager der Fußball-Bundesliga unter Zugzwang. Nach einem Fehlstart ins Frühjahr würde eine Niederlage sowohl die Titelchancen von Meister Red Bull Salzburg als auch von Rapid erheblich reduzieren. Die Salzburger liegen vor der 21. Runde drei, die Wiener sieben Punkte hinter Überraschungs-Tabellenführer SV Ried.

Salzburg war mit einem 1:1 bei Aufsteiger Wacker Innsbruck, Rapid mit einer 0:2-Niederlage in Wr. Neustadt ins Frühjahr gestartet. "Beide Mannschaften sind durch die letzten Ergebnisse unter Druck geraten", meinte Salzburg-Trainer Huub Stevens. "Deshalb sind auch beide Mannschaften verpflichtet, zu gewinnen. Weil der Rückstand sonst schon sehr groß wäre." Für eine erfolgreiche Titelverteidigung müsse man die Heimspiele gewinnen.

Rapid hat zwar bereits seit fast einem Jahr (0:1 am 28. Februar 2010) nicht gegen Salzburg verloren, hat auswärts in dieser Saison aber erst zwei Dreipunkter eingefahren. "Ich halte nichts von Statistik. Mit Rapid muss man immer rechnen", betonte Stevens. Selbst bei einer Niederlage sei der Rekordchampion im Titelrennen nicht abzuschreiben, meinte der Niederländer, der auf die verletzten Douglas, Mendes, Ulmer und Schwegler verzichten muss.

Völlig offen ist die Tormannfrage. Stevens gab am Freitag kein klares Bekenntnis zu Gerhard Tremmel ab, der in Innsbruck einige gute Paraden gezeigt hatte. Kapitän Eddie Gustafsson ist fit, ihm fehlt allerdings noch die Spielpraxis. "Dass ich mich nicht auf eine Nummer eins festlege, habe ich schon zuletzt gesagt. Beide haben unheimlich viele Qualitäten", sagte Stevens. Wer spielt, werde er nur der Mannschaft mitteilen. "Aber ich weiß es."

Bei Rapid betrifft die wichtigste Personalie standesgemäß Steffen Hofmann. Als "Sorgenkind" wollte Trainer Peter Pacult seinen Kapitän zwar nicht bezeichnen. Dass der Regisseur nach überstandener Schambeinentzündung in der Startformation steht, darf aber nicht erwartet werden. "Es ist für ihn persönlich wichtig, dass er kleine Schritte macht - Woche für Woche", erklärte Pacult. Dafür steht Rückkehrer Boris Prokopic wieder zur Verfügung.

Prokopic könnte hinter dem schwächelnden Stürmerstar Jan Vennegoor of Hesselink im offensiven Mittelfeld agieren, denn Pacult kündigte eine veränderte Spielanlage an - eine mögliche Abkehr von seinem Konzept mit zwei Stürmern. "Es könnte sein, dass wir uns neu ausrichten. Man sieht, wie sich gewisse Systeme verschieben", meinte der Rapid-Coach - international in Richtung 4-2-3-1.

Als defensivere Taktik will Pacult das nicht verstanden wissen, wäre er mit einem torlosen Remis in Salzburg ob der Tabellensituation doch nicht zufrieden. "Wichtig ist die Spielanlage. Wir werden schauen, wie wir das mit dem eigenen Kader am besten umsetzen können", versprach Pacult. Er denke mit dem neuen Konzept nicht nur an das Gastspiel in Wals-Siezenheim. "Es kann auch sein, dass das in näherer Zukunft so ist."

Bis Freitag waren 12.000 Karten verkauft, 3.000 davon an Rapid-Fans. Pacult sieht sein Team "auf Augenhöhe" mit dem Meister. "Man weiß, dass sie auch Probleme haben", sagte der Rapid-Trainer. "Und wir haben in der Vergangenheit bewiesen, dass wir in solchen Spitzenspielen gut fokussiert sein können." So etwa beim legendären 7:0-Sieg am Ostersonntag 2008. Seither haben die Hütteldorfer in fünf Partien aber nicht mehr in Salzburg gewonnen.

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